Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

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Lutze
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Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon Lutze » So 10. Feb 2019, 00:22

Hallo zusammen,

was war ich enttäuscht, als meine Eltern mir Ende 1991 einen Highscreen 286 16MHz schenkten, anstatt des gewünschten Amiga 500. Die Enttäuschung wich schnell einer Begeisterung und die 40MB (5,14“) Festplatte war dann bald voll.
Das Gefühl nach dem Nachrüsten meiner ersten Steckkarte (Game-Controller), als diese dann auch noch lief, werde ich nie vergessen. Es folgen dann schnell diverse Aufrüstungen und Umrüstungen, die ich mir mit Zeitungen-Austragen und Ferienjobs erarbeitete. Und immer dieses wahnsinnige Gefühl, wenn die neue Hardware dann lief und den erwünschten Effekt brachte.
Ich weiß nicht, ob es an meiner Jugend oder der Zeit lag, aber heute gibt es dieses Gefühl mit neuer Hardware nicht mehr. Vielleicht liegt es daran, dass die Evolution der IT Hardware heute nicht mehr solch große, spürbare Schritte vollzieht oder an meinem Alter …
An diese intensiven Gefühle wollte ich wieder anknüpfen. So fing ich 2006 an meinen ersten Retro-PC zu bauen und aufzurüsten vom 386SX --> 386DX --> 486DX4 --> Pentium MMX --> K6 II. Die Teile bekam ich 2006 dank ebay für sämtlich unter 5€ (zzgl. Versand). Aus Platzmangel „entsorgte“ ich das was ich ausbaute, weil sich für 1…5€ pro Teil der Aufwand nicht lohnte. Heute beiße ich mir in den A… deswegen! Nachdem der PC einigermaßen funktionierte, verschwand er im Keller… bis 2012.
Ich stolperte seinerzeit über Amoretro (super Seite!) und bekam wieder Lust aufs basteln. Der DALLAS bekam eine Knopfzelle auf den Rücken, der K6 II wurde gegen einen K6 III+ (für 12€ inkl. Versand, heute undenkbar), die Matrox Millenium I gegen eine V3 3000 und die AWE32 gegen eine Maestro 32/96 getauscht. Klasse, endlich Glide und keine hängenden Noten bei der GM-Wiedergabe. Nach ein paar Spielchen verschwand das Ding wieder im Keller.
Ende 2018 wollte ich mal nach ihm sehen und freute mich, dass (fast) alles noch funktionierte. Aber irgendwie war es noch nicht perfekt, ich musste nochmal ran. Zunächst musste das Plextor repariert werden, da das Öl in der Mechanik verharzte und daraufhin ein Mitnehmer-Nippel brach. Auch musste ein neues Gehäuse her. Anschließend wurden die Kühlungsschwächen der V3 behoben, eine bessere Festplatte installiert, eine zusätzliche Soundkarte für Win98 installiert und ein CD-ROM mit besserer CD-Kompatibilität eingebaut.
Alles in allem steht hier jetzt ein PC, der die Zeit von 1995-2000 zuverlässig bedient. Er läuft absolut stabil und erfüllt alle Standards und Schnittstellen wie USB, PS/2, FPU, MMX, 3Dnow!, Glide, OpenGL, D3D, EAX, XG-Sound, GS-Sound und GM-Sound, die in der zweiten Hälfte der 90er üblich waren. Noch dazu spielt er sehr gut in der PC-Oberliga bis Anfang 1999 mit.

Die Komponenten

Das Gehäuse: Highscreen Sky-Mini AT
Das Portable-PC-Gehäuse LION-PC von ´92 passte nicht zum K6 und der Feature-Connector der V3 war kein „Feature Connector“, sodass das interne Display damit ohnehin nicht genutzt werden konnte. Man kann über Vobis sagen was man will, aber die Highscreen AT Gehäuse waren nicht nur praktisch und durchdacht aufgebaut (abgesehen vom Colani), sondern trafen auch meinen Geschmack.
Der Sky-Mini von 1996 passt prima in die Zeit. Er hat einen durchdachten und kompakten Aufbau (entstörte Kabel, durchdachtes EMV-Konzept, Seasonic Netzteil, sehr kompakt) und nimmt mein AT Board auf. Einzig störend ist, dass man zum Ausbau der Festplatte, den Boardträger Lösen und Ausklappen muss, es heißt also alle Steckkarten herausnehmen …

Das Board: ASUS P55-T2P4 V3.1
Selbstverständlich ein Sockel 7, und aus Gründen der Verlässlichkeit und Kompatibilität unbedingt ein Intel-Chipsatz. Im High-End war damals der 430HX angesiedelt, der mit TAG SRAM über 64MB cachen konnte (im Gegensatz zu allen anderen intel Chipsätzen mit S7). Das ist zwar nicht relevant für den K6 III mit eigenem Cache, aber für meine anderen S7-CPUs. Das ASUS P55-T2P4 bietet USB und PS/2 Schnittstellen, 2,0V Support, stabile 75MHz und hat von Jan Steunebrink ein für K6 III+ passendes BIOS Update erhalten. Das Problem mit der CMOS Batterie ist dank der verfügbaren Anleitungen schnell behoben. USB und PS/2 werden über eine Slotblende herausgeführt.
Warum kein Super Sockel 7 mit 100MHz FSB? Weil es dafür keinen Intel Chipsatz gibt und die 75MHz FSB genügen, den Prozessor mit seiner spezifizierten Taktfrequenz von 450MHz zu betreiben. Klar, ich kann den Prozessor nicht bis auf 500MHz übertakten, was er vermutlich kann. Auch mit 450MHz schafft der K6 III alle Programme und Spiele der DOS/Win95/98 Ära. Für alles darüber hinaus, also alles was auch auf WinXP läuft, habe ich ein anderes System. Das Ziel dieses Retro PC ist Verfügbarkeit, also geringe Ausfallwahrscheinlichkeit (Ersatzteile werden immer seltener) und Kompatibilität.
Übrigens, dem Board und dem Chipsatz schaden die 75MHz nicht, denn der HX ist für 75MHz ausgelegt worden und die verbauten PCI Karten kommen mit den 37MHz am PCI klar. Die ISA-Karten haben ohnehin einen eigenen Teiler. Die verbauten Spannungswandler (auf dem T2P4 sind Chopper, also echte Wandler verbaut, zu erkennen an den Spulen und keine Linearwandler, die die überschüssige Leistung direkt verbraten) erwärmen sich beim K6 III+ übrigens kaum, es macht also keinen Unterschied, ob ich das System mit 400/66MHz oder 450/75MHz betreibe.

Der RAM: 128MB EDO 72Pin/PS2 (32MBx4)
Das Board habe ich mit für die Zeit üppigen, aber erhältlichen, 128MB EDO Ram (Hyundai) bestückt. Heute sind sie vergleichsweise günstig und einfach zu bekommen.

Die CPU: AMD K6 III+ 450MHz ACZ
Wie oben beschrieben wird die CPU mit 2,0V und 75MHz FSB betrieben. Bei einem Faktor von 6 ergeben sich die 450MHz Chiptakt. Der Prozessor wir aktiv gekühlt und läuft absolut stabil. Die meisten Spiele, die hohe FPU Leistung bei 200MHz+ benötigen unterstützen 3Dnow! Womit der K6 III einem gleich getakteten PII meist nur noch leicht unterlegen ist. Man muss ggf. einen separaten 3Dnow! Patch oder gar einen 3Dfx Patch mit 3Dnow! Support installieren, aber so etwas gehört eben auch zur Zeit von Win98 und Co dazu. Für alle nativen Dos Spiele ist er auch ohne 3Dnow! Mehr als ausreichend.
Das Besondere am K6 III+ ist die Möglichkeit den Multiplikator via SW (K6dos.sys in config.sys einbinden) zu ändern. Ich habe hierzu ein Bootmenü erstellt, in dem ich entweder DOS mit Speichermanager (HIMEM bzw. EMM386) oder Win98 starte. DOS startet mit Multi 2 und Windows mit Multi 6.
Neben dem K6 III+ habe ich noch einen Pentium 133, einen Pentium MMX 166 und einen K5 PR133, die ich bei Bedarf leicht installieren und nutzen kann. Für diese Prozessoren bietet das T2P4 eine wunderbar authentische Umgebung. Wer noch einen Cyrix 6x86MX PR166 günstig abgeben möchte, kann sich gerne melden.

Der SCSI-Controller: ADAPTEC 2940UW
Wenn man Mitte der 90er (unter Windows 3.1) CDs brennen wollte, führte der Weg fast zwangsläufig zu SCSI. Der DMA Transfer bei IDE war noch nicht etabliert, sodass die hohe Prozessorauslastung während des Brennvorgangs bei der kleinsten Störung zum Abbruch des Brennvorgangs führte. Bei Preisen von 18,-DM pro Rohling für einen Schüler ein zu hohes Risiko. Als geneigter c’t Leser wusste man, dass der Datentransfer bei SCSI nicht den Prozessor belastet und das Brennen von CDs verlässlicher verlief.
Ich selbst konnte mir früher nur einen TECRAM Controller leisten, ADAPTEC sah ich damals nur im Katalog bzw. Schaufenster. Heute gibt es diese „High-End“-Karten noch oft und günstig bei ebay, also kein Problem.
Für denjenigen der mit SCSI liebäugelt, es ist erstaunlich kompatibel und problemlos (Erkennung der Festplattenparameter, Bootreihenfolge, etc.), wenn man die Regeln z.B. der Adresszuweisung und der Terminierung beachtet. Ganz wichtig ist in diesem Fall das richtige SCSI Kabel mit aktiver Terminierung am Ende!

Die Festplatte: HP/Compaq 9,1GB 15kU/min U2W SCSI
Der Retro-PC von 1995 braucht eine Festplatte, die sich dreht und Zugriffsgeräusche erzeugt, eine CF Karte kommt nicht in Frage. Die Plattengröße ist mit 9GB zeitgemäß und für ein Win98SE System mit DOS völlig ausreichend. Festplatten unterliegen einem nutzungsbedingten Verschleiß. Insbesondere bei gebrauchten SCSI Festplatten kann man von einem hohen Nutzungsgrad ausgehen, da sie oft im professionellen Bereich genutzt wurden. Mit etwas Glück bekommt man noch unbenutzte, nagelneue Spare-Parts. Ich fand eine günstige, nagelneue, eingeschweißte Platte mit 15kU/min (7200U/min hätten mir auch gereicht) und 80pol SCA Stecker und Wechselrahmen für HP Server. Glücklicherweise gibt es Adapter vom 80pol SCA auf 68pol UW. Außerdem habe ich der Platte einen Lüfter spendiert, was sie mit einer höheren Lebenserwartung danken wird. Im Nachhinein bin ich froh die 15k Platte bekommen zu haben, die Zugriffszeiten sind konkurrenzlos und das Laufgeräusch ist leiser als bei meiner 7200er im 486er. Die Platte spricht sogar U320, d.h. an dem richtigen Controller und ohne die CD-Laufwerke, die den SCSI in einen langsameren Modus zwingen, könnte die Platte noch deutlich schneller sein. Egal für DOS und Win98 ist sie auch so High-End.

Der CD-Brenner: Plextor PX-R412C
Den SCSI Brenner hatte ich mir bereits 2006 für unter 5€ gekauft. Zum einen stand der in den 90ern auf meiner Wunschliste und zum anderen zählte Plextor zum High-End, also genau das richtige für meinen Retro-PC. Das Laufwerk wird über einen Caddy mit CDs bestückt. Diese Caddys waren in der Anfangszeit der PC-CD-Ära der 90er nur in High End Geräten vertreten (der Mechanismus ist komplexer und aufwändiger als bei einer Schublade) und sind auch bis zur Jahrtausendwende ausgestorben. Für einen Retro-PC, der auch die Technologie der Zeit spiegeln soll, ideal. Zumal mein erstes CD-ROM, ein Toshiba XM-3501B, Caddy hatte und ich positive Erinnerungen damit verbinde. Ungünstig an dem Laufwerk ist, dass es viele neue CD-Rs (CD-RW gar nicht) und Formate (DAO-96) nicht lesen kann. Mit dem Schreiben sieht es noch finsterer aus. Ich habe noch keinen aktuellen Rohling gefunden, den die Firmware erkennt und einmessen kann. Einen alten Verbatim AZO Rohling von 2001 konnte er brennen – er funktioniert also. Wenn noch jemand Rohlinge von vor 2001 hat, kann er/sie gerne an mich denken, bevor er/sie sie wegwirft … ;)

Das CD-ROM: Pioneer DR-566
Pioneer galt, was die Kompatibilität mit Medien angeht, als die Referenz … also her damit. Das Laufwerk ist unspektakulär, leise und liest tatsächlich alle CDs, die ich ihm gebe, super! Übrigens die CD-Laufwerke haben nur eine 8 bit SCSI Schnittstelle mit 50pol Stecker, dafür gibt es Adapter (50pol-68pol), die die oberen 8bit der 16bit UW Leitung terminieren. Daher müssen die beiden Laufwerke ans Ende des UW-Kabels, da hinter den Laufwerken kein UW SCSI Signal mehr anliegt. Außerdem kann die asymmetrische Terminierung der oberen und unteren 8bit zu Laufzeitänderungen führen. Ich hätte natürlich auch zusätzlich ein 50pol-Kabel für die CD-Laufwerke am 2940UW anschließen können, aber das kostet Platz, Luftzirkulation und die Option externe SCSI-Geräte am 2940UW anzuschließen.

Die Grafikkarte: 3Dfx Voodoo3 3000 PCI 16MB
In der zweiten Hälfte der 90er, vor Direct3D und OpenGL war 3Dfx mit ihrer Glide Schnittstelle der Standard bei 3D Spielen. An 3Dfx führt bei einem Retro-PC dieser Zeit kein Weg vorbei. Einer Lösung mit einer Voodoo2 und separater Grafikkarte kann ich nichts abgewinnen. Das Durchschleifen des analogen VGA-Signals in eine andere Karte macht die Bildqualität nicht besser und das Konstrukt kostet Raum und einen Steckplatz. Zumal die Voodoo3 mit den heute vorhandenen Treibern 100% Glide-kompatibel ist und die Geschwindigkeit einer Voodoo2 SLI bietet. Mir ist noch kein Glide-Spiel untergekommen, das mit der V3 nicht läuft.
Die PCI Karte hat leider eine nicht unwesentliche Designschwäche, die zu einem vorzeitigen Ableben führen könnte. Der heißeste Punkt auf dieser Karte ist nicht der Grafikprozessor, sondern der Spannungsregler, der mit weit über 80°C das PCB heizt – man sieht bei den gebrauchten Karten um den Spannungsregler eine braune Verfärbung des PCB.
Ich habe hierzu die Schraube (M3) entfernt und zwischen Spannungsregler/Kühlkörper/PCB Wärmeleitpaste appliziert. Die Mutter der Schraube auf der Rückseite habe ich mit einem flachen Kühlkörper ersetzt (Innengewinde geschnitten). Mit 7mm Höhe behindert er nicht die Nachbarkarte (2940UW). An den Stellen der Lötverbindung (Steckerpfosten) und VIAs (2 Stellen) bekommt der Kühlkörper (mittels Dremel) kleine Aussparungen, sodass dieser keinen Masseschluss verursacht. Zwischen Kühlkörper und PCB dann noch Wärmeleitpaste (VIAs wieder aussparen), anschrauben und fertig. Die Temperatur des PCB bleibt jetzt unter 50°C und auch den Kühlkörper des Spannungsreglers kann ich wieder anfassen. Ich erwarte damit eine höhere Lebenserwartung dieser Karte (grobe Faustregel: Verdopplung der Lebensdauer je 10°C niedriger).

Die Netzwerkkarte: 3COM Etherlink III Combo ISA
Da gibt’s nicht viel zu sagen. Die Karte bietet 10Mbit Ethernet via BNC oder TP. Außerdem wird sie via DOS Programm konfiguriert. 10Mbit sind für dieses System ausreichend. Diese Karte bekommt man noch recht häufig und sie ist vergleichsweise günstig.

Die Soundkarte für DOS: Terratec Maestro 32/96 mit Yamaha DB50XG
Über die Vorzüge dieser Karte kann man bei Amoretro das Notwendige lesen. Ich kann an dieser Stelle alles bestätigen. Für die DOS-Welt ist diese Karte die optimale Besetzung. Man sollte aber wissen, dass diese Karte für jedes Feature (WSS / SB Pro, Wavetable, MIDI) einen eigenen Interrupt und I/O-Ports benötigt/anlegt. Das kostet dabei deutlich mehr Ressourcen als z.B. eine AWE32 oder eine SB16 mit Wavetable Board. Unter Win98, insbes. bei DirectX-Sound scheint sie sich nicht wohlzufühlen. Generell scheinen ISA-Soundkarten bei DirectX Spielen nicht die ideale Besetzung zu sein. Bei Final Fantasy VIII bekomme ich nur über manuelle Manipulation der Registry Zugriff auf den Yamaha Wavetable. Ich habe glücklicher Weise eine Karte mit bereits umgesetztem HW-BugFix (PnP Init Problem ab 166MHz) bekommen, sie lief und läuft probemlos. Die DB50XG ist etwas übertrieben, aber ich hatte sie noch hier und schaden tut sie auch nicht.

Die Soundkarte für Win98: Creative Soundblaster Live! CT4620
Eingeführt 1998 ist die SB Live! prädestiniert für Win98. Sie bietet ausgezeichneten Support für DirectX und unterstützt EAX. Unter Windows nutze ich den Wavetable der Maestro über den Line-In der SB Live! da dieser authentischer klingt. Außerdem ist diese Karte noch sehr günstig zu bekommen.

Mein Fazit

Auf diesem PC läuft fast alles was ich habe, von DOS (1994) bis Win98 (2000), für mich der ideale Retro-PC für die Mitte und das Ende der 90er.

Beispiele DOS: Syndicate, SimCity, Warlord II, Tie Fighter, Doom, Quake, Indiana Jones 3, Monkey Island, Dark Forces, Second Reality (mit Patch)
Beispiele Win98: GL-Quake, Quake II, Halflife, Homeworld, UT99, FF7, FF8, Deus EX (ruckelt)
Was nicht läuft: Lotus III (TP-Bug, div. durch null)

Man kann hier noch etwas tunen, damit auch die TP-Bug sensiblen Applikationen laufen (z.B. 50MHz FSB). Außerdem kann durch einen Prozessorwechsel und etwas jumpern noch weiter die Zeit zurück gedreht werden (z.B. Pentium 75) ohne die Authentizität des System völlig aufzugeben. Für mich ist der TP-Bug kein Kriterium, da ich für die DOS Zeiten vor 1994 noch ein 486er System habe, für das ich somit auch eine Rechtfertigung habe.

Benchmarks (@450MHz):

DOS 7.10
3D-Bench: 348,3 FPS
Doom: 656 realtics / 110,6 FPS
Quake: 69,6 FPS
PCPBench: 135,7 FPS / 39,9 FPS (VGA / SVGA)
Speedsys: 509 Pkt

Windows 98SE
Final Reality: 3,24/3,18/3,59/2,09 (Overall/2D/3D/Bus transfer)
3DMark99: 2284/5329 (3DMarks/CPUMarks)
3DMark2000: 1282 3DMarks
3DMark2001 SE: 453 3DMarks


Viele Grüße
Lutz


Und ein paar Bilder
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K6-III-PC-4.jpg
Grafikkarte mit Mod
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Soundkarte
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von innen
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von innen
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von hinten
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von vorne
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Der "Desktop"
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robot2
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon robot2 » So 10. Feb 2019, 09:25

Ein schönes Gerät!

Danke für die detaillierte Beschreibung. Es war sehr interessant und gut nachzuvollziehen.

Für den K6-3 gibt es noch ein anderes DOS-Tool, um den Multiplikator zu setzen und die Caches an- und abzuschalten: setmul.exe
Damit kann ich unter DOS bequem für jedes Spiel eine passende Einstellung vornehmen, wenn nötig und eben ohne Neustart.

Viel Spaß und hoffentlich verschwindet er nicht wieder für ein ein paar Jahre im Keller. Wäre doch schade ;-)
Zwei Projekte:Igel-J und Thinclients
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b20a9
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon b20a9 » So 10. Feb 2019, 10:27

Danke für die ausführliche Beschreibung, echt tolles System!

2 Fragen:
Gibts das Spannungswandlerproblem auch bei der Voodoo 3 in der AGP Version? Habe diese in meinem P3 System.

Der Vobis Tower: Was passiert, wenn man die ECO Taste drückt? Undervoltage? Verringerung der Busgescheindigkeit oder des Multiplikators?
SNI PCD-4VL 486 DX2/66 , 32MB RAM, Miro PCM12, 3com Etherlink III , FDD + HDD. DOS 6 + WIN 95
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Lutze
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon Lutze » So 10. Feb 2019, 13:59

Besten Dank für die Anerkennung!

Die AGP-Version hat keinen derartigen Spannungsregler. Der AGP bietet andere Möglichkeiten der Energieversorgung als der PCI.

Der Grüne Taster bewirkt eine Art Ruhezustand. In meinem Fall schaltet die Festplatte aus und auch die Grafikausgeabe wird abgeschaltet. Was genau passiert hängt von den Einstellungen im BIOS ab. Beim AT-System schaltet das Netzteil natürlich nicht ab. Der Sinn dieser Taste war, dass man den PC in den Ruhezustand schaltet wenn man kurz den Arbeitsplatz verlässt - das waren die ersten Schritte zu dem mehrstufigen Stromsparmechanismen, die heute in den Computern verbaut sind.
Das beschriebene Retro-System wacht übrigens wieder sauber aus diesem Ruhezustand auf.

Viele Grüße
Lutz
kirschsuppe
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon kirschsuppe » So 10. Feb 2019, 15:54

Ich bedanke mich für die umfangreiche und unterhaltsame Beschreibung. Echt schnieke dein System. Setmul.exe ist auch mein Favourit für K6, Via und Pentium MMX. Sehr interessant in diesem Zusammenhang, falls du den 166MMX draufstecken magst: https://www.philscomputerlab.com/136-in ... m-mmx.html
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon lausebengel55 » So 10. Feb 2019, 18:45

Hallo Lutz,

wow, welch langer und detaillierter Beitrag. Habe ich mit Freude gelesen.

Sag mal, betrifft das Hitzeproblem auch die Voodoo3 2000 PCI? FAlls ja, kannst Du vielleicht einpaar Fotos deiner Modifikation inkl. etwas genauerer Beschreibung machen? Ich habe eine Voodoo3 2000 PCI und würde dann gerne auch die Modifikation machen damit sie lange lebt.

Viele Grüße
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rique
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon rique » Mo 11. Feb 2019, 17:29

Schöne lesenswerte Vorstellung deines Rechners! :like:

Allerdings gehört der Artikel vermutlich eher in die Galerie! ;-)

Dein Rechner gefällt mir sehr gut! 8-)
Ich bin auch ein Fan des P55T2P4 allerdings in der ATX-Version, die sich dann XP55T2P4 nennt. Diese hat den Vorteil dass sie dann sogar 4x ISA bietet. Falls dich meiner interessiert, schaust du mal hinein: P1-233 im HTPC-Gehäuse

Dein Rechner hat offensichtlich die späte DOS-Ära als Schwerpunkt, da keine echte OPL-Karte und keine GUS installiert sind (LA-Synthese wäre ja noch über ein externes Modul möglich). Aber da hat natürlich jeder so seine Vorlieben, weswegen du vermutlich nicht von "fehlen" sprechen würdest.
Es ist aber auch nicht sehr leicht alles perfekt abzudecken, weswegen man mMn immer mind. kleine Kompronisse eingehen muss, wenn man nicht auf mehrere PC setzen möchte.

Wie findest du den Klang des OPL-Nachbaus der Maestro32/96G bei alten Spielen wie z.B. Monkey Island im Vergleich zu anderen Klon-Karten bzw. Karten mit OPL3?
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Lutze
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon Lutze » Mo 11. Feb 2019, 20:07

@Robot2 & Kirschsuppe
Danke für den Tip (setmul.exe), werde ich ausprobieren!

@Lausebengel55
Die V3 2000 PCI hat das selbe Layout. Sie hat zwar weniger Leistungsaufnahme, aber grundsätzlich das gleiche Problem. Versuch doch mal den Kühlkörper des Spannungsreglers im 3D Betieb anzufassen (wenns mehrere Sekunden dauert, bis es unerträglich wird, sinds um 50°C) und schau mal, ob die Platine um den Spannungsregler bereits Verfärbungen hat. Die Fotos werde ich am WE machen.

@rique
Ja, ohne Kompromisse geht es sicher nicht, daher auch die "ausführlichen" Erläuterungen zur Nachvollziehbarkeit.
Und gerade beim Sound, wo der Hersteller mit den meisten Bugs im Design die Standards setzt ... Daher habe ich mich entschieden, die frühere DOS-Ära, in der ROLAND und OPL-Sound zum Standard gehörten, mit einem passenden 486er abzudecken. Wenn man keinen direkten Vergleich hat, merkt man keine unangenehmen Abweichungen der Maestro zum Original. Wird bei Deiner MaxiSound ähnlich sein? Mir wäre am liebsten eine AWE32 mit Stereo bei SBPro Wiedergabe und ohne Hanging Notes, bestückt mit einer SCB-55 ... das erste ist unmöglich und das zweite unbezahlbar.
Achja Deiner gefällt mir auch! Aber tauschen würde ich trotzdem nicht ;-)

Kann mir jemand sagen ob und woher man authentische Soundfonts von Raland und Yamaha für meine SB Live! in Win98 bekommt?

Viele Grüße
Lutz
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon rique » Mo 11. Feb 2019, 22:27

Nee, tauschen würde ich auch nicht, zumal ich die Maestro, die Voodoo3 und den K6-III+ auch umstecken könnte! ;-)
Es hat halt so jeder seine Vorlieben und meiner soll genau so sein. :-D
Ah ok, wenn du noch einen 486er hast, dann verstehe ich deine Zusammenstellung noch besser.

Vielleicht sind diese Soundfonts interessant für dich, wenn du noch nicht darüber gestolpert bist.
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Re: Retro-PC für Mitte-Ende der 90er mit Sockel 7

Beitragvon Lutze » Do 14. Feb 2019, 19:57

Bin noch nicht darüber gestolpert. Genau das was ich suche, besten Dank!!! :like:

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