Pentium-CPU passiv kühlen

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Locutus
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Pentium-CPU passiv kühlen

Beitrag von Locutus »

Hallo Leute,

hat von Euch schon jemand Erfahrungen gemacht mit passiv gekühlten Pentium-CPUs?

Ich habe in meinem DOS-System eine Pentium-S-CPU mit 200 MHz (P54C, also kein MMX). Diese läuft auch nur bei 133 MHz.

Nun zu meiner Frage: Ist es sicher, den CPU-Lüfter abzunehmen, wenn z.B. ein Luftstrom durch's Gehäuse gewährleistet ist per 80x80cm Gehäuselüfter in Nähe der CPU?

Das würde nämlich den Geräuschpegel drastisch senken.

Bis wieviel Grad darf sich so ein Pentium wohl erhitzen bis es kritisch wird?

Gruß,
Christoph
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CptKlotz
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Beitrag von CptKlotz »

Nun zu meiner Frage: Ist es sicher, den CPU-Lüfter abzunehmen, wenn z.B. ein Luftstrom durch's Gehäuse gewährleistet ist per 80x80cm Gehäuselüfter in Nähe der CPU?
[Ironie]80cm-Lüfter? Ich hatte Deine DOS-Kiste kleiner in Erinnerung :-) [/Ironie]

Also meines Erachtens kann es sogar sein, daß der 80er-Gehäuselüfter allein schon mehr Luft im Bereich der CPU verschiebt, als es dieses kleine Windrädchen auf dem Kühler tut.
Bei manchen von diesen Winz-Lüftern habe ich das Gefühl, daß die eher eine Alibi-Funktion haben.

Wenn dem nicht so ist, könnte man ja auch versuchen, einen weiteren großen Lüfter in der Nähe der CPU zu befestigen. Das sollte dann immer noch leiser sein - bei besserem Kühleffekt. Bei diesen Mini-Lüftern steht ja Krach und Luftverschiebung in keinem Verhältnis :-)

Evtl. reicht's ja bei einem 80er-Lüfter auf oder sehr nah an der CPU auch, wenn man den an die 5V-Schiene klemmt und damit langsamer laufen läßt. Dann müßte man nur sicherstellen, daß der nicht stehen bleibt oder gar nicht erst anläuft.
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SharpClaw
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Beitrag von SharpClaw »

hawooo!! ^^

Also eigendlich produzieren die alten Chips relativ wenig Abhitze, zumal wenn sie untertaktet sind ;) Theoretisch sollte es auch ausreichen, bei einem etwas größerem Kühlkörper), daß man das ganze System kühlerlos laufen lassen kann.

Man sollte es vielleicht einmal ausprobieren. Zur Sicherheit ein Autothermometer an den Kühlkörper kleben und beobachten...
Doch bräucht' es ganze Scharen Von Zauberern, und Zeit
Das Schöne zu bewahren Und die Gerechtigkeit.

Nun will ich nicht mehr weinen. Komm, führ mich in dein Land!
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Lode
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Beitrag von Lode »

Also mein 233Mhz MMX hat immer mal einen Fast-Lüfterausfall knarzt ziemlich laut, weil er nicht auf Touren kommt. Hab das ne ganze Weile nicht mitbekommen aber abgeraucht ist er bisher noch nicht. Unter ihm ist bloß ein kleiner aber feinrippiger Kühlkörper. Ob es wegen der Temperatur Performanceverlust gibt, hab ich nicht weiter getestet, aber wenn dies eintritt dann wird es langsam kritisch. Weiß nicht ob dirs hilft, hab keine Ahnung ob die MMXer kühler waren.

Ich hab hier noch einen 100Mhz-Rechner. Dachte er wäre komplett passiv gekühlt. Fehlanzeige, aber da ist der Kühlkörper sogar größer.
socialismo o muerte
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Sir Ivanheart
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Beitrag von Sir Ivanheart »

Hatte einen Dell indem ein 200 Mhz Pentium verbaut war. Er lief ohne eigenen aktiven Kühler, aber ein Gehäuselüfter sorgte für genügend Luft. Die genaue Modellbezeichnung weiß ich nicht mehr auswendig.

Greez, Sir Ivanheart
Nur, weil man vor sich eine CPU hat, muß man das Denken nicht
einstellen.
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Dosenware
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Beitrag von Dosenware »

Bis wieviel Grad darf sich so ein Pentium wohl erhitzen bis es kritisch wird?
70°C

Warum senkst du nicht die Spannung, da der Prozessor UC ist, duerfte das sogar recht weit runtergehen.
Bedenke: Die Spannung geht Quadratisch in die Verlustleistung ein P=U²/R

kannst du recht schoen Nachrechnen:

P133 (P54C), P=11,2W, U=3,3V
-> R= U²/P = 0,97 V/A

bei U=3V ergibt sich ein P von 8,8W

@Lode

Thermal Throttling gibts erst ab dem P4
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5u3
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Beitrag von 5u3 »

Mit einem anständigen Kühlkörper sollte das eigentlich kein Problem sein. Bei mir läuft auch ein K6-3+ 450 und ein P3-600 ohne Prozessorlüfter.

Meine Empfehlung sind Alu-Kühlkörper aus der AthlonXP-Ära. Die passen zwar wegen ihrer Breite meist nicht auf alte Socket 5/7-Boards, lassen sich aber recht problemlos auf die passende Größe zurechtschneiden. Selbst mit der Grundfläche des CPU-Sockels alleine haben die Dinger genug Reserven.
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Dark_Lord
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Beitrag von Dark_Lord »

Passiv gekühlte Pentiums habe ich häufig gesehen.

Vor allem in Desktop-PCs wie HP.

Dort war das meist so gelöst, dass die Luft durch einen Kunststoff-Lufttunnel gezielt zum Gehäuselüfter geleitet wurde. Also halbaktiv gekühlt, der Lüfter war halt weiter hinten.

Tip: Alte (also noch etwas kleinere) Sockel A Kühler passen auf den Sockel 7. Ich hab damals mit einem Sockel A Vollkupfer-Kühler einen K6-2 450 stabil auf 600 laufen gehabt, und der Kühler war auch noch so flach, dass ich die Fast AV-Master (Videokarte, hinten etwas ausgeschnitten damit sie über den Lüfter passt, aber eher für so 486-Kühler dimensioniert) darüber bekommen habe. Auf einem K6-2 400 hatte ich als der Sockel 7 Lüfter den Geist aufgegeben hat einen Riesen Trümmer von Thermaltake montiert, allerdings musste ich bei diesem den Klemmbügel gegen den alten vom Sockel 7 Kühler austauschen.

Die Kühlrippen eines Sockel A Kühlers sollten bei gutem Luftstrom im Gehäuse locker genug Kühlleistung haben. Hat dein Board schon eine Temperaturdiode (kam glaub ich mit dem 430HX auf oder hatte der Triton alias 430FX das auch schon)? Im BIOS läuft die CPU ja unter Volllast weil kein HLT-Signal geschickt wird, das heißt eine Stunde BIOS ist Belastung pur und sollte es samt der im BIOS ausgelesenen Temperatur auf den Punkt bringen ob die Kühlung reicht.
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Locutus
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Beitrag von Locutus »

Hallo und danke für Eure Tipps.
CptKlotz hat geschrieben:[Ironie]80cm-Lüfter? Ich hatte Deine DOS-Kiste kleiner in Erinnerung :-)[/Ironie]
Ich meinte natürlich 80mm. ;-)

Wenn man der Temperaturdiode trauen darf, erreicht die CPU im BIOS jetzt schon um die 62°C obwohl im Moment noch ein aktiver Sockel-7-Lüfter mit Wärmeleitpad drauf prangt.

@Dosenware:

In der Anleitung des Mainboards (ASUS TX97) steht, daß für den P54C 3,5 V eingestellt werden müssen. Das ist die höchste Einstellung. Es geht runter bis 2,5 V. Wie kann ich feststellen, welche Spannung die richtige ist? Wie spielen Spannung und Taktung überhaupt zusammen und haben niedrigere Betriebsspannungen Einfluß auf Performance oder Stabilität?

Gruß,
Christoph
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Dark_Lord
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Beitrag von Dark_Lord »

Die Betriebsspannung sollte zur CPU passend gewählt werden. Datenblätter von Intel geben Aufschluss welche stimmt, manchmal stehts auch auf der CPU, aber ich denke die Anleitung hat Recht.

Die Spannung wurde später mit neuen Fertigungstechnologien und höheren Spannungen gesenkt um die Abwärme zu reduzieren. Eine CPU für 3.5V läuft vielleicht noch mit 3.3V etwas kühler, aber möglicherweise nicht mehr stabil weil die Spannung nicht reicht, mit 2.5V läuft sie wohl nicht mehr an.

Moderne CPUs mit niedrigen Core-Spannungen konnte man zum Übertakten um 0.1 bis 0.2V höher drehen weil sie dann stabiler liefen, mehr sollte man aber auch nicht tun weil dann erst die Wärmeentwicklung exorbitant höher wurde und irgendwann brannte einfach alles durch. meinen K6-III+ 450@600 hab ich damals mit 0.15V mehr Core-Spannung betrieben.
elianda
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Beitrag von elianda »

schaust Du z.B. hier: http://www.cpu-collection.de/?tn=0&l0=c ... entium+MMX

Da steht immer Core / I/O Voltage.
Wie Underclocken mit Undervolten korreliert muss man einfach ausprobieren. Man bekommt sie dadurch aber schon kuehler als im Standardbetrieb.
Ganz grob laufen die MMX mit 2.8 , die Mobile mit 2.9 und die ohne MMX mit 3.3 bis 3.5 V.
(ohne die Sockel 4, 5V)
Da koennte man probieren mit einem MMX zu starten.
Die Thermal Design Power kann man bei http://www.sandpile.org/impl/p55.htm finden.
bzw. http://www.sandpile.org/impl/p54.htm

Man sieht da schon deutlich, dass es sowieso fraglich ist, wenn du einen P200 auf 133 MHz betreibst, ob du unter die 4.3 W des P133 kommst. Da koennte man schauen ob man direkt einen P133 verbaut und nur versucht den mit geringerer Spannung zu betreiben.

Ansonsten waere wohl ein Tillamook sehr gut geeignet.
Diverse Retro-Computer vorhanden.
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Locutus
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Beitrag von Locutus »

@elianda:

http://www.cpu-collection.de hat wirklich ein paar hilfreiche Informationen. Mein Prozessor ist folgender:

http://www.cpu-collection.de/?tn=0&l0=c ... FV80502200

Ich habe einfach mal 2,5 V eingestellt per Jumper, das niedrigeste was das Board hergibt. Im BIOS wird mir für VCORE jetzt 2,7 V [Err] angezeigt. Scheint aber trotzdem zu laufen, der Rechner.

An der Temperatur tut sich allerdings nicht viel. Die pendelt sich nach wie vor bei offenem Gehäuse und aktivem Kühler bei 60 °C ein. Selbst heute morgen zeigte das BIOS schon 58 °C kurz nach dem Einschalten an. Ich glaube, der Anzeige kann man nicht trauen. Erscheint mir viel zu hoch.

Ein Tillamook scheint mit 2,0 V zu laufen. Bist Du sicher, daß die Dinger im TX97 überhaupt funktionieren? In der Anleitung werden sie nicht erwähnt. Ob das BIOS die überhaupt erkennt oder unterscheiden die sich logisch nicht von Desktop-P55C?

Gruß,
Christoph
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Dosenware
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Beitrag von Dosenware »

Locutus hat geschrieben: Wärmeleitpad

tausch das mal gegen WLP aus, die alten Pads waren eher Isolationsmatten
Wie kann ich feststellen, welche Spannung die richtige ist?
ausprobieren
Wie spielen Spannung und Taktung überhaupt zusammen und haben niedrigere Betriebsspannungen Einfluß auf Performance oder Stabilität?
eine hoehere Spannung erlaubt schnellere Schaltzeiten, die Spannung muss also hoch genug sein, damit alle Elemente des Prozessors die noetigen Schaltzeiten erreichen.

deshalb wird bei OC die Spannung gerne hochgeschraubt, weil der Prozessor dadurch
a) wieder richtig rechnet
b) etwas hoeher getaktet werden kann

(deshalb wechseln aktuelle Prozessoren auch immer zwischen verschiedenen Versorgungsspannungen, wenn sie ihren Takt mittels Power Now! oder Speed Step veraendern)

Als stabilitaetstest solltest du z.b. Prime, oder ein Packprogramm mit ueberpruefung laufen lassen. (erhoeht die Stromaufnahme und testet den Prozessor zugleich)
Auf den Temperatursensor wuerde ich dabei nicht viel Wert legen, die lieferten seinerzeit bestenfalls Schaetzwerte...

Die Tillamooks waren Notebookprozessoren, wirst du also recht selten finden - falls es die Dinger ueberhaupt im Standard So7 gab.

@elianda

ein P54C 200 und ein P54C 133 unterscheiden sich intern nicht, bei gleicher Taktfrequenz und gleicher Spannung nehmen sie gleich viel Strom auf.

Das die Stromaufnahme mit der Frequenz steigt haengt damit zusammen, dass mehr schaltvorgaenge pro Sekunde stattfinden - damit verhaelt sich der Prozessor kapazitiv XC=1/(2*Pi*f)
elianda
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Beitrag von elianda »

ein P54C 200 und ein P54C 133 unterscheiden sich intern nicht, bei gleicher Taktfrequenz und gleicher Spannung nehmen sie gleich viel Strom auf.

Das die Stromaufnahme mit der Frequenz steigt haengt damit zusammen, dass mehr schaltvorgaenge pro Sekunde stattfinden - damit verhaelt sich der Prozessor kapazitiv XC=1/(2*Pi*f)
Das ist mir klar, jedoch meine ich etwas anderes:
Die Prozessoren kommen aus der gleichen Fertigung und werden von Intel geprueft und einem Rating unterzogen. Der Grund ist, dass es bei der gleichen Fertigung trotzdem eine gewisse Varianz gibt und damit die endgueltigen Prozessoren nicht identisch gleiche Eigenschaften haben.
Typischerweise werden da zwei wichtige Sachen geprueft
- bis zu welchem Takt rechnet er noch korrekt / laeuft an.
- wie hoch ist der Stromverbrauch bei einem bestimmten Takt.

Im einfachsten Fall kann man sich vorstellen, dass die Maskenjustierung in Bezug zur Dieposition mit Anzahl der Belichtungen sich verschiebt. Damit ist der Chip nicht gleich defekt, nur schieben sich die elektrischen Eigenschaften mit.

Als Endkunde hat man dann einen gleichen Chip, der eine ist fuer 200 MHz gerated und der andere fuer 133 MHz und oftmals laufen die fuer 133 MHz nicht auf 200 MHz oder sie werden dabei heisser als einer, der fuer 200 MHz gerated ist.

Man kann davon ausgehen, dass die TDP Werte nur Referenzwerte sind, die aus der Pruefung von Intel stammen und trotzdem koennen einzelne Chips variieren.

Das einzige was man da aussagen kann, dass sich Chips derselben Charge mit aufeinanderfolgenden Seriennummern aehnlich verhalten werden.
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Odin
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Beitrag von Odin »

TDP-Werte sind normalerweise die absoluten Maximalwerte, die man nur im unrealistischen Szenario der maximalen Auslastung erreichen kann. Eine 100%-CPU-Auslastung sagt recht wenig über den aktuellen Energiebedarf aus, da das davon abhängt, was genau der Prozessor gerade macht. Dazu kommt, wie bereits gesagt wurde, dass es fertigungsbedingte Unterschiede in der Abwärme gibt.

Von daher liegen die Werte in der Praxis eher unter der TDP-Angabe.
"640k ought to be enough for anybody." - Bill Gates (1981)
"Windows 95 needs at least 8MB RAM." - Bill Gates (1996)
... also braucht niemand Windows 95 !!!
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