Dies und das und DOS

Pfalck
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon Pfalck » Di 5. Mai 2020, 09:55

BluesmanBGM hat geschrieben:
Pfalck hat geschrieben:Nicht nur für mich - auch für den Rest - er KANN nämlich keine grösseren Programmprojekte realisieren.
Nur Kleinkram als Hobby. Das muß nur in die Köpfe der Träumer rein.


Siehst du, und genau mit dieser Mentalität kann ich persönlich nichts anfangen. Wenn man DOS nur noch als braves und amüsantes Nostalgie-Hobby nebenbei betrachtet (bei dem kategorisch eh "nichts ordentliches mehr rauskommen kann") dann ist man natürlich mit den vorgefertigten Schablonen und Kleinkram zufrieden. Ist bequem und reicht für Nostalgie. Und alle Leute, die sich noch Gedanken über andere Wege machen, werden als "Träumer" abgekanzelt. Korrigier mich, falls ich dich falsch verstanden habe.

Chris


Ich programmiere auf C128 aus Spaß, um Logik zu trainieren und bei DOS Kleinkram.

Natürlich kann man seine Modellgartenbahnanlage oder die Haussicherung mit DOS programmieren.
Kein Problem.

Aber ein Turrican 8 wird es nicht geben. Da hängt ein Rattenschwanz dran.
Außerdem würde sowas überhaupt nicht direkt unter DOS programmiert sondern auf einer Umgebungssoftware.

Alles andere ist weltfremde Träumerei und wahrlich eine seltsame Mentalität.
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His_Cifnes
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon His_Cifnes » Di 5. Mai 2020, 11:03

Pfalck, wenn Du das so siehst, dann ist das Deine Sicht der Dinge. Du kannst nicht für alle sprechen.
Auch hast Du natürlich keinen Zwang irgendetwas zu tun. Wenn Du für Dich entschieden hast, alles so zu belassen wie es ist, dann kannst Du das natürlich so halten. Kein Mensch wird Dich dafür kritisieren oder zu etwas zwingen. Oder kurz gesagt: Wenn Du nicht magst, dann machst Du eben nicht mit. : )


Pfalck> er KANN nämlich keine grösseren Programmprojekte realisieren.

Hier interessieren mich zwei Dinge:
1) Wer ist "er"?
2) Kannst Du das auch begründen?


Und ja, es gibt durchaus DOS-Lösungen, die noch immer im produktiven Insel-Einsatz laufen. D.h. nix mit Hobby-Kiste. Fiele das System aus, wäre das eher SEHR ungut.
Frischer Wind hier und da wäre sicher mal gut, vor allem bei der DOS-Software. Es gibt bereits sehr viele sehr gute Anwendungen. - Aber leider ist die Entwicklung stehengeblieben. Es gibt kaum noch Neues. Beim Amiga und Co gibt es nach wie vor sogar neue Spielerscheinungen! - Hab ich bei DOS schon länger nicht mehr vernommen.

Aber wieder: Wer das nicht möchte, muß ja nicht mitmachen, bzw. kann bei seiner Version bzw. Software von damals bleiben.
Pfalck
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon Pfalck » Di 5. Mai 2020, 12:13

Ist doch alles kein Problem: ich freue mich dann einfach über Deine Programmierergebnisse.
Kannst ja Bescheid geben, wenn was fertig ist.
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon BluesmanBGM » Di 5. Mai 2020, 14:40

His_Cifnes hat geschrieben:Pfalck> er KANN nämlich keine grösseren Programmprojekte realisieren.

Hier interessieren mich zwei Dinge:
1) Wer ist "er"?
2) Kannst Du das auch begründen?


Zuerst hatte ich mich von dem "er" persönlich angesprochen gefühlt, weil ich als des Programmierens eher Unkundiger diesen Thread mit diversen Ideen gestartet hatte. Es ist etwas schwammig formuliert, aber ich denke inzwischen, er meint mit "er" einfach allumfassend den ganzen Rest der aktuellen DOS-Programmierer, die allesamt mit Kleinkram zufrieden sind oder zufrieden zu sein haben.

Ich war noch nie ein Freund von Verallgemeinerungen. Nur weil es im Moment keine größeren Projekte gibt, bedeutet das nicht, dass sich nicht irgendwann wieder ein fähiges Team zusammenfindet. Menschen haben seltsame Ideen, wenn sie durch Kreativität motiviert werden und wenn sich die richtigen Personen zusammenfinden. Wer kann daher kategorisch ausschließen, dass es irgendwann z.B. wieder ein engagiertes Team für ein Point&Click-Adventure-Projekt in VGA für DOS geben wird? Und ich würde solchen Leuten sicher nicht die Motivation nehmen, in dem ich sie als weltfremde Träumer abkanzle, die ihr Spaßhobby zu ernst nehmen.

Anders gesagt: wer hätte vor 20 Jahren geglaubt, wieviele Spieleprojekte es aktuell für C64 und Plus/4 gibt? Und da würde ich nicht nur von Kleinprojekten und Hobbyspaß sprechen. Nur haben Entwicklungen auf Homecomputern halt zur Zeit den Bonus, auf den "Voll der Retrokult"-Zug aufspringen zu können, was DOS im Moment fehlt. Im Moment.

Mehr sage ich dazu nicht mehr, denn ich will mich nicht streiten. Jedem sein Weltbild. Ich sage ja auch "Mein 386er ist der beste Computer überhaupt. Und zwar für mich..." :-).

Chris
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon S+M » Di 5. Mai 2020, 23:38

Also die ganzen Tools um z.B. die Hardware umzukonfigurieren (AMD mobile K6, K7, C3) finde ich schon äußerst praktisch, das sind zwar auch eher kleine Projekte, aber sie haben durchaus große Wirkung.
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon His_Cifnes » Mi 6. Mai 2020, 08:38

BluesmanBGM, genauso sehe ich das auch. : )

Viele ambitionierte Ideen haben mit Träumereien angefangen.
Dann sind die Träumer am Ball geblieben, und zack wurden eines Tages Konzerne draus.

Gut, ob das heute auch noch klappen würde, ist die Frage.. aber zumindest kann eine Idee oder Träumerei noch immer recht groß werden, WENN die Idee TOP genug ist, genug Leute anpacken und auch am Ball bleiben.
Wer daran nicht glaubt, der muß ja nicht. : )
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon SigurdWarp » Mi 6. Mai 2020, 13:52

Ich darf zu den Ausführungen über den Weg von OS/2 ergänzen, dass es dort leidlich anders ist als bei einer möglichen DOS Gruppe. Die noch bestehende OS/2 Community besteht zu mindestens 95% aus Mitgliedern meiner Altersgruppe bzw. deutlich älter, die also OS/2 irgendwie "schon immer" genutzt haben und vor allen Dingen Anfang der Neunziger, als es auch aktuell "In" war, dabei waren. Jährlich organisieren Thomas Müller und ich ein OS/2 User Treffen in Köln, dieses Jahr, so Corona will, am 12.12. wieder. Zwar steigt das Interesse an OS/2 durch die gute Arbeit an ArcaOS wieder leicht, aber diese ist auch nur möglich, weil es einige Industriekunden dazu gibt, die immer noch Lizenzen benötigen. Neue Märkte erschließen sich nicht, insbesondere auch nicht im Bereich der eigentlich dafür wichtigen "Jungen Benutzer".
Das hat auch nichts damit zu tun ob man das gut findet oder nicht, ich würde mich über eine höhere Aufmerksamkeit für das System auch freuen, aber es hilft auch nichts, unbedingt an den Tatsachen vorbei sehen zu wollen.
Andererseits gibt es ArcaOS nur, weil erstmal ein paar Enthusiasten da angefangen haben. Aber ohne den finanziellen Support der Industriekunden liefe da genau gar nichts.
Wir selbst konnten eine Vorführung letztes Jahr in Köln sehen, bei der OS/2 (ArcaOS) auf einem UEFI System installiert werden konnte, ohne CSM etc. Für viele "Alte Hasen" ging bzw. geht der Weg aber eher Richtung Virtualisierung von OS/2.
Ich selbst versuche es immer auf etwas neuerer Hardware, letztlich (ging aber nicht ohne SSD Tausch) hatte ich OS/2 auch nativ auf dem Thinkpad 25 laufen, mit Sound, mit Netz, mit FullHD usw. Aber z.B. USB 3.0 fehlt enorm, soll seit 2016 schon "so gut wie fertig sein". Ohne USB 3 macht moderne Hardware gar keinen Sinn.
Auf dem Thinkpad Yoga 12 aus 2015 habe ich es sogar nativ inklusive Touch und Stylus Support laufen... Aber die Hardware bleibt nicht stehen.
Und da kommen wir auch wieder zu DOS und Windows 3.11..
DOSBOX ist eine sehr gute Alternative.
Windows 3.11 betreibe ich inklusive Sound, Netzwerk etc. innerhalb von VM Ware Workstation Pro.
Ebenso Windows 98 SE und XP Media Center Edition. Die laufen darin im Vollbildmodus so gut, dass es man es auf den ersten Blick nicht merken würde. Ebenso OS/2 - aber da fehlt eigentlich nur eins bei VM Ware: Sound...
Also: ich glaube, die Praxis möge mich wirklich gerne eines besseren belehren, das nur sehr schwer Geld für entsprechende Projekte aufgetrieben werden kann. Drücke trotzdem die Daumen.
Für OS/2 - sollte OS/2 nicht die weiteren Hardwarehürden nehmen, so wird es und die Userbasis auf "natürlichem" Wege in bälde aussterben. Hart, aber so ist es.
Und letztlich - es gibt doch wichtigeres als PCs oder Betriebssysteme, oder? ;-)
Retro Projekte:VOBIS 486DX2/80VLB PC-Originalzustand-Originalsoftware(in Arbeit),Ehemaliger VOBIS PC (wie oben) aufgerüstet Pentium III 600 Slot1 Katmai,Gigabyte GA-6BA, 512MB Ram,Diskette,IDE ZIP100-OS/2Warp4-Windows98 Dualboot(Fertig seit 7.5.2019)
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Re: Dies und das und DOS

Beitragvon His_Cifnes » Mi 6. Mai 2020, 18:47

Wow! Sigurd auch hier! : ) - Find ich toll!

Hmm.. viele wissen halt nur nicht, daß es OS/2 noch gibt. Habe mit einigen Entwicklern bei uns in der Firma gesprochen.. da schwärmten einige daß es doch ein tolles System war damals.. und als sie hörten, daß es noch immer (wieder) Treiber für aktuelle Hardware gibt, sah man in ihren Augen ein WTF.. und als ich dann noch anfügte, daß es bereits einen Fork gäbe, ArcaOS genannt, der aktiv entwickelt wird, und nativ auf z.B. AMD Ryzen läuft... waren sie voll des Wunderns.

Kennen tuns viele noch, aber keiner weiß so recht Bescheid, daß es das nun wieder gibt. Muß viel bekannter gemacht werden.. auch daß man damit prima (und ohne memmaker-Orgien) alte DOS-Spiele zocken kann.. : ) - Wobei dann unbedingt ein Sound-Wrapper her muß. Auch der ist wohl in Arbeit..

Das Demographie-Problem von "altem Kram" ist allgegenwärtig, genau wie generell "der Wert" von coolen Sachen von früher: Solange es noch Leute gibt, die das Ding damals live erlebt haben, und es schon immer haben wollten/benutzt haben, wird es Wert haben. Sterben diese weg, und es gibt niemanden mehr, der sich darum schert, fällt der Wert ins Bodenlose.. weil für die nachfolgenden Generationen ist es nur noch ein altes Ding von damals, daß keiner mehr braucht.

Alles ist davon betroffen. Aber solange es noch Leute gibt, ist die Hoffnung nicht verloren.
Und gerade bei DOS und OS/2 gibts durchaus noch Leute, die die späten 80er und die 90er voll erlebt haben.. zusammen mit den hippen Betriebssystemen von damals. : )

Btw, würde auch gern in Köln teilnehmen, Ende des Jahres. Leider ist das aber enorm weit weg... wohne ganz weit im Osten des Landes, und nuur für ein Wochenende so weit fahren.. urx..

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