BIOS-Batterie wechseln

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Keen91
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BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Keen91 »

Heyho ^^

Ich habe schon öfters gelesen, dass ausgelaufene Batterien oft ein Grund für einen Defekt am Mainboard sind.

Nun frage ich mich, ob es aus Sicherheitsgründen sinnvoll wäre, die über 20 Jahre alte Batterie in meinem 486er mal zu wechseln (funktionieren tut sie noch). Es ist eine Kopfzelle, die sich glaube ich relativ einfach wechseln lässt. Oder wird das erst gefährlich, sobald die Batterie leer ist?

Würde, sobald die Batterie leer ist, überhaupt direkt eine Fehlermeldung beim Hochfahren erscheinen, oder würden die Einstellungen noch durch den Reststrom durch das Netzteil z.B. gespeichert sein? Sodass man gar nicht mitbekommt, wenn sie leer ist?


Grüße
Keen91 :keen:
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Shockwav3
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Shockwav3 »

Knopfzellen sind recht unbedenklich, es sind eher diese "Tonnenakkus" die zum auslaufen neigen.
Bild von so einem hier: http://abload.de/img/80386_041myye.jpg

Wenn die Batterie leer ist (bis dahin solltens dann nochmal mindestens 3-4 Jahre sein bis die ausläuft - wenn überhaupt) meldet sich auf jeden Fall vorher das BIOS, dass die Einstellungen nicht stimmen und die Uhrzeit falsch ist. Ich hatte zuletzt 'nen Patienten hier bei dem war die Batterie schon über 10 Jahre leer, ausgelaufen war da noch nichts.

Allerdings naja, so eine CR2032 Knopfzelle kostet 0,50€ - so ein Mainboard in jedem Fall bedeutend mehr, von daher wirds in keinem Fall schaden die Batterie jetzt schon zu tauschen, wenn absehbar ist, dass diese es nicht mehr lange macht (20 Jahre sind echt lang).

Das mit'm Reststrom vom Netzteil musst du mir allerdings erklären :) Die Einstellungen werden nämlich gänzlich separat vom Netzteil gespeichert - und wenn das Netzteil aus ist (zumindest die AT Netzteile), fließt eh kein Strom mehr.


Lass dir keine Panik machen - grade im Amiga-Bereich wird das aktuell echt gerne gemacht, wenn auch dort in geringem Maße zurecht (weil dort eben serienmäßig solche Tonnenakkus verbaut sind - die schon so manchen Rechner das Leben gekostet haben).
Hauptsystem: Asus VL/I-486SV2GX4, DX2 @ 66MHz, 1MB L2 Cache, 64MB RAM, 1GB CF HDD, Cirrus Logic 5428 VLB, ARGUS Prototype Rev. 02 #0, umschaltbarer Covox/DSS-DAC, 2x LPT, DOS 6.22 + Win 3.11
Keen91
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Keen91 »

Danke für deine ausführliche Antwort :) Dann lass ich das erst mal so!
Shockwav3 hat geschrieben: Das mit'm Reststrom vom Netzteil musst du mir allerdings erklären :) Die Einstellungen werden nämlich gänzlich separat vom Netzteil gespeichert - und wenn das Netzteil aus ist (zumindest die AT Netzteile), fließt eh kein Strom mehr.
War eine Vermutung aufgrund eines anderen Rechners. Habe hier einen Rechner von ca. 1998, einen Pentium Celeron mit 400 MHz. Da wurde die Batterie schon mal gewechselt, soweit ich weiß. Aber diese scheint irgendwie nicht so richtig zu funktionieren.

Wenn der Rechner mal mehrere Wochen/Monate aus ist, also Netzkabel abgesteckt und Netzteil ausgeschaltet, kommt jedes Mal eine Fehlermeldung beim Hochfahren, und die Standardeinstellungen des BIOS werden geladen, die Uhrzeit ist z.B. dann auch jedes Mal weg.

Wenn ich den Rechner nur ein paar Tage nicht benutze und das Netzkabel auch angeschlossen ist, fährt er ohne Probleme hoch.

Daher bin ich auf die "Reststrom" Idee gekommen, ohne zu wissen, ob die Stromkreise überhaupt miteinander zu tun haben.

Gruß
Keen91 :keen:
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nicetux
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von nicetux »

Wenn die Biosstütze beim Celeron nach einigen Wochen schon leer ist stimmt was nicht. Dann zieht irgenetwas die CR2032 zu schnell leer. Es gab da durchaus Mainboards mit diesem Fehler.

Das ATX Netzteil hat nach dem ausschalten und trennen vom Netz schon noch Saft in den Kondensatoren, das entlädt sich aber auch nach einer Weile.

Ich habe schon Rechner gehabt, die länger als fünf Jahre nicht mehr liefen und die Knopfzelle war noch immer gut.
.....
Keen91
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Keen91 »

Jip, der alte 486er läuft mit der Batterie auch noch, obwohl der bestimmt 10 Jahre so auf dem Dachboden stand.

Was mich wundert ist, dass der Fehler eben erst nach längerer, unbenutzter Zeit auftritt. Wenn ich den Rechner nur ein paar Tage aus habe, funktioniert alles einwandfrei.
Keen91
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Keen91 »

Habe die Batterie jetzt herausgenommen. Zuerst kam eine Fehlermeldung und die BIOS-Einstellungen wurden zurückgesetzt.

Dann habe ich den Rechner ausgemacht und nach 3 Stunden fährt er problemlos ohne Fehler hoch. Mal abwarten, in welchen Zeitabständen das ohne Batterie funktioniert.
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MSDOS622
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von MSDOS622 »

Keen91 hat geschrieben:Habe die Batterie jetzt herausgenommen. Zuerst kam eine Fehlermeldung und die BIOS-Einstellungen wurden zurückgesetzt.

Dann habe ich den Rechner ausgemacht und nach 3 Stunden fährt er problemlos ohne Fehler hoch. Mal abwarten, in welchen Zeitabständen das ohne Batterie funktioniert.

Solange der Kasten am Netz hängt, sollten die Einstellungen erhalten bleiben, wenn das Netzteil keine Macke hat.
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Keen91 »

Genau daher ja die Frage: Merke ich es, wenn die Batterie den Geist aufgibt, solange der Rechner am Netz hängt?

Vermutlich nicht, oder?
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nicetux
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von nicetux »

Nein, das merkst du nicht. Um sicher zu gehen wenn die Kisten länger stehen nimm ich eine neue Knopfzelle. Dann kann der Rechner auch mal einige Monate unbenutzt stehen. In der Regel wechsle ich so alle zwei bis drei Jahre die Knopfzelle aus. Ich schreibe mir dann mit einem dünnen Edding auf die Zelle Monat und Jahr drauf in dem ich die eingesetzt habe. So habe ich immer den Überblick und Systeme die gleich hochfahren.

Meine Feststellung war, die paar Cent für Markenzellen lohnen sich. Die Billigzellen halten nicht lange durch. Welche ich auch empfehlen kann, sind die von IKEA (Sorry, Schleichwerbung ;-) ), gibt es dort an den KAssen im 10er Streifen.
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Keen91 »

Hehe ok! ^^

Ich denke ich werde den Rechner jetzt einfach ohne lassen, habe im BIOS eh nichts eingestellt!

Bei dem ganz alten 486er werde ich sie dann demnächst mal wechseln!
Pommes1983
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Pommes1983 »

Ich erlebe oft, dass CR2032 bei falschem Einbau nach einigen Wochen leer sind. Häufigste Ursache dafür sind Fingergrabbelkurzschlüsse an der Batterie. Das passiert wenn man + und - gleichzeitig mit dem Finger berührt und so einen Fingerabdruck zwischen den Kontakten erzeugt über dem bis zu 1mA Strom fließen kann was so einen Akku sehr schnell entleert.
Ich kenne das aus meiner Branche (Bin Uhrmacher), dort gelten diese Batterien als 10-Jahres-Batterie, die bei korrektem Einbau auch so lange halten, wenn die Hardware in Ordnung ist.
Ein anderes Beispiel für zu schnelle Entladung ist eine Überlagerung der Batterie. Alle Batterien haben entweder auf der Verpackung oder Batterie selbst. Häufig erleiden Batterien auch durch fehlende Verpackung beim Transport einen direkten Kurzschluss und sind selbstverständlich sofort leer, raffen sich kurz wieder auf und sind nach einpaar Tagen völlig platt.
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nicetux
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von nicetux »

Deswegen fasse ich Batterien nicht mit Fettfingern an sondern nehme einen Handschuh. Bisher hatte ich noch keine Probleme mit den von mir eingesetzten Knopfzellen. Die hielten bisher alle um zwei bis drei Jahre.
.....
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abnoname
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von abnoname »

Shockwav3 hat geschrieben:Knopfzellen sind recht unbedenklich, es sind eher diese "Tonnenakkus" die zum auslaufen neigen.
Bild von so einem hier: http://abload.de/img/80386_041myye.jpg
Brrrrr, Alptraum :ugeek:
Mein Blog zu historischer Rechentechnik: http://abnoname.blogspot.de, http://www.engineering-jena.de
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matze79
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von matze79 »

Der Amiga 500 Plus hat da recht Spass gemacht, ganze Leitungen weggeaetzt..
Musste alles mit Schaltdraht neu verkabeln rund um den Akku :)
https://dosreloaded.de - Die Deutsche Community rund um DOS/9x und Co
https://www.retroianer.de
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Shockwav3
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Re: BIOS-Batterie wechseln

Beitrag von Shockwav3 »

Beim Amiga und PC geht's ja meistens noch - aber z.B. beim Acorn Archimedes hilft meist nur noch die Flex

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... in_PCB.jpg
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