Der "Dos-PC <-> Amiga" Kleinkrieg

Der "Dos-PC <-> Amiga" Kleinkrieg

Beitragvon Doctor Creep » Di 26. Mai 2009, 15:27

Passend dazu hab ich diesen Leserbrief in der Powerplay 12/1993 gefunden, den ich euch nicht vorenthalten möchte: *g*

*ocranschmeiss*

-snip-

Die Power-User

Ich habe mich endlich entschlossen, Euch diesen Brief zu schicken, um einige Mißverständnisse auf dem Gebiet Amiga/PC zu beseitigen!
Rechenleistung: Ein Amiga hat aufgrund seiner Motorola-Technik eines 68040er-Prozessors von Haus aus eine höhere Taktfrequenz, die in etwa die doppelte Geschwindigkeit eines 80486 Prozessors des MS-DOS hat. Das heißt im Klartext: Der neue A4000/40 (25 MHz) hat die doppelte Rechenleistung wie ein 486er mit 50 MHz. [Ist er denn viermal so schnell? J Das hätte fairerweise im Vergleichstest erwähnt werden müssen. Denn sonst liest es sich einfach so: A4000 mit 25 MHz, MS-DOS mit schnelleren 50 MHz. Was wäre wohl nach
Ansicht des Laien die bessere Lösung? Grafik: Hier habt Ihr in Eurem Test auch nur die niedrigen Auflösungen genannt. Aber kein Wort von den maximalen 1448x768 bei 256 Farben [!], die ein PC SVGA nur bis zu einer Pixel-breite [?]
von 640x480 auf dem Bildschirm bringt! Für PC-User gibt es zwar eine True-Color-Karte, die aber vom Preis-Leistungs-Verhältnis nicht überzeugen kann.
Sound: Alle Amigas nutzen den gleichen Soundchip (Paula), welcher bei 4 Kanälen in 8-Bit-Stereoqualität (mit rogrammierkniffen auf 8 Kanäle aufrüstbar) ohne Kompatibilitätsprobleme sein Dasein fristet. Auf MS-DOS kommt wohl nur eine 16-Bit-Soundblaster in
Frage, um es mit dem Amigachip aufnehmen zu können. Kostenpunkt zirka 500 Mark.
Spiele: Was habt Ihr Euch eigentlich gedacht, als Ihr geschrieben habt: "Amiga 4000-schnell, aber nicht im-mer spielekompatibel)."
Ein Wort dazu: Auf dem Amiga 1200/4000 laufen grundsätzlich alle Games, man muß nur wissen wie: Indem man sich auf Diskette Kickstart 1.3 zulegt, die Tricks aus einigen Zeitschriften ausprobiert oder die Cache abschaltet. Auf meinem 1200 gibt es kein Spiel mehr, welches ich nicht zum Laufen gebracht habe.
Überhaupt kann man als DOS6.0-User ältere Program-me aus seiner Sammlung entfernen: ca. 75% der 3.x-Games bringt man unter DOS 6.0 nicht zum starten. (Ich spreche aus Erfahrung mit Freunden) [soso].
Allerdings wird der Amiga zwar von amerikanischen Firmen nicht mehr soo unterstützt, aber es finden sich sehr viele englische
Hersteller, die PC-Programme umsetzen und es gibt bereits genug MS-DOS-ler, die mit Neid auf Desert Strike, Lionheart, Turrican 3 und zukünftige 1200/4000 Programme schauen, wie Body Blows 2, Alien Breed 2, Silly Putty 2, Mr. Nutz, Jungle Strike, Overdrive oder Cyberrace.
Sicherheit: Aus meiner Erfahrung heraus, gibt es fast keine
verletzlicheren Maschinen als MS-DOS-PC's. Die Gefahr, daß der Prozessor durchschmort, ist bei diesen Geräten sehr hoch [deswegen werden die meisten PC's auch mit einem Feuerlöscher ausgeliefert] und je höher die Taktfrequenz, desto größer auch das Risiko. Meinen Amiga habe ich 10mal im Sekundentakt ein- und ausgeschalten, getreten, hinuntergeschmissen und mit Mineralwasser übergossen, er
lebt noch gesund und fröhlich wie am ersten Tag. Fazit: Wer einen schnellen, günstigen, zukunftsträchtigen und
sicheren Computer will,kann natürlich zwischen diesen beiden Systemen wählen und auch andere nicht außer acht lassen, wie Mac, Archimedes, Atari oder die CD-Systeme, aber ich hoffe, daß einigen Lesern jetzt klar geworden ist, daß der Amiga nicht ein beiläufiger Kleinkindcomputer, sondern DAS System der Zukunft ist.

-snap-

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Beitragvon Dadys_Toy » Di 26. Mai 2009, 15:37

Was dieser "Power-User" wohl heute dazu sagen würde?

Btw: Ich nutze beide Systeme und diese haben auch Jeder seine Schwächen. -und Stärken!

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Beitragvon SharpClaw » Di 26. Mai 2009, 19:28

hawooo!! ^^

Ich konnte schon damals den Kleinkrieg zwischen den Systemen nicht verstehen. Jedes System hat seine Stärken und Schwächen.

Ein Bekannter von mir setzt noch heute seine Texte mit einem Mega ST (die dicke Maschine mit nebengesetzter Festplatte); bis vor Kurzem wurde ein Atari in unserer Stadtbücherei an einem Rolan-Kayboard eingesetzt; einige Bahnhöfe greifen noch heute bei der Darstellung der Abfahrten und Ankunften einen C64 ein; der Amiga wurde gelobt mit seinen außergewöhnlichen Grafikleistungen...

Lange Jahre habe ich ausschließlich einen PS/2 386er für meine Schultexte genutzt, weswegen ich mehr ein einmal milde belächelt wurde. Der Rechner war einfach schnell parat und um einiges stabiler als mein späterer Windows 95 Rechner, den ich wohl alle zwei Wochen neu installieren mußte, da er ständig seine dll's nicht mehr wiederfand :P Wohingegen ich mit meinem Windows XP Rechner mehr als zufrieden bin, ein bißchen an den Einstellungen schrauben und unnötige Dienste abschalten und schon rennt das System auch auf einem VLi8 Vectra ohne große Probleme.

Ich würde gerne wieder meinen alten Amiga 2000 als Datenarchiv einsetzen, jedoch hat eine ausgelaufene Batterie ihm wohl den Rest gegeben :(

Und es steht ja auch nicht geschrieben, daß man sich nur auf ein System stützen darf :D
Doch bräucht' es ganze Scharen Von Zauberern, und Zeit
Das Schöne zu bewahren Und die Gerechtigkeit.

Nun will ich nicht mehr weinen. Komm, führ mich in dein Land!
Will mich mit ihr vereinen In deiner sanften Hand...

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Beitragvon Dosenware » Di 26. Mai 2009, 22:56

Dadys_Toy hat geschrieben:Was dieser "Power-User" wohl heute dazu sagen würde?


Nichts - er musste feststellen das Toaster und Badewannen nicht zusammen funktionieren - erst recht nicht, wenn auch ein Atari mit Schmackes hinterhergeworfen wird... Leute gibts...
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Beitragvon ctx8 » Di 26. Mai 2009, 23:17

System der Zukunft *amüsier*
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Beitragvon Metalmorphosis » Mi 27. Mai 2009, 08:18

Als ich noch keinen PC hatte und nur auf dem C64 "unterwegs" war, holte sich ein damaliger Freund einen Amiga 500. Seinen C64 hatte er verkauft. Von da an wollte ich auch einen Amiga haben. Aber mein Vater riet mir davon ab, ich solle mir lieber einen PC holen, da er von Arbeitskollegen nichts gutes vom Amiga gehört hatte und PC's zunkunftsträchtiger seien. Nunja, ich folgte seinem Rat und kaufte mir vom Konfirmationsgeld einen gebrauchten 286 mit 16 MHz und einem MByte RAM.

Eines Tages tauchte der Typ von oben wieder bei mir auf und staunte nicht schlecht, als er mich Prince of Persia auf dem PC spielen sah. Richtig begeistert war er aber nicht und zog von dannen. Monate später liefen wir uns wieder zufällig über den Weg und er fragte mich: "Na, immer noch kein Amiga?" Ich lehnte ab, weil ich mit meinem PC vollends zufrieden war. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr. Ich glaube, wenn ich ihn heute treffen würde, müsste ich ihn mal fragen, "Na, immer noch Amiga?"

Während einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, in der ich 1997 als Jugendlicher war, traf ich auch jemand der voll von seinem "tollen" Amiga überzeugt war. Erzählte mir was er da alles drin hatte und wie viel besser der doch gegenüber einem PC wäre, blubberte mich mit "MIPS" und dergleichen voll. Jedenfalls blickte der so ziemlich arrogant und herablassend auf mich, weil ich doch einen - seiner Meinung nach - lahmen 486 DX4/100 mein Eigen nannte.
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Beitragvon Doctor Creep » Mi 27. Mai 2009, 08:44

Metalmorphosis hat geschrieben:Während einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, in der ich 1997 als Jugendlicher war, traf ich auch jemand der voll von seinem "tollen" Amiga überzeugt war. Erzählte mir was er da alles drin hatte und wie viel besser der doch gegenüber einem PC wäre, blubberte mich mit "MIPS" und dergleichen voll. Jedenfalls blickte der so ziemlich arrogant und herablassend auf mich, weil ich doch einen - seiner Meinung nach - lahmen 486 DX4/100 mein Eigen nannte.


Ja viele Amiga-User hielten ihre Nasen auf Höhe des Preislevels der Amiga Erweiterungskarten.

BTW: Genau diese Arroganz und Ignoranz hat letztendlich den Amiga gekillt. Ich muss diesbezüglich noch mal ein haarsträubendes Interview (ca 1991) mit einem Commodore Entscheidungsträger raussuchen. Abt.: Wer zu spät kommt den bestraft das Leben....

Als ich anno 1991 nach dem Preis einer Turbokarte für meinen Amiga 1000 fragte und gleichzeitig verglich was ein Dos-PC mit VGA und Pipapo kostet, wusste ich das ein neues Zeitalter beginnt (insbesondere bei den vielen hochkarätigen "Dos only Games")


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Beitragvon Dadys_Toy » Mi 27. Mai 2009, 12:29

Das leidige Thema PC oder Amiga haben wir heute ja auch noch. Nur heißt es jetzt eben PC oder Konsole. Der Amiga war tatsächlich seiner Zeit weit voraus. So ein bunter, rotierender und sich ruckelfrei über den Bilschirm bewegender Ball hatte man bis dato (der IBM-PC war ja noch nicht erfunden) noch nicht gesehen. Allerdings zielte der gesamte Aufbau eher auf "Konsole-mit-Tastatur-und-Maus-für-Büroarbeit-in-der-Spielpause" ab. Und Commodore positionierte ihn als Homecomputer Spielkonsole. Daher ist es nicht verwunderlich das viele Jugendliche zu der Zeit ihn als DIE Zukunft ansahen. Das große Plus war ebend das man mit ihm mehr machen konnte als nur spielen. Und leider vergaß C= mit den größeren Varianten sich im Profisektor wichtig zu machen. Als dann (glaub 1990) ein "Börsen-Gould" der Chef war wurde nur noch geschludert und nicht mehr zeitgemäße Hardware zu verkaufen versucht. Ein PC ist nunmal variabel - und das ist die Überlebensstrategie bis heute und auch in Zukunft.
Wenn die Konsolenhersteller es heute schaffen würden Tastatur, Maus und Office beizulegen, wäre das ein würdiger Erbe.
Dennoch: den Amiga umgibt ein sagenumwobenes Feeling, ähnlich den pentium-PCs. Durch Prozessortausch konnte man seinen 1995er Pc bis 1997 billigst beschleunigen. Das geht ja heut leider nicht mehr.
Es ist wohl eher die Freude einen Rechner zu haben der vom Speicherstick über die Soundausgabe bis hin zu HD, CD-ROM und modernem Betriebssystem pratisch Alles genauso kann und doch nicht der IBMPC-Wintel Allianz unterliegt.

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Beitragvon Metalmorphosis » Mi 27. Mai 2009, 13:12

Dadys_Toy hat geschrieben:So ein bunter, rotierender und sich ruckelfrei über den Bilschirm bewegender Ball hatte man bis dato (der IBM-PC war ja noch nicht erfunden) noch nicht gesehen.


Meines Wissens wurde der erste IBM-PC bereits 1981 vorgestellt. Der Amiga 1000 erschien aber erst 1985.
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Beitragvon Dadys_Toy » Mi 27. Mai 2009, 17:20

Metalmorphosis hat geschrieben:Meines Wissens wurde der erste IBM-PC bereits 1981 vorgestellt. Der Amiga 1000 erschien aber erst 1985.


Stimmt, hat mein Zahlengedächtnis einen Dreher. Der IBM kam 1981 raus. Allerdings war der Amiga technisch schon 1983 fertig. Nur das OS fehlte noch und C= hat 2 Anläufe dazu gebraucht.

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Beitragvon Dadys_Toy » Sa 30. Mai 2009, 17:00

Kam mir doch etwas bekannt vor der Leserbrief.
Sorry, DoctorCreep wenn ich Dich berichtige: es war die PowePlay 11/93.
Habs grad gefunden beim durchblätten.

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Beitragvon Doctor Creep » Mo 1. Jun 2009, 09:42

Dadys_Toy hat geschrieben:Kam mir doch etwas bekannt vor der Leserbrief.
Sorry, DoctorCreep wenn ich Dich berichtige: es war die PowePlay 11/93.
Habs grad gefunden beim durchblätten.


Jap - hatte ich auch schon gemerkt - spätestens bei diesem Posting hier wäre die Korrektur gekommen... ;)

Hier ein Nachschlag aus Powerplay 12/93:

-snip-

Heute habe ich mir einmal die Zeit genommen, Euch zu schreiben. Das scheint mir auch bitter nötig zu sein. Wenn ich nur an den Leserbrief von einem gewissen Tristan Schönmüller aus Eltmann in der POWER PLAY 10/93 denke. Mich ehemaligen Amiga-Fan und heutigen PC-Besitzer bringt diese falsche Vermutung auf die höchste Palme auf unserer guten alten Erde. Behauptet er doch glatt, daß sich der Amiga und andere heute schon zurückgebliebene Computer gegen den PC durchsetzen werden. Da kann ich nur milde lächeln und ihm raten, seine Wahrsagerkugel aus dem Supermarkt auf den Müll zu schmeißen. Auch kann ich nicht verstehen, daß immer wieder so viele Spieler behaupten, daß man auf einem 386'er nicht mehr spielen kann. Ich habe solche Top-Spiele wie Wing Commander II und X-Wing, die sich doch gut spielen lassen. Deshalb kann ich nicht verstehen, wieso alle so laut nach Spielen schreien, die programmtechnisch gesehen für 286‘er gemacht werden sollten. Über die Disskusion der Rüstung, die wohl nie zu Ende gehen wird, will ich auch noch ein paar Worte loswerden. Also ich denke, wenn die Firmen ihre Spiele mit zu hohen Mindestanforderungen verkaufen und diese dann wochenlang die Verkaufscharts anführen, glauben sie die Anforderungen beim nächsten Spiel nochmals hochsetzen zu müssen. Hierzu ist zu sagen, daß der Spieler hier aber auch mitreden kann, indem er Spiele wie z.B. Strike Commander nicht mehr er-wirbt. Das wird aber wohl nie passieren, da ja alle noch immer besseren Spielen mit noch besserer Grafik und Sound schreien, ich mache da keine Ausnahme. So ist es nun mal und jeder, der hardwaremäßig auf dem lau-fenden bleiben will, wird wohl nicht herumkommen, sich alle 24 Uonate einen neuen Computer zu kaufen. Zum Schluß noch ein Lob an Eure Power Tips-Ecke. Sie ist super wie immer, nur warte ich gespannt darauf, wann endlich eine Komplettlösung für Prince of Persia 2 auftaucht. Ansonsten weiter so. Ihr seid echt Spit-zenklasse, Eure Tests der verschiedenen Computer-klassen sind super. Alles Gute für die Zukunft und macht weiter so, ihr seid von den Besten die Besten.

Powerplay:

Ich vertehe Deine Aufregung im Bezug auf den Kampf auf dem Computermarkt. Aber findest Du nicht auch, daß man erst einmal abwarten sollte, was die Zukunft uns bringt. Das Thema Festplattenkapazität könnte sich z.B. durch das CD-ROM von selbst lösen. Denn bis es Spiele mit mehr als 500 MB gibt, wird noch einige Zeit vergehen. Bei Mul-timedia-Spielen sieht es natür-lich etwas anders aus, aber ich möchte hier auf keinen Fall eine neue Diskussion ent-fachen. Der Spielemarkt ist sehr dynamisch und bis ein System wirklich tot ist, müs-sen sehr viele Faktoren zusammenspielen. Glaub mir, wir bleiben auch dynamisch und geben alles, was wir in Erfahrung bringen, an unsere Leser weiter. SV

(...)

Auch ich habe mich von der allgemeinen Euphorie nach megahertzhungrigen 486'er anstecken lassen und habe mir so ein kleines Wunderwerk der Technik unter meinen Schreibtisch gestellt. Um jetzt gleich meinen neuen Drucker auszuprobieren, habe ich mich dazu entschlossen, auf einen Leserbrief zu reagie-ren. Schon als Amiga-User haben die vielen meist unhalt- baren Prognosen einiger Leser der damaligen Happy Computer zum Thema Amiga vs. Atari ST auf mich störend gewirkt, doch die Aussage des Lesers Tristan Schönmüller in der POWER PLA Y 10/93 sprengt alles bisher Dagewesene. Ist er doch der Meinung, daß sich auf Dauer nur Amiga, Mac und Archimedes durchsetzen werden. Diese Feststellung wirkt auf mich unüber- legt. Keiner wird bestreiten, daß der Mac schon seit geraumer Zeit gegenüber dem PG gewaltig an 6oden gewonnen hat Dies-IEegt Jedoch vor allen an der neuen Prelspolitik von Apple, nun auch den privaten Anwendermarkt ins Auge zu fassen und Com- puter, die speziell auf dieses Segment zielen, anzubleten. Die Vorteile des Macs sind klar, alles ist aus einer Hand. Viele Entwickler haben die Möglichkeiten des Macs erkannt und setzen ihre Pro- gramme für ihn um. Der gewaltige Vorteil des PCs, namlich die noch wesentlich höhere Verbreitung und Anzahl an verschiedenen Spielen und Anwendungen lassen den PC eine Menge Boden gutmachen, die exzel- lenten Aufrüstungsmöglichkeiten tun ihr übriges. Doch warum hier Amiga und Archimedes, der PC aber nicht, erwähnt werden, bleibt für mich ein Rätsel. Sicher, der Archimedes ist mit seiner RISC-Technik eine Innovation. Ich will auch nicht bestreiten, daß der Rechner es wert wäre, zu einem Kauf in Erwägung gezogen werden. Doch erstens, wer hat schon einen und zweitens, bekommt man ihn fast nirgends. Zum Thema Amiga kann man im Moment sehr schlecht etwas sagen. Tatsache aber ist, daß das CD-I gefloppt ist und mittlerweile vom Markt genommen wurde. Daß der Amiga 500, 2000 und 600 kaum Marktchancen mehr haben, ist auch nicht erst seit heute bekannt. bleibt abzuwarten, was der Amiga 1200 und der Amiga 4000 mit sich bringen. Vielleicht spricht ja der Falcon noch ein unerwartetes Wörtchen mit und geht nicht den Weg des Atari ST. Bei allen diesen Überlegungen sollte man nicht außer Acht lassen, daß der Personal Computer ursprünglich als reiner Bürocomputer konzipiert wurde. Diesen Markt führt er auch heute noch an. Wenn also jemand nach Büroschluß am Feierabend ein Spielchen wagen will, was bietet sich dann besser an als der PC. In diesem Sinne danke ich Euch für Eure hervorragende Zeitschrift und bleibt so, wie Ihr seid. (Michael, danke für das tolle Statement zum Thema Mario in der Power Play 10/93, Seite 127, Du sprichst mir aus der Seele)

Powerplay:

Das war eine sehr gute Analyse und ich hoffe, daß viele dieses Special lesen. Ich glaube, cheses Thema könnte jetzt wieder für einige Ausgaben ruhen. Auch wenn ich mich wiederholen sollte: Annahmen, Vermutungen und Prognosen sind keine Tatsachen. Der Markt reagiert einzig nach den Gesetzen des Chaos und die Möglichkeiten sind schließlich unbegrenzt. sv


Hallo Ingo, danke für die moralische Untersfützung in Sachen Mairo: Ich hab schon immer gewußt, das es noeh ein paar Leute gibt, die nicht von der Mariomania angesteckt sind. mh

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Re: Der "Dos-PC <-> Amiga" Kleinkrieg

Beitragvon ManAtWork » Mo 7. Jun 2010, 18:20

ich hatte mir damals nen A4000/40 (25 MHz) neu fuer 2600DM gekauft (was hab ich geblutet fuer das geld), war begeistert von der leistung nur fehlte es leider an der software. ein switch zum dx2-66 und der verkauf des Amigas war leider unausweichlich (da kann man noch so ueberzeugt von sein). heute habe ich zumindest noch nen A1200HD ....hab aber jemand gefunden, der einen A4000 Videotoaster hat und mir den komplett mit hard- und software fuer 200$ verkaufen will (wenn ich die aktuellen preise fuer ein single 4000 system sehe oder einer amiga graka, dann ists ein mega schnaeppche)... der wird sich schick in meiner retroecke machen.

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Re: Der "Dos-PC <-> Amiga" Kleinkrieg

Beitragvon CptKlotz » Mo 7. Jun 2010, 23:23

Hallo zusammen...

Lustige Leserbriefe... Fanboys wird es wohl immer geben, egal ob bei Autos, Computern oder bei diesem Spiel wo 22 Leute einen Ball durch die Gegend treten (heißt glaube ich Golf oder so).

Bei Kindern und Jugendlichen verstehe ich sowas ja noch... Die müssen ja erst mal ihre Identität finden, Diskutieren lernen und ein eigenes Weltbild entwickeln. Ich schätze mal, daß die Mehrzahl der geposteten Leserbriefe wohl eher von jüngeren Lesern stammt (was die wohl heute zu ihren Briefen sagen würden... Gibt's hier jemanden, der sich outen möchte? :-) )

Was mich immer ein bißchen verständnislos mit dem Kopf schütteln läßt, ist, wenn z.B. erwachsene Menschen ihr Auto zu einem Schrein für einen Fußballverein umfunktionieren oder sich irgendwelche Band- oder Markenlogos draufkleben. Nichts dagegen, wenn man sich für Sport, Musik oder bestimmte Produkte begeistern kann, aber es interessiert doch keine Sau, was irgendein anonymer Verkehrsteilnehmer sich kauft oder nicht.

Bei Konsumprodukten verstehe ich's am wenigsten... z.B. diese "Bitte ein Bit"-Aufkleber, die viele Leute auf ihre Autos pappen. Wenn mir Bitburger Geld dafür zahlen würde, dann würde ich vielleicht erwägen, für deren Gebräu Werbung zu machen, aber ich funktioniere mein Auto doch nicht kostenlos zu einer Litfaßsäule um.

Wahrscheinlich liegt das einfach daran, daß die meisten Leute Lemminge sind, die irgendeinem Trend hinterherlaufen müssen, weil sie nicht willens oder in der Lage sind, selbst zu denken oder einen eigenen Geschmack zu entwickeln. Vielen reicht es anscheinend in der Konsumgesellschaft schon, sich über die Produkte zu identifizieren, die sie konsumieren.

Mir selbst ist mittlerweile herzlich egal, was irgendwer kauft. Jeder sollte sich das Produkt zulegen, das seinen Bedürfnissen am besten entspricht. Die optimale (aktuelle) Videospielplattform ist für mich z.b. ein Nintendo DS, weil der portabel ist, mit einer Akkuladung lange läuft und es dafür Spiele gibt, die mir Spaß machen (dafür reicht die Grafikleistung völlig aus). Da ist mir völlig gleich, ob das für Hardcore-Zocker eine Kinder- und Alte-Leute-Konsole ist.

Richtig ärgerlich finde ich eigentlich nur noch, wenn Produkte mit Lügen und Halbwahrheiten beworben werden oder ein grobes Mißverhältnis zwischen Preis und gebotener Leistung besteht. Das ist z.B. im Hifi-Sektor sehr häufig der Fall, aber auch bei vielen Medikamenten und Esoterik-Produkten, die keine nachweisbare Wirkung entfalten und deren behaupteter Wirkmechanismus oft sogar den bekannten Naturgesetzen widerspricht. So etwas bringt mich richtig auf die Palme, speziell wenn auch noch die Verzweiflung kranker Menschen ausgenutzt wird, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Aber ob irgendwer jetzt mit Playstation oder XBOX zockt oder ob er auf Apple oder PC steht? Wen interessiert's? Der Kram erscheint mir sowieso zunehmend austauschbar und selbst Microsoft taugt in letzter Zeit nicht mehr so richtig als Feindbild und "Reich des Bösen"(tm), oder? :-)

Was ich gerne hätte, das wäre die "what-if-machine" aus Futurama. Es wäre ganz interessant zu wissen, wie z.B. heute der Computer- und Videospielemarkt aussehen würde, wenn Commodore und Atari ein kompetentes Management gehabt hätten. Hätte dann der Amiga überlebt und wäre heute eine Alternative zu Mac und PC oder sogar Marktführer? Sehr wahrscheinlich würde ein Amiga von 2010 aber auch gar nicht so viel anders aussehen als die heutigen PCs. Trends und Mechanismen wie Moores Gesetz, die Tendenz zu Bloatware, das Aufkommen der 3D-Beschleuniger, die zunehmende Verbreitung von Notebooks, Designspielereien und der Massenmarkt seinen billigen Wegwerfprodukten wären wohl auch am Amiga nicht spurlos vorbeigegangen.

Gruß,
Stephan
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Re: Der "Dos-PC <-> Amiga" Kleinkrieg

Beitragvon ManAtWork » Di 8. Jun 2010, 01:29

CptKlotz hat geschrieben:Was mich immer ein bißchen verständnislos mit dem Kopf schütteln läßt, ist, wenn z.B. erwachsene Menschen ihr Auto zu einem Schrein für einen Fußballverein umfunktionieren oder sich irgendwelche Band- oder Markenlogos draufkleben. Nichts dagegen, wenn man sich für Sport, Musik oder bestimmte Produkte begeistern kann, aber es interessiert doch keine Sau, was irgendein anonymer Verkehrsteilnehmer sich kauft oder nicht.


muss man nicht verstehen, aber was ist falsch daran? express yourself und das muss nicht heissen, dass man jeden trend hinterher laeuft... normal faehrt oder laeuft doch fast jeder rum und es waere dann doch grausam, wenn jeder das selbe denkt, anzieht und faehrt. ich finde es mehr bedauerlich, wenn die leute das, was sie moegen, nur sich selbst im wohnzimmer zeigen....

CptKlotz hat geschrieben:Sehr wahrscheinlich würde ein Amiga von 2010 aber auch gar nicht so viel anders aussehen als die heutigen PCs.


sehen sie im moment auch nicht, die jetzigen modelle haben veraltete mac (powerpc) hardware und wie schon damals ueberteuert, was die neuen bringen werden, wird sich zeigen ...

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