Bilde ich mir das eigentlich ein oder ist DOSBox in den jüngeren Versionen dramatisch schneller geworden?
Ich hatte immer so den Eindruck, daß DOSBox auf meinem Athlon XP 2800+ grob geschätzt die Geschwindigkeit eines 486 DX2/50 erreicht. So war z.B.
Hexen ganz gut spielbar, lief aber nicht 100% flüssig, ähnlich wie's früher auch auf meinem 486 DX2/50 mit ISA-Grafik war...
In DOSBox 0.72 habe ich mal
Shadow Warrior gestartet und war ganz erstaunt, daß sich das Spiel in 640x480 ziemlich flüssig anfühlt. Auch in 800x600 hat es nicht übermäßig geruckelt.
Selbst
Quake in 640x480 kann man sich antun. Das ist zwar nicht ultra-flüssig, wie man's heute auf den Windows-Kisten mit 3D-Beschleunigung anstrebt, aber für DOS-Verhältnisse allemal ok (das hatten wir ja
hier schon mal diskutiert).
Alles in allem sind das Leistungswerte, die einen 486er der unteren Mittelklasse klar übertreffen.
Entweder täuscht mich also mein Gedächtnis, oder DOSBox müßte wirklich dramatisch schneller geworden sein.
Die Liste der Veränderungen für Version 0.70 listet:
-Speed up the dynamic cpu core (certain games get much faster).
-Speed up the screen drawing code.
Ob's daran liegt?
Alles in allem finde ich es mittlerweile sehr beeindruckend, was DOSBox leistet. So langsam wird DOSBox eine echte Alternative zur realen DOS-Kiste. Für die ganz frühen Spiele ist DOSBox wahrscheinlich sogar besonders nützlich, weil man bei Bedarf die "Cycles" sehr niedrig drehen kann.
Außerdem ist natürlich die Möglichkeit ziemlich cool, auf einem potenten Notebook ein ganzes Archiv an DOS-Klassikern mitnehmen und unterwegs spielen zu können.
Die absolute Krönung (abgesehen von 100% Kompatibilität zu allen Spielen) wäre jetzt noch, wenn es irgendwann gelänge, die Roland-LA-Synthesizer (MT-32, LAPC-I etc.) originalgetreu zu emulieren und deren charakteristischen Klang somit der Nachwelt zu erhalten.