VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

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VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

Beitragvon S+M » So 3. Jun 2018, 19:49

Da hier schon mehrfach über SATA-Controller diskutiert wurde, aber kaum über den VT6421, hole ich das hier mal nach ;-)

Aus gegebenem Anlass: Immer zu wenig PCI-Slots, wurde folgende Karte geordert (EEPROM nachträglich gesockelt):
IMG_20180603_133424.jpg
IMG_20180603_133424.jpg (59.88 KiB) 286 mal betrachtet

Chipsatz: VT6421A + VT6214L. Der VT6421A stellt IDE und Sata zur Verfügung.

Bei VT6421 Karten gibt es leider gleich mehrere Dinge zu beachten:
1. Ihr solltet eine Karte der 2. Revision haben. Leider kann ich euch aber nicht sagen, woran ihr das erkennt (womöglich am A?). Fakt ist, hier ist vermutlich der gleiche Sata-Kontroller wie in der Southbridge 8237 verbaut (Treiber ist auch explizit für beide!) und dieser ist leider in den ersten Revisionen 8237(R+) verbuggt und erkennt damit keine Sata2 Geräte (hängt sich auf oder erkennt gar nichts). Vermutlich haben seit ~2006 alle produzierten ICs den Fehler nicht mehr, denn da kam die fehlerbereinigte Southbridge 8237A. (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/VIA_Southbridges).

2. Die meisten Karten (insbesondere die Neueren) sind leider nicht bootfähig.
Lasst euch von einem EEPROM-IC auf der Karte nicht täuschen! Häufig ist dort ein falscher verbaut, sodass es nicht funktioniert.

Zum Hintergrund: Der VT6421 unterstützt ausschließlich LPC-EEPROM. LPC ist eine EEPROM-Schnittstelle, die wohl seriell funktioniert. Viele Karten haben leider ein EEPROM verbaut, dass LPC nicht unterstützt (fragt mich nicht, welcher Trottel da falsche ICs verbaut, bei mir waren zwei von zwei Karten falsch bestückt).
Im Datenblatt des EEPROM könnt ihr überprüfen, ob der Baustein LPC unterstützt.

Neben einem richtigen EEPROM Baustein müssen auch noch 1-2 Widerstände richtig bestückt sein (abhängig vom Baustein), s. http://www.progtown.com/topic364159-con ... a-p17.html, Post 409.
Glücklicherweise stimmt wenigstens noch das PCB, sodass man die falschen EEPROM durch richtige tauschen kann (s. Karte auf dem Bild).

Alternativ könnt ihr auch ein Option-ROM ins Mainboard-Bios integrieren, damit konnte ich auch meine beiden Karten bootfähig machen.

3. Die Kompatibilität ist leider nicht die Beste, Beispiele:
- WD20EARX 2.0 TB SATA3 funktioniert nicht (auch nicht mit Jumper auf SATA2), macht auch häufiger Probleme
- SAMSUNG 750 EVO 250GB SATA3 funktioniert nicht (macht auch mit anderen Kontrollern Probleme, z.B. Fastrack TX4!)
- Crucial BX100 250 GB SATA3 funktioniert
- Irgendeine WD 500GB SATA2 die hier noch rumlag, funktioniert


Treiber und BIOS für die Karten gibt's hier: http://toastytech.com/files/w95stuff.html, das 4.94+ BIOS funktioniert bei mir leider nicht auf allen Mainboards, das 5.20 hingegen schon.

Welche Gründe sprechen nun trotz der Probleme für eine VT6421-Karte?
-> Support ab win95 (s. Webseite für BIOS und Treiber)
-> Funktioniert auch in win7/8?/10? oder Linux
-> Natürlich funktioniert auch DMA in win9x
-> Zusätzlicher IDE-Port
-> Gibt's auch als Kombi-Karte mit USB, Firewire usw. (den Sil3512 habe ich leider nicht als Kombi gefunden)
-> SATA ist hot-plug fähig (gut für externen Port)

Performance in einem alten 686B-Mainboard mit Crucial BX100:
Bis ~90mb/s (hier limitiert definitiv der PCI-Bus),
Zugriffszeiten <0.5ms
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Re: VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

Beitragvon Mr Vain » Mi 6. Jun 2018, 21:28

das hoert sich ja alles ganz gut an. Welches Mainboard hattest du zum Testen verwendet?

Ich ueberlege, ein VIA MVP3-basiertes SS7 System aufzubauen, wo ich eine 80 GB S-ATA Platte verwenden will. Das Mainboard, was ich hier habe, ist ein Tyan S1598S mit der VIA 686A Southbridge, CPU ist ein AMD K6-III 450.

Da drauf laufen sollen dann:
DOS 6.22 (CF-Karte, evtl am Onboard IDE),
Windows 98 SE,
Windows 2000 Professional

Win98 & Win2000 am liebsten beide auf der S-ATA HDD, dazu muss aber DMA unter Windows 98 laufen. Hab mir schon den entsprechenden Thread durchgelesen
viewtopic.php?t=11609#p81494

Einen Promise Sata 300 TX2 habe ich auch hier, aber da gibts wohl keine Windows 9x Treiber mehr.

Benchmarkrekorde soll das von mir geplante System nicht aufstellen, dafuer umso stabiler und fluessiger laufen :) -> Realistisch?
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Re: VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

Beitragvon S+M » Mi 6. Jun 2018, 22:42

Für einen reinen Sata-Einsatz würde ich einen Sil3512 immer vorziehen, da unproblematischer.

Ist es bei einer 80GB HDD nicht sinnvoller gleich eine mit IDE zu verwenden? Geschwindigkeit dürfte quasi identisch sein, oder ein simpler SATA IDE Adapter?
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Re: VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

Beitragvon Mr Vain » Do 7. Jun 2018, 17:20

hab ja im Moment ne 80 GB IDE Platte (Maxtor DiamondMax Plus 9), aber die is halt doch etwas laut ;) Meine Alternative ist ne Western Digital Caviar SE, die ich 2007 selbst neu gekauft habe, und die is schon leiser als die alte IDE Platte. Zumal mein Tyan Board wohl keinen ATA 100 Onboard Controller haben wird, wie das bisherige 6VTXE Tualatin Board...
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Re: VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

Beitragvon matze79 » Fr 8. Jun 2018, 12:55

Ich empfehle einfach einen IDE Controller wie den Promise Fastrack TX3 zu verwenden.
Und da einfach SATA Bridges dran + Sandforce SSD z.B. (Funzen gut ohne TRIM)

Die VIA Multi Geräte sind zwar lustig aber enorm mies wenn man nur eine begrenzte Anzahl von IRQ's hat.
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Re: VIA VT6421 Sata/IDE-Kontroller (Praxisbericht)

Beitragvon S+M » Sa 9. Jun 2018, 17:33

Naja, wenn man die Peripherie (USB + Sata) sowieso möchte, dann braucht man nun mal die IRQs, ob mit mit zwei Karten oder einer macht dann keinen Unterschied? (Bis auf die Zuweisung durch den Slot)

Die Variante mit IDE -> Sata Adapter werde ich auch nochmals testen. Früher hatte ich da schon mal Probleme
(HDD musste bei Nutzung mit dem Adapter neu formatiert werden -> HDD kann dann ohne Adapter nicht ausgelesen werden?! Wäre störend wenn man simpel Backups aufspielen möchte)

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