Happy Birthday IBM-PC!

Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon CptKlotz » Fr 12. Aug 2011, 22:57

Heute feiert der IBM-PC (oder zumindest seine Nachfahren) seinen 30. Geburtstag.


Wer hätte gedacht, daß die graue, wenig bemerkenswerte Bürokiste heute die dominante Geschäfts- und Heimplattform sein würde?

Für die Kiddies und jungen Erwachsenen von heute stehen Apple, Commodore, Sinclair und Co. etwa auf einer Stufe mit Dampfmaschinen, Grammophonen und Pferdekutschen :-)

Auffällig ist allerdings, daß Europa eine sehr viel stärkere Commodore-Szene hatte. In den USA war der Apple II sehr viel stärker vertreten und der IBM-PC hat ihn irgendwann mehr oder weniger als Heimcomputer abgelöst.

Auf WDR5 liefen heute im Laufe des Tages drei relativ umfangreiche Beiträge über den IBM-PC... Nicht schlecht für so ein Geek-Thema.


Wo bleibt eigentlich das passende Google-Logo? Werden die so langsam faul? :-)
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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon bootdisk » Mo 15. Aug 2011, 16:23

Es gab wirklich einige gute Artikel zum 5150 in den letzen Tagen. Doch es wurde immer wieder betont, dass der PC wohl in den nächsten Jahren aussterben könnte.

"Laut IBM sind die Tage des PCs gezählt, der Personal Computer feierte unlängst seinen 30. Jahrestag. Einer der Mitentwickler, Dr. Mark Dean, hat diese Aussage im Hinblick auf die sich ändernden Ansprüche an einen Computer getätigt. Smartphones und Tablets basieren zwar auf der gleichen Technik wie ein PC, die Eingabemethoden haben sich jedoch drastisch geändert. Die meisten Anwender würden Informationen heutzutage mit Touchscreens und Sprachbefehlen abrufen - dem entgegen steht die klassische PC-Eingabe via Maus und Tastatur. Der IBM-Entwickler betont jedoch, dass keine spezielle Geräteklasse wie eben Smartphones oder PCs am Ende der PC-Ära schuld seien, sondern die Innovationen in neue Geräte einfließen; PCs seien für diese Änderungen nicht geeignet." http://www.pcgameshardware.de/aid,839016/30-Jahre-PC-IBM-glaubt-an-das-Ende-des-Personal-Computers-Tablets-und-Smartphones-die-Zukunft/Komplett-PC/News/

Ich denke dann oft daran, dass diese Entwicklung aus verschiedenen Gründen sehr problematisch wäre bzw. ist und die Konsequenz daraus ein weiterer Trend in Richtung Entertainment und Konsum sein wird.
Also weg vom User hin zum Konsumenten. Dies wird zur Folge haben, dass die Gesellschaft grundsätzliche Freiheiten weiter reduziert und sich dennoch von der Informationstechnologie abhängig macht. Der Gedanke kam mir gerade. Außerdem warum ist ein Tablet eigentlich kein PC?! Nur weil der keine Maus oder Tatsatur hat...ist doch komisch, oder?

Er ist halt nur kein PC im eigentlichen Sinne, wenn die Hardware und Software ausgelagert werden. Siehe Google Chromebook!

""Innovation blüht nicht auf Geräten am besten, sondern in den sozialen Räumen dazwischen, wo Menschen und Ideen zusammentreffen und interagieren." Das Herz der IT-Technik schlägt jetzt im Netz: Anwendungen werden zunehmend nicht mehr auf dem Datenträger der Geräte installiert, sondern von verteilten Rechenzentren im Netz bereitgestellt, aus der "Cloud", wie der Fachbegriff dafür heißt. Diese bietet nicht nur Software, sondern auch zentrale Hardware-Ressourcen wie Rechenkapazität und Datenspeicher - wann immer und in welchem Umfang diese benötigt werden." http://www.sueddeutsche.de/digital/jahre-heimcomputer-das-ende-der-pc-aera-1.1130521

Also ich persönlich finde diese Entwicklung schrecklich.
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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon freecrac » Di 16. Aug 2011, 09:24

bootdisk hat geschrieben:Also ich persönlich finde diese Entwicklung schrecklich.

So schrecklich sehe ich die Zukunft noch nicht, als dass man nicht mehr mit kreativen Möglichkeiten die Entwicklung für eigene Zwecke umgestalten kann.
Es wird immer genug Bastler geben die eigene Anwendungen entwickeln, auch wenn moderne Hardware dann gewissermassen etwas zweckentfremdet wird.
Solche Bastler lassen sich doch nicht von den Hürden gewisser Schutzmechanismn abschrecken und betrachten es eher als Herausforderung diese Dinge zu knacken, um Zugriff darauf zu bekommen.
Kunsum ja, aber ohne Bezahlung dafür lautet der Trend. Dagegen hat die Medienindustrie bereits im weitem Umfeld verloren und das weiss sie auch schon,
auch wenn die Gesetzeslage hierbei immer noch fehlerhaft ist und einer baldigen Revision bedarf, um den Anforderungen unseres Informationszeitalters überhaupt noch gerecht werden zu können.
Herbei halluzienierte individuelle geistige Eigentumsrechte können über den Missbauch unseres kutlurellen Erbes keinesfalls hinwegtäuschen.

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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon DOSferatu » Di 16. Aug 2011, 09:35

Ich finde diese Entwicklung ebenfalls schrecklich.

Angenommen, der Betreiber der "Cloud" bzw der Besitzer der entsprechenden Serverfarmen hat plötzlich keine Lust mehr, den Leuten die Informationen etc zur Verfügung zu stellen - oder das Zeug entsprechend zu filtern. - Im schlimmsten Fall sitzt man dann vor einem nutzlosen Terminal rum, mit dem man gar nichts mehr anfangen kann, außer auf dem leeren Bildschirm mit den Fingern rumzufahren...

Prinzipiell ist es aber immer so, daß Dinge, die eigentlich etwas Schlechtes sind, als etwas Gutes vermarktet werden. Das "Gute" daran ist, daß jeder von überall Zugriff hat und daß die entsprechenden Geräte nicht so leistungsfähig sein müßten, weil das die Cloud übernimmt. Ersteres ist nicht nötig, denn dank Internet kann man das auch jetzt schon - und zwar ohne auf eigene (Offline-)Informationen auf dem eigenen Gerät verzichten zu müssen. Das zweite stimmt so überhaupt nicht - denn aufgrund der ganzen, den Informationen angehangenen Spielereien (die man quasi zwangsweise benutzen muß), müssen die Geräte trotz alledem immer leistungsfähiger werden, um das ganze Spielzeug abzuspielen (mit der 'zigfachen Leistung, die eigentlich nötig wäre).
Das Schlechte daran ist, daß man sich über dieses Cloud-Konzept von anderen kontrollieren läßt, bzw auf die Kontrolle durch andere quasi angewiesen ist (auch wenn einem das immer als "freier Informationszugang für alle" verkauft werden soll). Diese freien Informationszugänge hatte man schon, mit dem Internet Version 1. Das neue Internet 2 schränkt das ja schon ein - das Konzept wurde ja schon von vornherein dafür ausgelegt. Und dieses "Cloud-Computing" beschneidet die Freiheiten noch mehr (und dehnt die Überwachung aus), da es dadurch ja quasi gar kein "Offline-Arbeiten" am Rechner mehr geben wird. - Das ist meiner Meinung nach eine sehr bedenkliche Entwicklung.

Ich sag's mal so: Irgendwann werden wir überhaupt kein "SkyNet" und Terminatoren mehr brauchen, um uns selbst die Kontrolle über unser Leben zu entziehen - wir arbeiten selbst mit Eifer seit Jahren daran, Machthabern in entsprechenden Positionen immer mehr Kontrolle über und Einfluß auf unser Leben zu gewähren - und beweihräuchern und bejubeln jede neue Entwicklung, die uns diesem Ziel ein Stück näher bringt, und zwar einfach nur, weil sich kaum einer die Mühe macht, zwischen den Zeilen zu lesen, wenn mal wieder ein Großkonzern eine neue tolle Erfindung präsentiert.

Als ich damals "Demolition Man" gesehen habe - und daß da die Menschen von Geburt an einen Sender einoperiert kriegten, mit denen man sie überall und jederzeit orten kann (von da zum "Töten über Funk" ist es ja nicht weit), dachte ich: Das ist ja gräßlich! Hoffentlich kommt nicht wirklich mal einer auf sowas. Naja - ich sage mal: Tiere werden ja heute schoh "gechipt" (RFID), zwar nur mit geringer Reichweite, aber das kann man ja ausbauen. Und sicher hält das irgendwann auch einer für eine gute Idee für Menschen - sie auch wie Schlachtvieh zu markieren. (Ja, das wird dann verkauft mit "Sie brauchen nie mehr dran zu denken, ihren Ausweis mitzunehmen." und "Produkte und Werbung können auf sie persönlich abgestimmt werden." und so weiter...)

Aber ich hatte mir damals eingebildet: Naja, so blöd würde ja keiner sein und sich ein Gerät einpflanzen lassen, mit dem man ihn überall orten kann. Menschen wollen ja auch mal ihre Ruhe haben, sie wollen nicht, daß jeder - egal ob Polizist, Politiker oder Stalker, Vergewaltiger und Mörder, sobald er einen Typen mit technischem Wissen kennt, herausfinden kann, wo man sich gerade befindet... Das kann man ja nur bescheuert finden, so bekloppt kann einfach keiner sein, um das freiwillig mitzumachen... --- Naja, mittlerweile läuft schon 90% der Bevölkerung mit einem Mobiltelefon durch die Gegend, über das man die, je nach Standort, recht genau orten kann - zusätzlich funktionieren praktischerweise diese neuen "Ich-kann-alles-Handys" auch noch als Navigartionsgerät (GPS eingebaut), so daß man, wenn man das Ding hacken kann, sogar eine so genaue Positionsangabe von jemandem erhalten kann, daß man ihn quasi aus dem Weltraum von einem SDI-Satelliten aus mit einem Laser punktuell erschießen könnte, ohne die umstehenden Leute zu behelligen...

Aber das macht ja nichts - solange man lustige SMS und Bilder (z.B. Fotos von sich selbst oder wo man gerade ist) an alle Leute schicken kann (die auch Leute sehen/lesen können, die man gar nicht kennt) und so lustiges Doodle-Jump spielen kann mit seinem Telefon - und bei so einem schönen Spielzeug ist es ja egal, ob man dadurch auch gleich einen Sender im Hintern hat.

Und wem es nicht reicht, seine privaten Informationen quasi "hintenrum" über die ganze Welt zu verteilen (daß man auch noch Jahrzehnte später sehen und lesen kann, was man mit 18 besoffen auf einer Weihnachtsfeier angestellt hat), für den wurden ja schließlich die tollen (verharmlosend bezeichneten) "Sozialen Netzwerke" erfunden (Facebook, twitter, mySpace...) - Und es ist wahrscheinlich Absicht, daß man den Leuten den technischen Kram dahinter vorenthält oder die Fälle wie "oh, da hat ein Mädel aus Versehen 1400 Leute zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen" als einen eher lustigen Einzelfall darstellt - Hihihi...

OK, ich klinge schon wie ein alter Opa: "Dieses ganze neumodische Zeug ist nur noch totaler Dreck." und so. Vielleicht habe ich ja auch Unrecht und in Wirklichkeit wollen die Politik und die Industrie alle nur unser Bestes...
(OK, ich weiß: "Das Beste" an uns ist für die ja unser Bargeld... - aber das meinte ich nicht.)

Und zum PC-Geburtstag nochmal:
Und daß es den "klassischen PC" nicht mehr gibt und er zugunsten von eher wie Spielzeug anmutenden und zu bedienenden DIngen abgelöst wird, trägt natürlich auch dazu bei, daß es viel weniger Leute geben wird, die sich WIRKLICH für Technik und für Programmierung interessieren werden - für die ein Computer (und Programme) aus bunten Bildchen bestehen und die sich gar nicht vorstellen können, daß so Fensterchen und Spielchen nicht von alleine auf den kleinen glänzenden Teilen gewachsen sind (quasi angeboren)...

Irgendwann werden nur noch Computer andere Computer programmieren (so etwas gibt es meines Wissens auch jetzt schon) und auch Computer werden Computer programmieren, die Computer programmieren - und der Mensch wird nur noch dazu da sein, den Strom zu liefern und evtl darf er dem Computer auch verbal grobe Eckdaten dafür geben, was das Programm machen soll (ohne Ahnung von den Interna zu haben oder haben zu müssen). Für viele Menschen ist dies sicher ein total erstrebenswerter Zustand. Viele Menschen denken ja auch, Computer würden keine Fehler machen und nur Menschen machen Fehler. Man kann denen auch nicht erklären, daß Computer auch von Menschen gebaut wurden, die eben Fehler machen können. Und Programme von Menschen geschrieben, die Fehler machen können. Computer (oder andere technische Geräte) wirken auf Menschen heute, als wären sie von einem Baum aus einer Elfenwelt gefallen und wären magische Zauberkisten, die alles richtig machen und denen man alles glauben muß, was sie tun. Und verständlicherweise hat weder die Politik noch die Industrie irgend ein Interesse daran, die Menschen von diesem Glauben abzubringen (eher im Gegenteil).

Es wäre ja auch wirklich mal ein Fortschritt im menschlichen Verhalten gewesen, wenn es anders wäre - aber man sieht ja, daß es auch in der Vergangenheit funktioniert hat: Wenn etwas schwarz-auf-weiß geschrieben steht (Bücher, Zeitungen oder sogar Wurstblätter wie BILD etc.), dann muß es ja stimmen. Wenn es einem ein Mensch direkt sagt, kann es nicht stimmen - bis man es irgendwo gelesen hat. Und wenn etwas im Fernsehen gebracht wird - dann muß es ja stimmen! Es würde doch NIEMALS irgendetwas aus der Zauberkiste kommen, das GELOGEN wäre. Schon da hat man es scheinbar irgendwie ausgeblendet, daß auch das TV-Programm von Menschen gemacht wird - Menschen, die Fehler machen können. Menschen, die ihre eigenen Interessen haben und verbreiten wollen, die vielleicht mit den eigenen, die der Zuschauer hat, evtl nicht übereinstimmen könnten. Es wird auch ausgeblendet, daß es dem Papier egal ist, was darauf gedruckt wurd und den Druckplatten und Druckwalzen auch egal ist - und daß Menschen diese Artikel verfassen und nicht "die Zeitung". - Tja, und wer jetzt sagt: Naja, Fernsehen, Zeitung, das ist ja dieses dumme altmodische Zeug für die "ewig gestrigen" - wir sind ja modern und lassen uns nicht mehr verarschen... - Klar! Aber wenn irgend etwas im WIKIPEDIA steht, dann muß es ja stimmen, oder? Da würde doch niemand irgendwelche Lügen oder Halbwahrheiten verbreiten...

Dieser Text ist nur als eine kleine (bzw mittelgroße) Anmerkung meinerseits gedacht - vielleicht als kleine Anregung, über verschiedene Dinge und Entwicklungen etwas kritischer (ja, es gibt positive und negative Kritik) nachzudenken. Und wenn es jetzt jemandem die gute Laune verdorben hat - das tut mir leid, schalte doch Deinen TV an und schaue etwas Werbung, das verscheucht die trüben Gedanken...
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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon freecrac » Di 16. Aug 2011, 18:15

DOSferatu hat geschrieben:Ich finde diese Entwicklung ebenfalls schrecklich.

Angenommen...

Deinen Worten kann ich nur zustimmen und es gibt schon viele Menschen (von jung bis alt) die genauso darüber denken wie du es tust.

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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon bootdisk » Mi 17. Aug 2011, 12:42

Ich denke, es ist wichtig, weiterhin Open-Source-Software und die Idee die dahinter steckt zu unterstützen. Folglich ist es richtig, seine Daten selber zu verwalten und diese Aufgabe nicht an Dritte abzugeben.
Hier ein Artikel mit einem Statement von Richard Stallman zum Thema "cloud computing".http://www.guardian.co.uk/technology/2008/sep/29/cloud.computing.richard.stallman
Darüber hinaus müssen bestimmte Freiheitsrechte wie die Meinungsfreiheit auch im Internet gewahrt werden. Viele Entwicklungen im Bereich der IT versuchen die Möglichkeiten der Benutzer einzuschränken und sollten bewusst angesprochen und diskutiert werden. Die Gesellschaft muss einen kritischen Umgang mit den technologischen Errungenschaften erlernen. Es gibt viele schwierige Themen wie RFID, Censorship, Privacy, usw., mit denen es sich auseinanderzusetzen gilt.
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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon CptKlotz » Do 18. Aug 2011, 19:23

@alle: Die Medien-Industrie wird den "Kleinkrieg", den sie seit Jahren betreibt, verlieren, das sehe ich auch so.

Auf Dauer sollte man nicht den Leuten ans Bein p*****n, von denen man finanziell abhängig ist. Oder kommt demnächst eine Vergnügungssteuer oder allgemeine Konsumpflicht? :-)

@DOSferatu:

Mit der Totalüberwachung ist das schon faszinierend. In den 80ern sind die Leute noch wegen der Volkszählung auf die Straße gegangen, bei der relativ harmlose Dinge abgefragt wurden. Heute veröffentlichen die Leute dagegen ihr halbes Leben in Facebook und benutzen für absolut lächerliche Boni Rabattkarten, die einen zum "gläsernen Kunden" machen. Aber wenn man 10.000 Liter Benzin tanken muß, um eine Bratpfanne zum halben Preis zu bekommen, ist das wohl ein Angebot, das niemand ausschlagen kann :-)

Ich hab' bei so Bonus-Angeboten schon öfter "nein Danke" gesagt, weil ich für € 5,- Rabatt nicht meine Daten rausgebe und auch nicht erlaube, daß ich zugespammt werde.

Bei Deinen Zukunfts-Horror-Szenarien brauchst Du nicht einmal so sehr in die Ferne schweifen. Nimm doch die dämlichen Reisepässe und Personalausweise mit RFID-Chip. Glaubt irgendwer, daß nur legitime Stellen diesen Mist auslesen können? Im Prinzip kann jeder Ladenbesitzer an seiner Tür ein RFID-Lesegerät anbringen, das nicht nur den Diebstahlschutz an der Ware ausliest sondern auch die Pässe und Personalausweise der Kunden. Und einen Personalausweis muß man bekanntlich mitführen.

Ich habe allerdings aus verläßlicher Quelle erfahren, daß der RFID-Chip kaputt gehen könnte, wenn der Reisepaß *versehentlich* naß wird und man ihn im Mikrowellenherd trocknet. Die Gültigkeit behält der Paß dabei trotzdem :-)


[Exkurs]
In der Hinsicht finde ich übrigens beeindruckend, was derzeit in Norwegen passiert. Nach einem Attentat wie es dort passiert ist, hätten bei uns die üblichen Verdächtigen erstmal wieder laut geschrien, daß alles überwacht werden muß und man massiv in Bürgerrechte eingreifen müsse, um sowas unmöglich zu machen.

Stattdessen sagt der Ministerpräsident, daß man "mehr Demokratie" und "mehr Toleranz" lehren müsse, um sowas zu verhindern. Solche Politiker würde ich mir bei uns auch mal wünschen anstelle der populistischen Flachpfeifen und "Internetausdrucker", die hohle Sprüche von sich geben zu einer Materie, von der sie gar nichts verstehen.
[/Exkurs]


Was die Zukunft des PCs angeht: Ich glaube nicht, daß PCs verschwinden werden. Keine Ahnung, ob irgendwann die "Altlasten" in Form der x86-Plattform mal entsorgt werden. Ich vermute sehr stark, daß die meisten Leute keinen 8088-Code mehr auf ihren 16-Kern-CPUs ausführen :-)

Inzwischen laufen DOS-Anwendungen oder anderer nativer XT-/AT-Kram vermutlich sowieso besser in einem Emulator als sie "nativ" auf einer modernen Maschine laufen werden, weswegen man vielleicht diese alten Zöpfe wirklich mal abschneiden sollte.

Aber auf einen "richtigen" Computer möchte ich auf jeden Fall nicht verzichten. Das fängt erstmal damit an, daß ich eine richtige Tastatur brauche. Text über einen Touchscreen eingeben ist eine absolute Notlösung und ich möchte Texte wie diesen hier auf keinen Fall so schreiben müssen. Außerdem brauche ich einen anständigen Monitor, aber auch eine Festplatte und nicht zuletzt eine anständige Audio-Anlage.

Ich könnte mir vorstellen, einen Tablet-PC zu verwenden, um damit im Bett oder am Frühstückstisch Bücher oder Zeitungen zu lesen oder im Internet zu surfen. Aber so ein Teil müßte dann wesentlich preiswerter als ein PC sein und würde diesen allenfalls *ergänzen*, nicht ersetzen. Ein iPad, das soviel kostet wie ein brauchbarer Laptop und nicht einmal Multitasking kann ist einfach lächerlich.

Cloud-Computing halte ich irgendwie auch für ein Hirngespinst. Das wird gehypt ohne Ende, ohne daß mir wirklich klar wäre wozu ich (oder der typische Anwender) das brauchen würde.

Ich berechne selten 25 Mrd. Stellen von PI und suche auch selten nach extraterrestrischer Intelligenz (nach terrestrischer dagegen häufiger). Ich brauche folglich selten Rechenpower auf Großrechner-Niveau. Ich glaube auch nicht, daß die Enwicklung von PC-Prozessoren wegen der "Cloud" aufhören wird.
Spiele wird man wohl aufgrund der sich ergebenden Latenz kaum in der Cloud spielen können, zumindest keine, die schnelle Reaktionen erfordern.

Meine Daten werde ich auch sicherlich nicht in eine Cloud auslagern. Ich vertraue doch nicht meinen persönlichen Kram irgendeinem Netzwerk an, dessen Funktionsweise und Sicherheit für mich kaum transparent ist. Wer weiß schon, wie sicher die Daten da sind und welche Leute da alle Zugriff drauf haben.
Da fragt man sich, wer eigentlich *wirklich* Interesse an der Cloud hat? Der Anwender oder eher die Industrie und der Überwachungsstaat.

Bleibt noch Anwendungssoftware im Netz. Auch da sehe ich das Interesse eher bei den Anbietern. Warum soll man Software verkaufen, wenn man sie doch auch *vermieten* kann. Da ich aber eh kaum noch Anwendungssoftware benutze, die kommerziell ist, sehe ich auch nicht, wieso ich das dann in einer Cloud tun sollte.

Dann sind da noch Netbooks, die im Prinzip offline überhaupt nichts mehr können und nur mit Internetverbindung richtig benutzbar sind. Wozu sollte ich mir eigentlich so einen Krüppel-Computer kaufen?


Ich denke, der "Personal Computer" wird uns noch lange erhalten bleiben. Der Trend in Richtung Notebook wird sich fortsetzen, weil die Dinger für die meisten Leute einfacher praktischer sind und die Leistungsfähigkeit eines potenten Desktop-Rechners nicht erforderlich ist.
Für Leute, die diese Leistung brauchen, wird aber auch der stationäre Rechner weiterhin existieren.


Die Grenzen zwischen den verschiedenen Architekturen werden sich vermutlich weiter verwischen. Apple benutzt inzwischen Intel, Windows wird bald auch auf ARM-CPUs laufen. Aber der "persönliche Computer" wird bleiben.


@bootdisk: Stallman hat mit vielem recht was er sagt. Vor allem gebührt ihm Anerkennung für das GNU-Betriebssystem und es ist eigentlich sehr ungerecht, daß umgangssprachlich fast immer von "Linux" gesprochen wird. GNU/Linux wäre mehr als fair gegenüber dem GNU-Projekt.

Er hat natürlich auch recht, wenn er sagt, daß es ein Irrsinn ist, daß man quasi gezwungen wird, geheime, nicht offene Formate wie .doc, xls etc. zu verwenden und seine Kritik an Google oder an der Cloud ist auch völlig berechtigt.

Ich bin ein wenig hin- und hergerissen, wenn es um Google geht. Ich mag deren Suchmaschine und E-Mail-Dienst, aber frage mich immer öfter, ob man beides (besonders in Kombination) benutzen sollte. Ein bißchen wird man auf die Weise sicherlich zum "gläsernen Surfer".


Manchmal glaube ich, daß Stallman und die FSF sich durch ihren Dogmatismus selbst ein wenig in den Fuß schießen und Stallman als Typ scheint auch durchaus ein "schwieriger" Charakter zu sein.

Vielleicht ist man aber einfach immer versucht, zu predigen und zu verteufeln, wenn man sieht, daß gefühlte 95% der Computeranwender sich einfach einen Scheiß um Datensicherheit, Privatsphäre, Ethik oder Monopole scheren. Das Zeug muß "cool" sein und schönes Klickibunti haben und vor allem muß man immer den aktuellsten Kram haben, damit alle sehen, daß man auf der Höhe der Zeit ist.

Letzten Endes wird man wohl sowieso fast nur die Leute erreichen, die sich überhaupt schon für dieses Thema interessieren. Für alle anderen ist das Thema genauso wichtig wie die Frage, ob vi oder emacs besser ist.

Das Desinteresse ist eben groß, die Aufmerksamkeitsspanne klein und bei solchen gesellschaftspolitischen Themen gibt es allenfalls mal kurzzeitig ein großes Interesse, wenn irgendwo ein AKW in die Luft fliegt oder die Panik vor BSE grassiert. Drei Monate später sind dann die Teilnehmer von irgendwelchen Doku-Soaps oder Castingshows wieder interessanter.


Ich erfreue mich derweil noch ein wenig an meinem Linux auf dem Laptop, welches mir wirklich sehr gut gefällt.
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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon freecrac » Fr 19. Aug 2011, 10:56

CptKlotz hat geschrieben:@alle: Die Medien-Industrie wird den "Kleinkrieg", den sie seit Jahren betreibt, verlieren, das sehe ich auch so.

Auf Dauer sollte man nicht den Leuten ans Bein p*****n, von denen man finanziell abhängig ist.

Und ich dachte eher das man solche Privat-Bankster und deren Politlobbis wegen dieser aufgezwungenen Abhängigkeit so oft ans Bein p*****n müsste wie es irgendwie geht.

Oder kommt demnächst eine Vergnügungssteuer oder allgemeine Konsumpflicht? :-)

Und wenn ich dann gegen diese Konsumpflicht-Gesetze verstosse, dann werde ich als Strafe mit Konsumgüter überschwemmt?

@DOSferatu:

Mit der Totalüberwachung ist das schon faszinierend. In den 80ern sind die Leute noch wegen der Volkszählung auf die Straße gegangen, bei der relativ harmlose Dinge abgefragt wurden. Heute veröffentlichen die Leute dagegen ihr halbes Leben in Facebook und benutzen für absolut lächerliche Boni Rabattkarten, die einen zum "gläsernen Kunden" machen. Aber wenn man 10.000 Liter Benzin tanken muß, um eine Bratpfanne zum halben Preis zu bekommen, ist das wohl ein Angebot, das niemand ausschlagen kann :-)

Ich hab' bei so Bonus-Angeboten schon öfter "nein Danke" gesagt, weil ich für € 5,- Rabatt nicht meine Daten rausgebe und auch nicht erlaube, daß ich zugespammt werde.

Bei Deinen Zukunfts-Horror-Szenarien brauchst Du nicht einmal so sehr in die Ferne schweifen. Nimm doch die dämlichen Reisepässe und Personalausweise mit RFID-Chip. Glaubt irgendwer, daß nur legitime Stellen diesen Mist auslesen können? Im Prinzip kann jeder Ladenbesitzer an seiner Tür ein RFID-Lesegerät anbringen, das nicht nur den Diebstahlschutz an der Ware ausliest sondern auch die Pässe und Personalausweise der Kunden. Und einen Personalausweis muß man bekanntlich mitführen.

Ich besitze schon mal gar keinen gültigen Ausweiss mehr und ich weigere mich auch als Personal der BRD bezeichnen zu lassen. Ich wäre allenfalls bereit ein Personen-Identifikationsausweiss mit Angabe meiner Staatsangehörigkeit zu benutzen.
Dann muss dort auch der Staat eingetragen sein zu dem ich gehöhre und nicht nur eine Nationalitätsangabe. Die Staatsangehörigkeit eines Bürgers wird von seiner Zugehörigkeit zu einem Staat abgeleitet: USA-Staatsangehöriger heißt: ein Bürger hat die Staatsangehörigkeit der USA; ein Rußland-Staatsangehöriger hat die Staatsangehörigkeit Rußlands; ein DDR-Bürger hatte die DDR-Staatsangehörigkeit. Von der Nationalität "deutsch" kann diese DDR-Staatsangehörigkeit nicht abgeleitet werden. In den „Personalausweisen“ steht unter der Rubrik „Staatsangehörigkeit“ DEUTSCH. Aber ich kann den Staat "Deutsch" auf keiner Landkarte finden! Folglich wird hiebei von Seiten kriminell agierender Politiker/Beamter unser Volk getäuscht und um seine Identität betrogen. An diesem Betrug beteilige ich mich nicht aktiv und werde garantiert nicht Erfüllungsgehilfe für solche kriminellen Praktiken.

Ich habe allerdings aus verläßlicher Quelle erfahren, daß der RFID-Chip kaputt gehen könnte, wenn der Reisepaß *versehentlich* naß wird und man ihn im Mikrowellenherd trocknet. Die Gültigkeit behält der Paß dabei trotzdem :-)

Der Landkeis Demmin: Eine Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland gibt es nicht. Das „Staatsministerium Bayern“ hat zu dieser Thematik bereits folgendes selbst ausgeführt: "Der Bundespersonalausweis oder der deutsche Reisepass sind kein Nachweis über den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit. Sie begründen lediglich die Vermutung, dass der Ausweisinhaber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt."

Bitte welchen Staat gehöhre ich denn nun eigentlich an?

Rechtliche Grundlagen: Europäisches Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit (Art.2, Abs.a), Haager Landkriegsordnung (Art.43), SHAEF-Gesetz Nr. 52 (Art. 1), Deutschlandvertrag (BGBl. 1955 II S. 301), UN-Charta (Art.53 und 107), Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (§1), Übereinkommen zur Regelung bestimmter Fragen in Bezug auf Berlin vom 25.09.1990 (BGBl. 1990 II S. 1274), Urteile des Bundesverfassungsgerichtes (u.a. 2BvL6/56, 2Bvf1/73, 2BvR373/83; BVGE 2, 266 (277); 3, 288 (319ff; 5. 85 (126); 6, 309, 336 und 363, 2 BvR 955/00, 2 BvR 1038/01)

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Re: Happy Birthday IBM-PC!

Beitragvon Brueggi » So 25. Sep 2011, 11:54

Ich gebe DOSferatu 100% recht. Ich würde meine Daten nicht irgendwo auf fremde Rechner lagern lassen, nur, weil mir die Industrie einredet, ich hätte sie dann immer und überall griffbereit (dafür gibt es für mich USB-Sticks oder -Platten bzw. Notebooks). Warum hängt man dann nicht gleich alle Fotos/Kontoauszüge usw. an eine Wäscheleine aufm Marktplatz aus?

Das Problem sind die Leute - nicht die Technik. Jede gute Idee wird früher oder später immer zu irgendwas mißbraucht - und die Leute können ja ohne Facebook & Co schon nicht mehr leben. Traurig. Früher sind wir raus gegangen, Fahrrad fahren, abends dann, wenn auch eingeschränkt, durften wir dann zu zweit oder dritt für 1-2 Stündchen vorm C64 sitzen und haben Bauklötze gestaunt. Heute ist alles und jeder vernetzt und bildet sich ein, es würde ohne nicht mehr gehen... Sind die Menschen schon so arm (geistig), das sie sich von irgendwelcher Technik abhängig machen? :-(
Brueggi
 


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