HDD Controller Failure

ChrischChrasch
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HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

Hallo liebe DOS-Freunde,

ich habe mal eine Frage und bitte Euch um Eure Hilfe.

Ich nutze seit langem einen 386er, der inkl. Festplatte auch einwandfrei läuft. Jetzt habe ich mir einen 486er zugelegt. Dieser funktioniert auch, außer dass er ziemlich langsam ist. Auch diese Festplatte funktioniert einwandfrei.

Jetzt habe ich der Einfachheit halber die Festplatte aus dem neuen Rechner ausgebaut und die aus dem alten Rechner (eine Western Digital Caviar 2250 mit 250 MB) eingebaut. Beim Starten wird mir „HDD Controller Failure“ angezeigt.

Die Controller-Karte scheidet aus, die andere Festplatte hat ja damit funktioniert. Bei der Verkabelung dürfte ich auch keinen Fehler gemacht haben, habe ich sie ja nur von der alten Festplatte abgezogen und an die neue Festplatte angestöpselt. Sie ist als Master gejumpert und in beiden Rechnern gab/gibt es nur eine Festplatte. Im BIOS habe ich die Hard Disk Auto Detection ausgeführt und die Festplatte wird auch erkannt. Woran kann es liegen?

Viele Grüße,

ChrischChrasch
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unglaublich
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von unglaublich »

ChrischChrasch hat geschrieben: Mo 7. Sep 2020, 10:13 Hallo liebe DOS-Freunde,

ich habe mal eine Frage und bitte Euch um Eure Hilfe.

Ich nutze seit langem einen 386er, der inkl. Festplatte auch einwandfrei läuft. Jetzt habe ich mir einen 486er zugelegt. Dieser funktioniert auch, außer dass er ziemlich langsam ist. Auch diese Festplatte funktioniert einwandfrei.

Jetzt habe ich der Einfachheit halber die Festplatte aus dem neuen Rechner ausgebaut und die aus dem alten Rechner (eine Western Digital Caviar 2250 mit 250 MB) eingebaut. Beim Starten wird mir „HDD Controller Failure“ angezeigt.

Die Controller-Karte scheidet aus, die andere Festplatte hat ja damit funktioniert. Bei der Verkabelung dürfte ich auch keinen Fehler gemacht haben, habe ich sie ja nur von der alten Festplatte abgezogen und an die neue Festplatte angestöpselt. Sie ist als Master gejumpert und in beiden Rechnern gab/gibt es nur eine Festplatte. Im BIOS habe ich die Hard Disk Auto Detection ausgeführt und die Festplatte wird auch erkannt. Woran kann es liegen?

Viele Grüße,

ChrischChrasch
moin CC !!

ein trivialer und trotzdem häufiger Fehler ist,
dass Pin 1 und 40 am Kabel vertauscht sind - stimmt das bei dir ?

enjoyIT :like:
ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

Kann eigentlich nicht sein, da ich das Kabel am Controller nicht abgezogen habe und die andere Festplatte ja funktionierte. Außerdem kann ich das Kabel am Festplattenanschluss nicht falsch rum reinstecken, das wird durch die Bauweise des Steckers verhindert. Aber ich kann es trotzdem nochmal prüfen. Woran erkenne ich denn, wo PIN 1 und wo PIN 40 ist?
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Dosenware
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von Dosenware »

Pin1 ist an der Leitung rot Markiert, auf Controller und Festplatte steht das Auf der Platine.

Aber wenn es beides Buchsen mit Verpolungsschutz sind...
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unglaublich
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von unglaublich »

ChrischChrasch hat geschrieben: Mo 7. Sep 2020, 10:13 Hallo liebe DOS-Freunde,

ich habe mal eine Frage und bitte Euch um Eure Hilfe. ... „HDD Controller Failure“ angezeigt.
... . Im BIOS habe ich die Hard Disk Auto Detection ausgeführt und die Festplatte wird auch erkannt.
Woran kann es liegen?

Viele Grüße, ChrischChrasch
moin!

... ich muss mich korrigieren: wenn die Platte im BIOS richtig
erkannt wird :arrow: liegt es nicht am Kabel

sowas hätte / habe ich noch nie erlebt

vielleicht hast du mal ein Bild ?
mkarcher
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von mkarcher »

"HDD Controller Failure" kann normal sein, wenn im BIOS Plattenparameter eingetragen sind, die nicht zur Platte passen (zu große Kapazität, LBA-Modus). Es ist also notwendig, bei der Auto-Detection die Frage, ob die Parameter gespeichert werden sollen, mit "Y" zu beantworten, und dann das Setup mit "Save & Exit" zu beenden.

Wenn trotz korrekt erkannter und eingetragener Parameter für die alte Platte es weiterhin zu Problemen kommt, kann es mit der gelegentlicht problematischen Erkennung, ob ein Slave vorhanden ist, zusammenhängen. Einige Platten haben verschiedene Jumperungen für Master, je nachden, ob gar kein Slave, ein vernünftiger Slave, oder eine Slave-Platte mit einer eher eigenwilligen (vor-Standard) IDE-Implementation vorhanden ist. Es kann sinnvoll sein, hier mal eine der anderen Master-Konfigurationen auszuprobieren.

Bei Deiner WDC 2250 wäre es mit oder ohne Jumper auf 5/6, siehe http://computermuseum.informatik.uni-st ... I/4752.TXT.
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von Dark_Lord »

Meine Vermutung geht auch Richtung Jumper. Ältere IDE-Laufwerke hatten Master, Slave und Single Drive, in der UDMA Ära kam Cable Select dazu, Single Drive ist irgendwann entfallen, weil so langsam Master und Slave mehr wie SCSI-IDs funktionierten und Master ohne Slave und Slave ohne Master liefen.

Manche Controller-Platten-Kombis aus der alten Ära können mit Master ohne Slave laufen, andere benötigen explizit den Single Drive Modus.
ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

Zunächst einmal vielen Dank für die Antworten. Melde mich erst jetzt, da ich in den letzten Tagen kaum dazu kam am PC zu basteln.

Es funktioniert jetzt. Lag tatsächlich am Jumper. Dieser war auf Master eingestellt, habe ihn abgezogen, da es die einzige Festplatte ist und - tada - DOS begrüßt mich und alles ist o. k. - vorerst.

Denn jetzt kommt das nächste Problem: Ich will ein CD-ROM-Laufwerk einbinden (Mitsumi CRMC FX001D) und jetzt funktioniert die Festplatte schon wieder nicht. Wird nicht mal mehr im BIOS erkannt.

Folgendermaßen bin ich vorgegangen:

Es gibt auf dem Controller 2 IDE-Anschlüsse. An dem einen hing in der Mitte das 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk und am Ende das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk. An dem anderen Anschluss hing am Ende die Festplatte. So hat es wie gesagt funktioniert. Nun habe ich einfach das CD-ROM-Laufwerk zwischen Festplatte und Controller gehängt, ohne Erfolg. Hab anschließend die Festplatte auf Master gejumpert, ohne Erfolg. Bei beiden Varianten wird die Festplatte nicht mal im BIOS erkannt. Was habe ich falsch gemacht?

Das CD-ROM-Laufwerk habe ich aus einem 386er ausgebaut. Dort war es direkt an die Soundkarte angeschlossen. Einen solchen Anschluss habe ich auf der Soundkarte im 486er jedoch nicht (Sound Blaster 1.5). Das Laufwerk verfügt jedoch auch über einen IDE-Anschluss, aber keine Jumper (zumindest sehe ich keine).

Ich habe bereits die große, weise Suchmaschine bemüht, komme aber nicht weiter. Ich meine gelesen zu haben, dass dieses Laufwerk nur mittels einer eigenen ISA-Controllerkarte IDE-fähig gemacht werden kann. Eine solche Karte habe ich aber nicht. Heißt das, dass ich das Laufwerk ohne eine entsprechende Controllerkarte gar nicht zusammen mit der Sound Blaster-Karte betreiben kann?

In dem 386er habe ich eine Karte entdeckt, die ich nicht zuordnen kann. Es steht nicht mal ein Hersteller drauf. Eine Recherche anhand der aufgedruckten Nummern auf der Karte ergab jedoch, dass es sich um einen ISA-Controller handelt. Hier ist ein Bild von der Karte:

<img src="https://a.allegroimg.com/s1024/0c3188/6 ... 4d6d7c1203" alt="ISA kontroler EICI0253 100% OK EfB - 7511308332 - oficjalne archiwum Allegro"/>

Kann ich diese Karte einfach reinstecken und es funktioniert dann?

Viele Grüße,

ChrischChrasch
mkarcher
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von mkarcher »

ChrischChrasch hat geschrieben: Do 10. Sep 2020, 21:35 Es gibt auf dem Controller 2 IDE-Anschlüsse. An dem einen hing in der Mitte das 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk und am Ende das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk.
Das ist kein IDE-Anschluss (mit 40 Pins), sondern ein Disketten-Anschluss mit 34 Pins. Der Controller ist vermutlich eine der typischen ISA Multi-I/O-Controller mit 2 seriellen Ports, einem Parallelport, 1 Diskettenanschluss (für bis zu 2 Diskettenlaufwerke) und einem Festplattenanschluss (für bis zu 2 IDE-Laufwerke). Nur beim Diskettenkabel ist die Position des Laufwerks am Kabel wichtig, weil dort das Kabel ein paar Signalleitungen verdreht, so dass die Steuerleitungen für A: und B: vertauscht werden. Alle Diskettenlaufwerke in normalen PCs sind auf die Steuersignale für B: konfiguriert, und verhalten sich dank verdrehtem Kabel am Ende als A:-Laufwerk.
ChrischChrasch hat geschrieben: Do 10. Sep 2020, 21:35 An dem anderen Anschluss hing am Ende die Festplatte. So hat es wie gesagt funktioniert. Nun habe ich einfach das CD-ROM-Laufwerk zwischen Festplatte und Controller gehängt, ohne Erfolg. Hab anschließend die Festplatte auf Master gejumpert, ohne Erfolg. Bei beiden Varianten wird die Festplatte nicht mal im BIOS erkannt. Was habe ich falsch gemacht?

Das CD-ROM-Laufwerk habe ich aus einem 386er ausgebaut. Dort war es direkt an die Soundkarte angeschlossen. Einen solchen Anschluss habe ich auf der Soundkarte im 486er jedoch nicht (Sound Blaster 1.5). Das Laufwerk verfügt jedoch auch über einen IDE-Anschluss, aber keine Jumper (zumindest sehe ich keine).
Du gehst davon aus, dass jedes Laufwerk mit einem 40-poligen Stecker IDE-kompatibel ist. Geh davon aus, dass die meisten Single- und Doublespeed CD-Laufwerke keine IDE-Laufwerke sind, und deshalb spezielle Controllerkarten benötigen. Viele Soundkarten aus der Zeit des Soundblaster Pro und frühen Soundblaster-16-Zeiten haben deshalb CD-Schnittstellen für einen oder mehrere Typen von CD-Laufwerken.
ChrischChrasch hat geschrieben: Do 10. Sep 2020, 21:35 Denn jetzt kommt das nächste Problem: Ich will ein CD-ROM-Laufwerk einbinden (Mitsumi CRMC FX001D)
Dieses Laufwerk ist ein Double-Speed-Laufwerk (dafür das "D" in der Typennummer), und es hat (wenig überaschend bei dem Hersteller) die sogenannte "Mitsumi-Schnittstelle". Du brauchst also eine Mitsumi-kompatible Schnittstellenkarte in Deinem 486-Computer.
ChrischChrasch hat geschrieben: Do 10. Sep 2020, 21:35 Ich habe bereits die große, weise Suchmaschine bemüht, komme aber nicht weiter. Ich meine gelesen zu haben, dass dieses Laufwerk nur mittels einer eigenen ISA-Controllerkarte IDE-fähig gemacht werden kann. Eine solche Karte habe ich aber nicht. Heißt das, dass ich das Laufwerk ohne eine entsprechende Controllerkarte gar nicht zusammen mit der Sound Blaster-Karte betreiben kann?
Der Begriff "IDE-fähig" ist falsch. Das Mitsumi-Laufwerk braucht eine eigene Karte, um angesprochen werden zu können. Soweit hast Du recht. Aber selbst mit der zugehörigen Schnittstellenkarte ist es nicht kompatibel zu IDE-Laufwerken, Du musst also einen Mitsumi-CD-Treiber installieren, keinen IDE-CD-Treiber. Es sollte allerdings kein Problem sein, einen Mitsumi-CD-Treiber zu finden, zum Beispiel wird auf der Festplatte des 386-Computers ein solcher Treiber installiert sein.

Du hast recht, dass die Sound Blaster 1.5 keine CD-Schnittstelle hat, und Du daher das CD-Laufwerk nicht an dieser Soundkarte anschließen kannst. Fast alle Soundblaster-kompatiblen Karten können allerdings von der Adresse 220 auf die Adresse 240 umgeschaltet werden. Du kannst also die Soundkarte aus dem 386-Computer zusätzlich in den 486-Computer einbauen, und die Adresse dieser Karte auf 240 stellen. Soundkarten auf dieser Adresse werden von fast aller Software ignoriert, wenn auf 220 bereits eine Soundkarte gefunden wurde - aber der CD-Treiber kann trotzdem passend konfiguriert werden, dass er das CD-Laufwerk an der zweiten Soundkarte nutzt.

ChrischChrasch hat geschrieben: Do 10. Sep 2020, 21:35 In dem 386er habe ich eine Karte entdeckt, die ich nicht zuordnen kann. Es steht nicht mal ein Hersteller drauf. Eine Recherche anhand der aufgedruckten Nummern auf der Karte ergab jedoch, dass es sich um einen ISA-Controller handelt. Hier ist ein Bild von der Karte:

<img src="https://a.allegroimg.com/s1024/0c3188/6 ... 4d6d7c1203" alt="ISA kontroler EICI0253 100% OK EfB - 7511308332 - oficjalne archiwum Allegro"/>

Kann ich diese Karte einfach reinstecken und es funktioniert dann?
Es ist eher unwahrscheinlich, dass in dem 386-Computer eine CD-Schnittstellenkarte für das Mitsumi-Laufwerk eingebaut wurde, wenn das Mitsumi-Laufwerk an der Soundkarte angeschlossen war. Die Soundkarte enthält dann alles, was zum Ansprechen des CD-Laufwerks benötigt wird. Die Karte, die Du zeigst, ist zum Anschluss externer Hardware gedacht. Auf der Karte sind 64 Kilobyte speicher, ein paar digitale Verstärkerchips für die Daten- und Adressleitungen des ISA-Bus und der eine Controller-Chip in der Mitte drauf. Meine erste Mutmaßung zu dieser Karte wäre, dass es eine Controllerkarte für einen externen Handscanner ist. Für das CD-Laufwerk bringt sie Dir sicher nichts, denn wie Du selbst gemerkt hast, kannst Du das CD-Laufwerk nicht an eine IDE-Schnittstellenkarte anschließen, sondern du brauchst eine Karte mit einem 40-poligen Anschluss für Mitsumi-Laufwerke.

Bild
Ein Bild von Deinem CD-Laufwerk und der zugehörigen Controller-Karte. Statt dieser Controller-Karte kannst Du auch (wie es im 386-Computer der Fall war) eine Mitsumi-kompatible Soundkarte verwenden.
Zuletzt geändert von mkarcher am Fr 11. Sep 2020, 08:26, insgesamt 1-mal geändert.
ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Jetzt ist mir einiges klarer.

Trotzdem hat sich das für heute erstmal erledigt: Ich habe das Mitsumi-Laufwerk gegen ein IDE-Laufwerk getauscht. Dort ist auch ein Jumper vorhanden, der auf Slave gestellt ist und es steht IDE drauf. Ich habe dieses Laufwerk zwischen Festplatte und Controller gehängt, ansonsten alles wie vorher belassen (5,25-Zoll-Laufwerk an die Mitte des Kabels, das vom Diskettenanschluss des Controllers kommt und ans Ende das 3,5-Zoll-Laufwerk) - und als ich den PC eingeschaltet habe, leuchtete nur ganz kurz die Anzeige auf, er ging aber nicht an. Nur vom Netzteil war ein leises Surren zu hören. Ich habe ihn anschließend wieder ausgeschaltet und alle Anschlüsse überprüft. Ist alles korrekt angeschlossen gewesen, kein Stecker locker oder so. Jetzt scheint das Netzteil defekt zu sein... Hab es ausgebaut, ebenso das Netzteil vom alten PC. Allerdings mag ich jetzt nicht mehr. Hab schon Schwielen an den Händen vom vielen Geschraube. Werde mich morgen nochmal ransetzen und es mit dem anderen Netzteil probieren. Hoffentlich klappt's... Ich werde doch wohl nichts falsch gemacht haben?
mkarcher
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von mkarcher »

ChrischChrasch hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 02:10 Ich habe das Mitsumi-Laufwerk gegen ein IDE-Laufwerk getauscht. Dort ist auch ein Jumper vorhanden, der auf Slave gestellt ist und es steht IDE drauf. Ich habe dieses Laufwerk zwischen Festplatte und Controller gehängt, ansonsten alles wie vorher belassen (5,25-Zoll-Laufwerk an die Mitte des Kabels, das vom Diskettenanschluss des Controllers kommt und ans Ende das 3,5-Zoll-Laufwerk)
Soweit klingt das alles richtig. Der Jumper auf der Festplatte sollte dann auf "Master (with slave)" und nicht auf "Single Drive" stehen.
ChrischChrasch hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 02:10 und als ich den PC eingeschaltet habe, leuchtete nur ganz kurz die Anzeige auf, er ging aber nicht an. Nur vom Netzteil war ein leises Surren zu hören.
Surren vom Netzteil klingt nach einem Kurzschluss. Da die Anzeigen an der 5V-Leitung hängen, ist entweder der Kurzschluss erst kurz nach dem Einschalten entstanden, oder der Kurzschluss ist nicht auf der 5V-Leitung (sondern dann auf der 12V-Leitung). Wenn Du ein Multimeter hast, prüfe im Wiederstandsbereich / Durchgangsprüferbereich, ob 5V oder 12V kurz sind.

Das letzte, was Du eingebaut hast, ist das CD-Laufwerk. Deshalb wäre mein nächster Schritt in dieser Situation, zunächst den Stromstecker vom CD-Laufwerk abzuziehen, und zu schauen, ob dann der Computer wieder eingeschaltet werden kann. Wenn ja, ist das CD-Laufwerk defekt. Erst wenn der Computer ohne CD-Laufwerk auch nicht funktioniert, würde ich über einen Netzteilwechsel nachdenken.
ChrischChrasch hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 02:10 Ich werde doch wohl nichts falsch gemacht haben?
So wie Du es erzählst, hast Du alles so gemacht, wie es sich gehört. Bei Retro-Hardware kommen Defekte (auch mit Kurzschluss) immer wieder mal vor, das gehört da mit dazu.

Wichtig ist dennoch, dass der Stromstecker auf Festplatten, CD-Laufwerken und Diskettenlaufwerken nicht verdreht eingesetzt wird. Insbesondere bei 3,5"-Laufwerken besteht auch die Gefahr, den Stecker um einen Pin versetzt aufzusetzen. Ein verdreht eingesetzter Stromstecker führt in der Regel zur Zerstörung des Laufwerks, das falsch angeschlossen wurde, häufig mit Kurzschluss. Eine Reparatur des defekten Laufwerks ist in diesem Fall in der Regel sehr aufwändig und damit unwirtschaftlich. Ein verschoben (nicht verdreht!) auf ein 3,5"-Laufwerk gesteckter Stromstecker (kommt schneller vor, als man denkt) führt direkt am Stecker zum Kurzschluss und verursacht in der Regel keine bleibenden Schäden.
ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

Vielen Dank für die Erklärung.

Einen Multimeter habe ich leider nicht.

Ich habe das Netzteil gestern abend schon ausgebaut und bin dabei das neue einzubauen. Allerdings fehlt am neuen Netzteil das Kabel, dass man für die MHz-Anzeige benötigt. Sieht dann zwar ein bisschen doof aus,weil die Anzeige fehlt, ist aber kein Weltuntergang.

Ich habe das alte Netzteil aufgeschraubt und dabei ist mir aufgefallen, dass da so eine beige Masse an diesen tonnenförmigen Bauteilen (Batterien?) klebt. Ist das irgendeine Verklebung oder kann es sein, dass da was ausgelaufen ist? Sieht jedenfalls so aus. Werde heute abend mal ein Foto davon machen.

Ich werde nach dem Einbau des Netzteils das CD-ROM-Laufwerk vor dem Test sicherheitshalber nochmal abstöpseln. Wenn dann alles funktioniert, werde ich es wieder anschließen und schauen, ob es dann immer noch funktioniert. Falls nicht, ist es dann wahrscheinlich wirklich das CD-ROM-Laufwerk.

Ein Verdrehen der Kabel ist unmöglich, da die Bauweise der Stecker dies verhindert. Beim 3,5"-Laufwerk habe ich an sich ebenfalls auf den korrekten Anschluss geachtet. Ich werde aber nachher nochmal prüfen, ob der Stecker nicht doch verschoben ist.

Viele Grüße,

ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

So. Hab jetzt das neue Netzteil eingebaut, lag tatsächlich daran. Jetzt lässt sich der Computer wieder einschalten.

Allerdings zeigt er wieder den HDD Controller Failure an und wir wären wieder am Anfang. Das CD-ROM-Laufwerk hat zumindest schon mal Strom, die Lade lässt sich öffnen. Die Festplatte wird auch im Auto Detect im BIOS erkannt. Die Festplatte hängt am Ende des IDE-Kabels und ist auf Master gejumpert. Das CD-ROM-Laufwerk hängt dazwischen und ist auf Slave gejumpert. Woran kann es denn jetzt noch liegen?

Viele Grüße,

ChrischChrasch
ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von ChrischChrasch »

Ich habe eben nochmal ein bisschen recherchiert und gegrübelt. Die verbaute Controller-Karte ist eine UMC UM82C863F. Wenn ich das richtig verstanden habe, liegt es gar nicht an der Jumper-Einstellung der Festplatte, sondern daran, dass die Controller-Karte zwar einen IDE-Anschluss für bis zu zwei Festplatten hat, aber ein Floppy-Controller ist und ich somit gar kein CD-ROM-Laufwerk daran anschließen kann. Das würde zumindest erklären, warum das BIOS die Festplatte nicht erkennt, sobald ich ein CD-ROM dazwischen hänge. Liege ich damit richtig?

Wenn dem so ist, werde ich das CD-ROM-Laufwerk wieder ausbauen, da ich es eigentlich nur für ein Spiel benötige, welches auf CD-ROM vorliegt und auf dem 386er nicht mehr läuft. Da das Spiel aber nicht direkt von CD-ROM gespielt wird, sondern auf der Festplatte installiert wird, werde ich diese wieder in den alten Rechner setzen und das Spiel von dort aus auf der Festplatte installieren. Und für die Spiele, die direkt von CD-ROM gespielt werden, werde ich mir diese Mitsumi-Controller-Karte kaufen müssen.

Viele Grüße,

ChrischChrasch
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Re: HDD Controller Failure

Beitrag von mkarcher »

ChrischChrasch hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 22:14 Ich habe eben nochmal ein bisschen recherchiert und gegrübelt. Die verbaute Controller-Karte ist eine UMC UM82C863F. Wenn ich das richtig verstanden habe, liegt es gar nicht an der Jumper-Einstellung der Festplatte, sondern daran, dass die Controller-Karte zwar einen IDE-Anschluss für bis zu zwei Festplatten hat, aber ein Floppy-Controller ist und ich somit gar kein CD-ROM-Laufwerk daran anschließen kann. Das würde zumindest erklären, warum das BIOS die Festplatte nicht erkennt, sobald ich ein CD-ROM dazwischen hänge. Liege ich damit richtig?
Nein, so kannst Du da das nicht sehen. Die Controller-Karte besteht aus mehreren Teilen, unter anderem einen Floppy-Controller, der mit dem schmaleren 34-Pin-Anschluss verbunden ist, und zum anderen aus einer IDE-Schnittstelle. Der IDE-Anteil der Controller-Karte mit dem UMC-Chip kümmert sich nicht darum, welche Art von Kommandos und Daten zwischen dem Prozessor und dem Laufwerk (Festplatte oder CD-Laufwerk) ausgetauscht werden, er leitet passend addressierte Zugriffe einfach stumpfsinnig durch. Daher kommt auch der Name IDE für "integrated drive electronics", bei der die gesamte Verarbeitung der Lese- und Schreib-Operationen durch Elektronik, die im Drive (HDD, CD) integriert ist, durchgeführt wird, und die sogenannte Controller-Karte gar nichts selbst controllen muss.

Daher kann es "eigentlich" keinen Unterschied machen, ob an der Karte ein Platte, ein CD-Laufwerk oder beides angeschlossen ist. Der Controller, den das BIOS mit "HDD Controller Failure" meint, sitzt eben nicht auf der UMC-Karte, sondern in der Festplatte selbst.

Daher sollte Deine Systemkonfiguration mit der Festplatte als Master und dem CD-Laufwerk als Slave eigentlich problemlos funktionieren. Allerdings machen ältere IDE-Festplatten (und eine 250MB-IDE-Platte würde ich schon als "älter" bezeichnen) machmal seltsame Zicken, mit denen nicht jedes BIOS klarkommt. Falls Du es noch nicht probiert hast, ermuntere ich dich explizit dazu, mal zu probieren, was passiert, wenn Du die Festplatte auf "single drive" und das CD-Laufwerk weiterhin auf Slave jumperst. Möglicherweise vertragen sich Dein BIOS und die Festplatte in der "master"-Konfiguration einfach nicht richtig. Das schlimmste, was bei dem Experiment passieren kann, ist ein Boot-Fehler mit der Meldung "HDD controller failure", weder das CD-Laufwerk noch die Festplatte sollten bleibenden Schaden nehmen können.
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