Mein Retro-PC... Geschafft?

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Mein Retro-PC... Geschafft?

Beitragvon Lazar » So 21. Jan 2018, 22:02

Es ist (noch nicht) geschafft. Nach langen Abenden, viel (noch längst nicht versiegter) Motivation, einigen Sackgassen, Inkompatibilitäten, Frustattacken mit anschließendem übermäßigen Verzehr von Süßigkeiten und intensiver Aktivierung meines Grüblers ist mein 486er vorläufig fertig. Und ich bin mächtig stolz, dass ich das so hingekriegt habe. Er läuft wie ne Eins und macht unglaublich Spaß.
Ich werde mich zu einigen Sachen hier etwas ausführlicher äußern und vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, der sich für dieses Hobby entscheiden mag.

Vorgeschichte:
Oktober 2017 - Zunächst war es nur eine vage Idee, mit diffusen Bildern und Erinnerungen an die Zeit vor über 20 Jahren. Eine (womöglich zu) lange Zeit, um Details zu memorieren. Die Hardware zusammenzutragen, gestaltete sich dann auch doch etwas holpriger als ich zunächst angenommen habe.

Meine ursprüngliche Konfiguration sah wie folgt aus:
Mainboard: FIC VIP IO (mit PS/2 Anschluss für die Maus)
CPU: CYRIX 5x86 100GP (mit grünem Kühlkörper)
RAM: 32MB
Grafik: MIRO 20SD VL
Sound: AZTECH SOUND GALAXY NX PRO
Tastatur: SIEMENS NIXDORF SCENIC (anthrazit mit extra leisen Tasten... Echt toll)
Maus: MICROSOFT PS/2 MOUSE (2 Tasten)
Monitor: EIZO FLEXSCAN L365
Festplatte: Transcend 4GB CF-CARD in DELOCK IDE to CF-CARD READER
Floppy: CANON MD5511 V6 COMBO 5,25"/3,5"
Optisch: DVD RW LITEON
Gehäuse: Minitower (Marke nicht bekannt aber interessante Features)

Zum Monitor:
Hätte Ich nicht wirklich Bock auf dieses Projekt gehabt, hätte ich in dem Moment aufgegeben, als ich das verschobene Bild auf dem Monitor gesehen habe. Da war dann die erste Herausforderung. Ich konnte mich nicht erinnern, damals solche Bildprobleme gehabt zu haben. Wie auch immer... Druck auf die Menü Taste des Bildschirms und .. NICHTS! Offenbar, so zeigten Recherchen, scheint das ein bekannter Fehler bei diesem Monitormodell zu sein. Hinzu kommt, dass bei diesem Monitor keine Feineinstellung für Takt bzw. Taktrate vorgenommen werden können. Das resultierte dann in den immer wieder mal berichteten vertikalen Streifen bei unterschiedlichen Bildmodi - sehr unschön.
Ich dachte ich könnte das mit einem anderen Monitor alles in Ordnung bringen.
Gesagt getan:
EIZO FLEXSCAN L365 wurde ausgetauscht gegen einen SAMSUNG SYNCMASTER 757DFX CRT - Es gab einen Teilerfolg. Die vertikalen Streifen waren weg. Das Problem mit dem in nahezu allen Programmen neu zu justierenden Bild bestand jedoch weiter. Letztlich ist dies also ein Problem der Grafikkarte. Hinzu kommt, dass ich den CRT einfach viel zu klotzig finde. Der letzte Versuch war wieder ein LCD...
und ein absoluter Volltreffer:
Der SAMSUNG SYNCMASTER wurde ausgetauscht gegen einen HP LP2065 mit IPS Panel. Ein wirklich toller Monitor, mit allen notwendigen Einstellungsmöglichkeiten. Die Bildqualität ist fantastisch und ein kurzer Druck auf die Auto-Taste passt den Monitor an jedes Programm perfekt an. Bleibt noch immer die eigenwillige Grafikkarte mit ihrer Unfähigkeit zur Bildzentrierung (zumindest bei den von mir getesteten Monitoren).

Zur Grafikkarte:
Die MIRO 20SD VL ist mit dem S3 Vision864 und 2MB ausgestattet. Eine zweifelsohne gute und leistungsstarke Karte. Sie macht nach erfolgreicher Justierung ein wirklich schönes Bild... Das Dumme ist nur: jedes Spiel, jedes Programm, jedes Betriebssystem muss ständig neu justiert werden. Kein anstrengender aber nerviger Vorgang, der das Gefühl des Optimums eindeutig trübt. Auch mit dem DisplayDoctor habe ich keine Korrektur erreichen können. Durchaus möglich, dass mir hier Infos und Wissen fehlen - aber ich denke es geht auch einfacher.
Nachdem ich nun den dritten Monitor am Start habe und mit diesem äußerst zufrieden bin, habe ich entschieden, dass eine andere (möglichst gleichwertige) Grafikkarte her muss. Kein leichtes Unterfangen wie sich jüngst herausstellte. Momentan warte ich auf eine entsprechende Lieferung.
Bis dahin versieht eine ATI MACH64 VT4 den Dienst zu meiner vollsten Zufriedenheit und ohne die ständigen Neujustierungen. Allerdings kann hier in Kombi mit dem Mainboard grafisch nicht die maximale Leistung rausgeholt werden. Aber - sie soll ja auch nur für den Übergang dienen.

Zur Soundkarte:
Wie ich an andere Stelle schon geschrieben habe, hatte ich mit dem Spiel "ERBEN DER ERDE" (eines meiner absoluten Lieblingsspiele) große Probleme - ich habe es einfach nicht fertig gebracht, Musik und Sprache zum Laufen zu bringen. Die AZTECH SGNXPRO hat zwar in allen anderen Spielen problemlos gearbeitet nur eben nicht bei diesem. Ich kann immer noch nicht sagen woran das liegt. Interessanterweise habe ich beim ersten Versuch mit dieser Karte nur die Sprache bekommen. Nach einem Versuch einige Tage später, lief komischerweise nur die Musik - wie dem auch sei. Das muss doch mit einer anderen Soundkarte besser gehen.
Also habe ich die SGNXPRO gegen eine SOUND BLASTER 16 WAVE EFFECTS (CT4170) ausgetauscht. Die scheint allerdings nach meinen bisherigen Erkenntnissen maximal nur 8Bit zu unterstützen und liefert auch keinen OPL3-Sound. Dennoch hat sie dem Spiel seinen kompletten Klang verschafft.
Der nächste (Zufalls)Schritt war eine AWE32 (CT3980). Eine tolle Karte - aber mit Einschränkungen in der Zusammenarbeit mit dem Mainboard. Weder konnte ich die MIDI-Emulation mit AWEUTIL starten, noch bei meinem Lieblingsspiel die Sprache erklingen lassen. Da nützen mir auch die wirklich gut klingenden Chorus- und Reverb- Effekte nichts. Etwas desillusioniert über den bisherigen Verlauf bin ich dann
aktuell bei einer SOUND BLASTER 16 (CT1740) gelandet - und was soll ich sagen: Es funktioniert endlich alles wie es soll.

Zur "Festplatte":
Da außer im Netzteil kein einziger Lüfter in dem System arbeitet, wollte ich die Chance nutzen und eine möglichst leise Konfiguration zusammenstellen. Es führte also kein Weg an einem IDE to CF-CARD READER vorbei. Meine erste Wahl fiel auf das Slotblech-Modell von DeLOCK. Ein gutes Teil allerdings mit Schwachstellen. Wie sich zeigte, war es nicht möglich am READER ein LED-Kabel fürs Gehäuse anzuschließen. Hinzu kommt, dass ich die Karte häufig herausnahm und wieder hineinsteckte, da ich sie an meinem Hauptrechner mit Daten gefüllt habe. Praktischer ist es also das ganze nach vorn zu verlegen.
Der DELOCK READER wurde gegen ein 3,5" Modell von STARTECH ausgetauscht, dass wiederrum in eine 5,25" to 3,5" Bay von SILVERSTONE gesetzt wurde. Eine praktische und außerdem ansehnliche Kombination.

Zum Floppy:
Ziemlich schnell merkte ich, dass ich wahrscheinlich kein 5,25" Laufwerk brauchen würde und auch einfach nicht haben wollte. Zudem ist das Combo-Laufwerk in seiner braun-beige-grauen Tönung an Hässlichkeit kaum zu übertreffen. Stattdessen arbeitet nun ein neues schwarzes NEC 3,5" als Laufwerk B:.
Als Laufwerk A: habe ich einen GOTEK FLOPPY EMULATOR ebenfalls in schwarz eingebaut. Wirklich tolles Teil - bin sehr begeistert.

Optisches Laufwerk:
Da das LITEON DVD Laufwerk kaputt war, habe ich es kurzerhand gegen einen DVD-Brenner von LG ausgetauscht.

Der Zusammen- bzw. Umbau hat mehrere Wochen in Anspruch genommen, nicht zuletzt weil ich ein kleines Kind habe. Aber mittlerweile ist alles fertig und arbeitet hervorragend zusammen. Habe alles mit CHECKIT getestet und alles hat bestanden. Als Betriebssystem läuft MS-DOS 6.22. Einiges aus FreeDOS hat geholfen etwas mehr Speicher frei zu geben.
Ich bin super zufrieden und hoffe, dass ganze bald mit einer passenden Grafikkarte abzurunden.

Meine (noch nicht ganz) endgültige Konfiguration sieht damit wie folgt aus:
Mainboard: FIC VIP IO (mit PS/2 Anschluss für die Maus)
CPU: CYRIX 5x86 100GP (mit grünem Kühlkörper)
RAM: 32MB
Grafik: momentan ATI MACH64 VT4 (PCI)
Sound: SOUND BLASTER 16 (CT1740)
Tastatur: SIEMENS NIXDORF SCENIC (anthrazit mit extra leisen Tasten... Echt toll)
Maus: MICROSOFT PS/2 MOUSE (2 Tasten)
Monitor: HP LP2065 20" IPS DISPLAY
Festplatte: Transcend 4GB CF-CARD in STARTECH IDE to CF-CARD READER
Floppy: NEC FD1231H und GOTEK FLOPPY EMULATOR
Optisch: LG HL DVD RW
Gehäuse: Minitower (Marke nicht bekannt aber interessante Features)

Natürlich gibts auch ein paar Bilder. Allerdings habe ich noch nicht alles fotografiert - kommt noch. :)

Die Klemme zur Organisation der Flachbandkabel ist spitze
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Ein I/O Shield nur für den DIN Port - klingt luxuriös... Ist es irgendwie auch
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Sehr praktisch - ausgebauter Motherboard-Tray
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Einfach schön
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Leider nicht das Richtige für mich
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Non Parity FPM
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Leider nicht das Richtige für mich
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Dreck und Staub wurden mittlerweile vorsichtig entfernt
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Passt perfekt... :)
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MS-DOS 6.22 - neu und OVP
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Wie gesagt.. Da kommt noch was..
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Lazar
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Re: Mein Retro-PC... Geschafft?

Beitragvon Lazar » So 21. Jan 2018, 22:50

Gestern habe ich endlich eine andere Grafikkarte bekommen. Von nun an werkelt eine ATI MACH32 mit 2MB VRAM in meinem System. Und ich kann sagen, sie tut mindestens so gut wie die MIRO - ob sie besser ist wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Sie.macht jedenfalls sowohl unter DOS als auch WINDOWS eine gute Figur. Und das allerbeste: die ständige Neu Zentrierung des Bildes hat endlich ein Ende.

Die Karte hat mich in einem nahezu tadellosen optischen Zustand erreicht
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Und hier die Anordnung meiner Laufwerke... Black is beautiful!
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Was hat diese R2-Einheit zu schlucken gekriegt? - 100x die technischen Unterlagen vom Todesstern
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Heute abend mache ich mal Bilder von dem gesamten Aufbau. Und ich habe eine Frage an die Community... Auf der Front des Gehäuses ist eine kleine quadratische Vertiefung - vermutlich für ein Logo oder dergleichen. Die ist aber frei. Ich bin auf der Suche nach einem entsprechend passenden Aufkleber. Kann mir da jemand mit einem Tipp oder gar mit einem Aufkleber weiter helfen?
Lazar
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