2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon Jigo » Fr 26. Aug 2016, 12:35

Hi,

ich bin recht unerfahren, wenn es um 2D-Karten geht.
Ich stelle mir die Frage, was an einer 1MB schlechter ist als an einer 4MB+ Karte, wenn es darum geht Dos-Spile zu spielen ?
Ist es NUR die Auflösung die höher sein kann,je mehr MB man hat? Die Spiele werden ja alle ( ??) vom CPU berechnet.
Nehmen wir an, ich habein Spiel wie System Shock: spielt dieses sich schneller mit einer besseren 2D-Karte? 3D ist es ja eh nicht,daher ist es sinnlos eine 3D-Karte zu haben.
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Re: 2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon der_computer_sammler » Fr 26. Aug 2016, 13:08

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Re: 2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon FGB » Fr 26. Aug 2016, 13:21

Hallo Jigo und willkommen im DOS-Forum!

Der Speicher einer Grafikkarte ist für DOS-Spiele in der Tat nicht groß ausschlaggebend. Nach VGA-Spezifikation braucht eine Grafikkarte 256KB Speicher. Dieser Speicher reicht aus, um die am häufigsten genutzten Modi der Spiele auch darzustellen.
Jedoch ist es so, dass ältere Grafikkarten, die tatsächlich nur 256KB Speicher haben, langsamener sind, da sie ältere Technologie verwenden und der Zugriff auf den Bildspeicher wesentlich langsamer ist. Daher ist die Geschwindigkeit für die allermeisten DOS-Spiele wesentlich wichtiger als die Größe des Speichers.

Die Geschwindigkeit hängt wie bei heutigen Grafikkarten maßgeblich an zwei Faktoren:

- Breite des Speicherinterfaces
- Effektive Zugriffsgeschwindigkeit

So kannst du z.B. drei verschiedene, weitverbreitete Karten haben, jeweils mit 512KB. Sagen wir:

- Eine Trident 9000
- Eine Tseng 4000
- Eine Cirrus 5422

Die Karten werden alle unterschiedlich schnell sein. Die Trident 9000 hat ein 16-Bit Speicherinterface und spricht den Speicher auch nicht besonders schnell an. In fordernden Spielen wird diese Grafikkarte dann für eine geringere Framerate sorgen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Spiele, bei denen es nicht auf eine hohe Framerate ankommt, nicht gut laufen. Auch die langsame Trident 9000 ist für viele Spiele eine gute Karte, auch weil die Kompatibilität gut ist.
Die anderen Karten sind trotz der gleichen Speichergröße wesentlich schneller, da der Speicher mit 32-Bit angebunden ist. Aber es gibt auch pfeilschnelle Tridentkarten, z.B. die 8900D-R mit 32-Bit Speicherinterface ist sie eine der schnellen ISA-Grafikkarten. Bei der Auswahl sollte also nicht nur die Hersteller, sondern auch die konkreten Modelle verglichen werden.

Möchte man Spiele spielen, die über die Standardauflösung von 320x200 hinausgehen, also SVGA spielen (640x480), verbraucht jedes Bild mehr Speicher in der Grafikkarte, der Speicher wird also in solchen Spielen auch zum relevanten Faktor. Simcity 2000 z.B. braucht für SVGA eine Grafikkarte mit 512KB Bildspeicher.

Nimmt man Quake als Beispiel für ein Spiel, dass weitere, auch wesentlich höhere Auflösungen unterstützt, so steigt mit der Auflösung nicht nur die Anforderung an die CPU, sondern auch an den Grafikspeicher, aber auch hier gilt, dass Grafikkarten mit der gleichen Speichermenge unterschiedlich schnell sind.

Zum Thema 3D-Spiele:
Es gibt viele 3D-Spiele, auch sehr alte. 3D Spiele sind so alt wie der PC selbst. Was du meinst ist die direkte 3D-Beschleunigung mitsamt Berechnung durch die 3D-Grafikkarte. Das muss ein Spiel zwingend direkt unterstützen, und das tun spätere DOS-Spiele ab Aufkommen der ersten 3D Karten ab 1995. Richtig durchgesetzt hat sich das dann im Heimbereich aber erst später mit 3Dfx. Eine 3D-Karte nützt dir also unter DOS in Spielen, die diese nicht explizit unterstützen, gar nichts.

Was für eine Grafikkarte du dann in deinen Rechner steckst, hängt von vielen Faktoren ab, entscheidend ist erstmal, was der schnellste Bus in deinem System ist. Das ist für DOS-relevante Spiele entweder: ISA - Microchannel - EISA - VesaLocalBus oder PCI . Je neuer der Bus, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, eine Grafikkarte zu finden, die zu langsam für DOS-Spiele ist. Aber es gibt natürlich Ausnahmen und hunderte Modelle. Die meisten Ansprüche können mit kostengünstigen Karten vollkommen gedeckt werden. Wird zusätzlich zu DOS noch Windows verwendet, bietet sich immer mehr Speicher an als weniger, da eine höhere Farbtiefe auch mehr Bildspeicher erforderlich ist.
Meine Sammlung zeige ich in meiner Hardware Gallery: AmoRetro.de.
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Re: 2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon Jigo » Fr 26. Aug 2016, 15:00

das war ja mal ausführlich ^^ wir hatten immer eine 1MB Cirrus, von daher hatte ich nie Probleme, aber ich habe mir immer die Frage gestellt.

Später hatte ich eine Diamond v330 mit 4MB gekauft und eine voodoo2 hinzugepackt, aber ich weiss selbst nicht WARUM ich die 4MB Karte damals gekauft habe (das war für den P133,ich glaube der hatte eine 2MB S3 drin)
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Re: 2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon Heilbar » Fr 26. Aug 2016, 15:51

Auch ich möchte mich für die ausführliche Zusammenfassung von FGB bedanken. :like:
Es ist sehr Hilfreich, dieses Wissen immer mal wieder auf zu frischen.
Zum direkten Vergleich von Fps meiner verschiedener Isa Grafikkarten benutze ich das Bench-Programm VideoSpeed 0.42,
welches auch in diesem inspirierenden Thread zum Einsatz kommt.
https://www.vogons.org/viewtopic.php?f=46&t=46350
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Re: 2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon Jigo » Sa 27. Aug 2016, 08:08

sehr cool :) ich bastel heute mal ein Gehäuse für meinen 486er/100 aus einem Koffer, je nach Laune und Hitze... (36 Grad die letzten Tage...)
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Re: 2D Grafikkarte für DOS-Spiele: RAM unbedeutend?

Beitragvon matze79 » So 28. Aug 2016, 06:46

Mehr Speicher kann von Vorteil sein wenn die Karte Interleave macht.
Das bringt dir dann mehr Geschwindigkeit da immer auf 2 oder mehr Chips parallel geschrieben/gelesen werden kann.
Natürlich haben wir nichts zu verbergen, dennoch machen wir auf dem Klo die Türe zu!
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