Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

BluesmanBGM
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Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon BluesmanBGM » Di 16. Apr 2019, 13:56

Wieder eine seltsame Frage, aber dafür bin ich ja bekannt ;-).

Ich gehe mal davon aus (aka unfaire Verallgemeinerung), daß die meisten Schreiber hier im Forum irgendwann im Laufe der 90er Jahre aufgehört haben, DOS als alleiniges Betriebssystem bzw. Hauptbetriebssystem zu betreiben. Ich hatte ja auch selbst eine Phase zu dieser Zeit, in der ich alles Mögliche durchprobiert hatte, wie z.B. Windows 95, Linux, OS/2 Warp. Irgendwie bin ich aber nach einigen Wochen rumprobieren immer wieder bei DOS/WfW 3.11 gelandet, weil es für meine persönlichen Anforderungen und Vorlieben absolut ausreichend war/ist. Und den Trend, neues Zeugs nur deswegen zu installieren, weil es jetzt neues Zeugs gibt, konnte ich nie nachvollziehen. Never change a running system.

Langer Rede wenig Sinn und allgemeine Frage an alle: warum seid ihr damals von DOS auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen?

Private Gründe? Schulische Gründe? Berufliche Gründe? Kompatibilität mit dem Fortschritt? Ausnutzen neuer Hardware? Spiele? Internet? Alle Gründe zusammen und mehr? Oder gibt es noch mehr Leute, die nie (dauerhaft) umgestiegen sind?

Chris
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Thomas
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon Thomas » Di 16. Apr 2019, 16:07

Hi Chris.
Bei mir ist das Recht einfach:
Ich wollte damals immer das neuste haben, weil das bei uns allen so war. Obendrein wussten wir ja damals DOS gar nicht zu schätzen.
Mein bester Freund und Nachbar hatte stets das neuste bei Release und das wollte ich dann auch immer. Selbst ME hatte ich kurz nach Erscheinen selbst und ich muss sagen ich fand das damals sogar Recht cool. NT und 2000 kamen allerdings bei mir über die Testphase nicht hinaus. Erst XP habe ich genutzt bis zum Support Ende. Dann eine Zeit lang Linux Mint und Vista, welches ich entgegen der verbreiteten Meinung auch gut fand. Mit dessen Supportende habe ich wieder viel Linux distris genutzt und letztes Jahr habe ich mir dann Mal eine win 10 Lizenz gegönnt.
Auf einen modernen Rechner mag ich nicht in Gänze verzichten da ich den Komfort der aktuellen OSe sich sehr schätze. Wenn es allerdings einen sicheren aktuellen Browser und eine zuverlässige AV Software für 3.11 gäbe, wäre der core2 wahrscheinlich im Keller.
Ein bisschen DOS kann oft mehr als ein Haufen Fenster.

Gigabyte GA-586HX, P54C 100@75MHz, 24MB RAM, AVGA3-22-1M ISA, RTL8029AS PCI, Goldstar Prime 2 ISA, MA5ASOUND, Dreambl. X2 DB, HD 4x2GB, 48x CD, 3,5" Floppy, 2xRS232, 1xPar., PS/2 Maus
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon schubl » Di 16. Apr 2019, 20:20

Ich war immer eher der "Late Adopter", mit "genauen" Jahreszahlen kann ich leider nicht dienen...
Lange Zeit mit DOS 6.22/WfW 3.11 gearbeitet und gespielt, unter anderem noch mit AutoCAD 12 für DOS gearbeitet, obwohl der Rest der Klasse schon auf LT für Win umgestiegen ist...
Dann der Umstieg auf Win95B, hauptsächlich wegen der großen Festplatten (Bin kein Fan von mehreren Partitionen), dem einfachen Netzwerk und der Spiele, die halt 9x voraussetzten...
Trotzdem war der Standard-Eintrag im Bootmenü immer noch DOS-XMS und als 3ter Eintrag erst Win, da sowohl beim Arbeiten, als auch beim Spielen die meisten Sachen noch unter DOS liefen...
95B wurde auch erst durch 98SE ersetzt, aber auch zu einer Zeit, wo ich schon mehrere Rechner zuhause hatte...
Einen NT4.0 Rechner im Dauerbetrieb als Fileserver und Router fürs Kabelmodem, meinen Haupt-Arbeits- und Spielerechner mit 98SE/Voodoo2-SLI/GeForce2 und daneben einen 486 mit DOS 6.22/WfW3.11 und einen (Fujitsu?-)Siemens XT-Clone mit DOS 3.3 und Grünmonitor...
ME und 2000 zuhause ausgelassen und wieder relativ spät mit SP2 auf WinXP umgestiegen, ehemaligen Hauptrechner degradiert und damit den defekten XT ersetzt...
Mittlerweile auch den NT-Rechner durch nen WLAN-Router und nen Linux-Server ersetzt...
Relativ sofort nach Erscheinen auf Win7 umgestiegen, was im Moment auf allen meinen Rechnern und Notebooks läuft, die nicht unter die Kategorie Retro oder Werkstätte fallen...

Eigentlich waren es immer die Spiele, die mich zu nem neuen System getrieben haben, mittlerweile sammeln sich wieder die alten PCs, welche ich aber auch immer mit nem adäquaten System versorge...
Sehe keinen Sinn darin, einen P3 oder P4 mit DOS zu "vergewaltigen", dafür hat man XT, 386, 486 und eventuell noch P1, für alles andere sehe ich was halbwegs zeitgemäßes passt besser...
Ich bin auch nicht der DOS-Glorifizierer oder Fetischist, sondern sehe es als das, was es ist: Das richtige System für (ganz) alte PCs und die dazu passenden Spiele/Anwendungen...
Und da gehört für mich auch ein Norton Commander dazu und keine stundenlangen CLI-Hack-Orgien um ein paar Dateien von A: nach C: zu kopieren... ;-)

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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon BluesmanBGM » Mi 17. Apr 2019, 09:33

schubl hat geschrieben:Ich bin auch nicht der DOS-Glorifizierer oder Fetischist, sondern sehe es als das, was es ist: Das richtige System für (ganz) alte PCs und die dazu passenden Spiele/Anwendungen


Hmmm. Aber mal als provokative Zwischenfrage: ist das dann nicht irgendwie ein Argument für nostalgische Stagnation im DOS-Bereich? Also nur noch ausschließlich Verwendung und/oder Entwicklung für "passende Spiele/Anwendungen..." auf "(ganz) alten PCs"? Vielleicht sind es ja gerade die engagierten Glorifizierer und Fetischisten, die hier noch aktiv was bewegen könnten. Leider gibt es halt zuwenige davon bzw. kreativ weit weniger, als z.B. im Homecomputer-Bereich.

schubl hat geschrieben:Und da gehört für mich auch ein Norton Commander dazu und keine stundenlangen CLI-Hack-Orgien um ein paar Dateien von A: nach C: zu kopieren... ;-)


Den Sinn von Norton Commander & Co konnte ich ehrlich gesagt auch nie nachvollziehen. Ich mag da gerade die "direkte" Kommunikation mit der Maschine über Wörter. In der Zeit, die ich brauche, um irgendwelche GUIs oder blauen Shells zu starten, und dann per Maus oder Cursor zu verwenden, habe ich doch schon mehrere DOS-Befehle getippt, die mir die Dateioperationen erledigen. Okay, große Datenmassen habe ich zugegeben keine, es sind eigentlich nie mehr als 100 - 150 MB auf der 2-GB-Platte drauf.

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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon schubl » Mi 17. Apr 2019, 12:14

BluesmanBGM hat geschrieben:
schubl hat geschrieben:Ich bin auch nicht der DOS-Glorifizierer oder Fetischist, sondern sehe es als das, was es ist: Das richtige System für (ganz) alte PCs und die dazu passenden Spiele/Anwendungen

Hmmm. Aber mal als provokative Zwischenfrage: ist das dann nicht irgendwie ein Argument für nostalgische Stagnation im DOS-Bereich? Also nur noch ausschließlich Verwendung und/oder Entwicklung für "passende Spiele/Anwendungen..." auf "(ganz) alten PCs"? Vielleicht sind es ja gerade die engagierten Glorifizierer und Fetischisten, die hier noch aktiv was bewegen könnten. Leider gibt es halt zuwenige davon bzw. kreativ weit weniger, als z.B. im Homecomputer-Bereich.

Ja, aber eigentlich Nein oder eher: Es is kompliziert...
Im Homecomputerbereich tut sich meiner Meinung nach mehr als im DOS-Bereich, weil es "einfacher" ist...
Wieviel verschiedene C64 gibt es?
Wieviel Amiga 500?
Auch mit Turbokarten, RAM-Erweiterungen, Easyflash, usw bist bei weit weniger unterschiedlichen Konfigurationen und Geschwindigkeiten als im DOS-Bereich...
Für welches Außenseiter-System würdest Du lieber in Deiner Freizeit entwickeln?
Eines, wo Du schnell mal eine breite Anwenderbasis hast mit annähernd gleicher Konfiguration, wo Du davon ausgehen kannst, dass es überall gleich läuft, oder eher doch das andere System, das nicht nur durch 8088 bis (sagmermal) P4 schon mal von der Geschwindigkeit massivst variiert, sondern dann auch noch von Hercules bis SVGA und PC-Speaker bis 5.1-Surround-Karte ins Spiel bringt?
Natürlich ist das eine blöde Frage in einem DOS-Forum an einen DOS-Fan, wo die Antwort schon vorher klar ist...

Was sollte denn noch bewegt werden?
Was kann DOS besser als jedes andere moderne System?

Ich mag Auto-Vergleiche...
Ich fahr gerne hin und wieder mal in nem alten 3er BMW der Baureihe E30 ohne elektrische Helferleins...
Macht richtig Spaß...
Aber als Daily-Driver mag ich meinen modernen Peugeot 807 mit Klimaautomatik, Sitzheizung, ESP, Airbag usw lieber, weil er einfach fährt, nix klappert und dabei auch noch bequem ist und ich im Sommer bei 35°C nicht zu kochen beginne...
Und wenn ich im Baumarkt stehe, lade ich kurz mal 20 Säcke Erde fürn Garten ein oder setz anderswo 7 Leute rein, was beim E30 nicht geht...

BluesmanBGM hat geschrieben:Den Sinn von Norton Commander & Co konnte ich ehrlich gesagt auch nie nachvollziehen. Ich mag da gerade die "direkte" Kommunikation mit der Maschine über Wörter. In der Zeit, die ich brauche, um irgendwelche GUIs oder blauen Shells zu starten, und dann per Maus oder Cursor zu verwenden, habe ich doch schon mehrere DOS-Befehle getippt, die mir die Dateioperationen erledigen. Okay, große Datenmassen habe ich zugegeben keine, es sind eigentlich nie mehr als 100 - 150 MB auf der 2-GB-Platte drauf.

Auch von mir eine provokante Frage: Ist das dann nicht ein Argument für Stagnation im Lochkartenbereich? Gerade dort gibt es so richtig direkte Kommunikation mit der Maschine über Bits... In der Zeit, die ein DOS-PC zum Hochfahren braucht hat man schon x Lochkarten eingelesen, ohne was zu tippen...
Aber weil Leute wie Du lieber was eintippen, legt keiner mehr Wert auf eine Weiterentwicklung in dem Bereich...
;-)

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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon Dark_Lord » Mi 17. Apr 2019, 22:02

Ich bin DOS eigentlich immer relativ treu geblieben, aber irgendwann beugt man sich dem Fortschritt.

Auch ich brauchte mal neue Programme, neue Spiele... Da ging man dann mit den Windows-Generationen mit.

OS/2 Warp war auch mal dazwischen, als Parallelinstallation, aus Experimentierfreude. Und so manches DOS-Programm lief unter OS/2 bei limitierten Resourcen sogar noch besser, weil HPFS einfach den Dateizugriff dermaßen beschleunigt hat, dass selbst mit Swappen weil ein fettes OS im Hintergrund lief, die DOS-Emulation abartig schnell war, schneller als natives DOS (Das nicht ganz so von Autodesk gewollte 3D Studio 4 aus der Gold Collection war so ein Kandidat, der auf einem 486 mit 4MB RAM in der DOS-Emulation von OS/2 von HPFS gestartet, um locker Faktor 5 schneller lief)

Ich hatte aber immer Parallelbetrieb:
DOS mit Windows 3.x als Aufsatz, aber in der Regel halt DOS
Windows 95 bis 98SE mit Bootmenü nach DOS oder Windows mit hoch optimiertem Speicher (devicehigh und loadhigh komplett von hand optimiert, 620KB mit allen Treibern)
Selbst zu Windows 2000 Zeiten immer noch eine zweite Partition mit Win98SE mit DOS/Windows-Bootmenü
Zu Windows XP Zeiten wurde dann ein Rechner aus Altteilen für 98SE mit DOS/Windows-Menü und 2000 abkommandiert
Selbst auf meiner aktuellen Windows 7 Maschine ist noch ein XP Multiboot drauf, weil bestimmte Programme wie der Canopus Procoder unter nativem XP bessr laufen, als unter 7 oder in der 7er XP-VM, aber kein DOS mehr, dafür steht der Slot1 P3-450 (mit besagtem 98SE) und zwei Miro Hiscore 3D2 im SLI-Betrieb bereit (mit deaktiviertem Cache sogar für Spiele aus der 386-Ära geeignet, Wing Commander läuft dann genau richtig, während es mit Cache unspielbar schnell ist). Der bequeme Weg für zwischendurch ist halt DOSBox auf der Win7-Maschine. Für den ultimativen Retro-Flash wartet noch ein Commodore PC20-II auf seine Restauration (Netzteil defekt, braucht etwas mehr Liebe, als ich im Moment Zeit aufwenden könnte).

Bei aller Nostalgie: Dem Fortschritt komplett zu entsagen ist im Alltag komplett unmöglich. Oder tippst du deine Forenbeiträge in einem DOS-Browser? Aber DOS komplett aufgeben? Never!
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon GMBigB » Do 18. Apr 2019, 06:07

BluesmanBGM hat geschrieben:Langer Rede wenig Sinn und allgemeine Frage an alle: warum seid ihr damals von DOS auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen?

Private Gründe? Schulische Gründe? Berufliche Gründe? Kompatibilität mit dem Fortschritt? Ausnutzen neuer Hardware? Spiele? Internet? Alle Gründe zusammen und mehr? Oder gibt es noch mehr Leute, die nie (dauerhaft) umgestiegen sind?


Ich bin so um 1997 komplett auf Windows 95 umgestiegen und habe DOS mindestens 12 Jahre nie wieder genutzt. Es gab eigentlich gar keinen Grund umzusteigen. Ich konnte unter DOS alles machen, was ich brauchte. Ich habe gedruckt, war mit Crosspoint im "Internet" und habe viel programmiert. Spiele haben mich zu der Zeit nur noch wenig interessiert. Auf Windows 95 bin ich nur umgestiegen, weil es "neuer" war. Einen echten Grund gab es nicht. Es war nett mehrere Sachen gleichzeitig machen zu können, z.B. Programmieren und Musik hören.

Im Nachhinein bereue ich es, dass ich nicht länger bei DOS geblieben bin. Heute bin ich wieder mehr unter DOS unterwegs, weil es Spaß macht die Maschine von damals endlich richtig zu verstehen. Es ist irgendwie schöner mit einer festen Hard- und Softwarebasis zu arbeiten und nicht ständig auf irgendeinen neuen Krempel umsteigen zu müssen, der einem das Leben schwer macht und in ein paar Jahren dann zwangsweise wieder durch etwas Neues ersetzt werden muss.

Thomas hat geschrieben:Erst XP habe ich genutzt bis zum Support Ende. Dann eine Zeit lang Linux Mint und Vista, welches ich entgegen der verbreiteten Meinung auch gut fand.

Der "echte" Supportende von XP war vor einer Woche... das waren dann aber kurze Ausflüge zu Linux Mint und Vista. ;-)
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon Thomas » Do 18. Apr 2019, 07:14

Naja, aber doch nur für diese "Industrial" Versionen wie sie in Fahrkarten- und Geldautomaten laufen oder? Ich habe jedenfalls schon lange keine Updates mehr bekommen und aktuelle 32Bit Versionen der Browser gab es auch keine mehr.
Nee, nee, so kurz war das mit Mint nicht. Teils parallel zu Win, dann auch standalone. Auf anderen PCs auch Mal gentoo und arch. Meine Fileserver liefen zB nur auf Arch.

Hier steht April 2014.
https://www.microsoft.com/de-de/windows ... xp-support
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon BluesmanBGM » Do 18. Apr 2019, 11:40

Dark_Lord hat geschrieben:Bei aller Nostalgie: Dem Fortschritt komplett zu entsagen ist im Alltag komplett unmöglich. Oder tippst du deine Forenbeiträge in einem DOS-Browser? Aber DOS komplett aufgeben? Never!


Da juckt es mir doch in den Fingern, aber wenn ich mich dazu ausführlich äußere, dann geht der Thread vermutlich in eine völlig andere Richtung als meine ursprüngliche Frage.

Prinzipiell denke ich, man muß einen Unterschied zwischen Alltag und Privatleben machen. In den eigenen vier Wänden kann man dem Fortschritt und dem 21. Jahrhundert doch soviel entsagen, wie man nur möchte. Gerne auch komplett. Ich persönlich habe z.B. seit ca. 1996 keine neue Technik mehr gekauft, soll heißen P166 mit originaler Ausstattung als wirklich allerschnellster Rechner, DOS und WfW 3.11 only, Homecomputer, Röhrenfernseher, Betamax und VHS, kein Smartphone, privat kein Internet (mal abgesehen von sporadischen Uploads mit 56K-Modem und 16-Bit-WS_FTP) usw usw.

Im Alltag als "beruflicher Alltag" geht das leider nicht, obwohl ich auch hier ohne Handy und Smartphone auskomme. Den Chef jetzt zu überzeugen, daß hier im Büro DOS und WfW 3.11 laufen sollte, wäre wohl zuviel des Guten. Aber hier läuft nach wie vor Windows XP mit Norton AV, der auch weiterhin brav seine täglichen Updates bekommt.

Das Forum in Arbeitspausen zu benutzen geht bisher auch noch mit Firefox 52.9.0 ESR. Ob Schreiben im Forum auch von daheim aus mit 16-bittigem Netscape 4.08 oder Opera 3.62 funktionieren würde, habe ich noch gar nicht ausprobiert.

Aber genug von der plumpen Selbstdarstellung ;-).

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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon Thomas » Do 18. Apr 2019, 12:02

Doch Chris, das geht. Mache ich ja selber von Zeit zu Zeit aber es ist sehr müßig da die Darstellung, zumindest bei mir in Opera 3, sehr zu wünschen übrig lässt. Trotz 1280x1024 muss man sehr viel scrollen da der Zoom nicht zu reduzieren geht, bzw ich nicht weiß wo.
Dennoch schätze ich den Komfort von Windows 10 und meinen veralteten, modernen System obwohl es unverhältnismäßig viel resourcen verschlingt. Eigentlich wollte ich mir Weihnachten eine Raten 5 Platform holen um auch Mal wieder etwas modernes zu spielen. Das geld ist dann aber letztendlich doch in ein Car Naviceiver und meinen 486 geflossen den ich ja kürzlich bekommen habe. Letztgenanntes war mir dann doch wichtiger, den mein core2quad funktioniert ja als täglicher Rechenknecht. Aber wenn der zwei, dreimal die Woche wegen Mails und Onlinebanking an ist, ist das viel. Naja, im Moment etwas mehr wegen meiner OPL3 Recordings.
Grüße
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon GMBigB » Fr 19. Apr 2019, 17:45

BluesmanBGM hat geschrieben:
Prinzipiell denke ich, man muß einen Unterschied zwischen Alltag und Privatleben machen. In den eigenen vier Wänden kann man dem Fortschritt und dem 21. Jahrhundert doch soviel entsagen, wie man nur möchte. Gerne auch komplett. Ich persönlich habe z.B. seit ca. 1996 keine neue Technik mehr gekauft, soll heißen P166 mit originaler Ausstattung als wirklich allerschnellster Rechner, DOS und WfW 3.11 only, Homecomputer, Röhrenfernseher, Betamax und VHS, kein Smartphone, privat kein Internet (mal abgesehen von sporadischen Uploads mit 56K-Modem und 16-Bit-WS_FTP) usw usw.

Das ist schon echt bewunderswert. Wahnsinn, wie sich die Zeiten ändern. Heute werden die meisten fragen, wie man denn ohne die ganze Technik leben kann... vor 30 Jahren, als ein 386er das höchte der Gefühle war, hätte man dich gefragt, was du denn mit dieser ganzen Technik willst, die eigentlich keiner braucht. :-)

Privat möchte ich nicht aufs Internet verzichten, allerdings reicht mir dafür mein K6-III mit 550Mhz locker aus. Und ein Smartphone werde ich mir in diesem Leben auch nicht zulegen.

BluesmanBGM hat geschrieben:Im Alltag als "beruflicher Alltag" geht das leider nicht, obwohl ich auch hier ohne Handy und Smartphone auskomme. Den Chef jetzt zu überzeugen, daß hier im Büro DOS und WfW 3.11 laufen sollte, wäre wohl zuviel des Guten. Aber hier läuft nach wie vor Windows XP mit Norton AV, der auch weiterhin brav seine täglichen Updates bekommt.

Ich sage immer: man muss sich Prinzipien leisten können. Ich bin eine gefragte Fachkraft und an einen PC mit Windows 10 setze ich mich nicht. Wenn mir ein Unternehmen keinen anderen PC zur Verfügung stellen kann oder will, gehe ich eben woanders hin.

BluesmanBGM hat geschrieben:Das Forum in Arbeitspausen zu benutzen geht bisher auch noch mit Firefox 52.9.0 ESR. Ob Schreiben im Forum auch von daheim aus mit 16-bittigem Netscape 4.08 oder Opera 3.62 funktionieren würde, habe ich noch gar nicht ausprobiert.

Der Firefox 52.9.0 ESR bekommt aber schon lange keine Updates mehr, oder? Das wäre mir ein bisschen zu riskant, insbesondere wenn man Javascript nicht abschaltet. Mit K-Meleon Goanna, Palemoon XP oder Serpent/UXP gibt es eigentlich aktuelle Browser für XP.
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon GMBigB » Fr 19. Apr 2019, 17:51

Thomas hat geschrieben:Naja, aber doch nur für diese "Industrial" Versionen wie sie in Fahrkarten- und Geldautomaten laufen oder? Ich habe jedenfalls schon lange keine Updates mehr bekommen und aktuelle 32Bit Versionen der Browser gab es auch keine mehr.
Nee, nee, so kurz war das mit Mint nicht. Teils parallel zu Win, dann auch standalone. Auf anderen PCs auch Mal gentoo und arch. Meine Fileserver liefen zB nur auf Arch.

Hier steht April 2014.
https://www.microsoft.com/de-de/windows ... xp-support


Die "Industrial" Versionen sind auch nur ein XP, das umbenannt wurde. Die Updates konnte/kann sicher jeder bei Microsoft aus dem Microsoft Update Catalog runterladen. So vielen waren das ja nicht mehr. Alle paar Monate vielleicht eine handvoll. Ein kleines Flag in der Registry setzen und schon lassen sie sich alle installieren - und jedes davon hat funktioniert. Es gab auch ein paar Möglichkeiten diese Updates automatisch zu bekommen, aber das war umständlicher. Und was aktuelle Browser betrifft - siehe meinen Post von vorhin.
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon wobo » Fr 19. Apr 2019, 20:36

Warum ich damals DOS verlassen habe?

So freiwillig hatte ich DOS wohl nie verlassen. Angefangen hat meine Bekanntschaft mit DOS 1988, nämlich mit einem 286-12 mit HGC-Grafik und dem schrecklichen MS-DOS 4.01 (freier RAM mit Klimmzügen: ca. 450kb).

Diesen PC habe ich verwendet, um Programmieren zu lernen (GW-BASIC), zu spielen und für die Schul-Referate mit einem Text-Editor die damals verlangten "Papers" zu den Referaten zu erstellen. Später hatten wir dann Works für DOS besorgt. Darauf habe ich dann meine Facharbeit (so hieß das glaube ich damals) getippt. Leider kannte ich nur zeilenorientierte Editoren. Deswegen habe ich meine Facharbeit ausschließlich mit harten Zeilenumbrüchen getippt. Kurz vor Druck musste ich dann umlayouten. Ich hatte dann stundenlang Zeilenumbrüche neu umgebrochen... Ich kannte das einfach nicht anders, zumal ich damals auch im Betrieb meiner Eltern nach der Schule und in den Ferien Schreibarbeiten nach Diktat auf einer Schreibmaschine tippen musste. Das war auch zeilenorientiert und hard core.

Als ich mir meinen ersten PC (486dx40) selbst besorgt hatte, war damals (1994) MS-DOS 6.0? und Win 3.11 for Workgroups mit dabei. Das war mein erster Kontakt mit Windows. Ich habe dann Windows nie besonders gemocht und auch nicht groß genutzt. Auch dann hatte ich immer nur DOS gebootet und Spiele gespielt. Win 3.11 habe ich nur in Kombination mit irgendeinem WinWord/Word for Windows genutzt, als ich dann später (Ende der 90er) Hausarbeiten fürs Studium fertigen musste. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich dann aber endlich, was Zeilenumbrüche in Textverarbeitungssysteme bewirken..

Ab Ende der 90er bis ca. 2004 hatte ich dem PC dann komplett entsagt: Kein Internet, kein PC, kein Windows. kein DOS.

Der PC von 94 wurde damals aber von den übrigen Familienmitgliedern (ich war da längst ausgezogen) als Spiele-Computer und Schreib-PC (Windows) verwendet.

Ab 2004 war dann wieder von Berufs wegen PC-Nutzung angesagt. Ich musste meine kleine Schwester fragen, wie ich ins Internet komme und wie ich was suche. Sie hat mich auf den Internet-Explorer und auf Google verwiesen. Es hat geklappt. Niemand bei der Arbeit ist aufgefallen, dass ich zum ersten Mal surfte.

Seit wohl 2005 habe ich ständig wieder einen privaten PC. Aber ab 2007 hatte ich dann den alten PC von 94 wieder an mich genommen, und vor allem mit Turbo Pascal herumgespielt.

Seitdem fahre ich eigentlich zweigleisig. Einen alten DOS-PC für Turbo Pascal und Games. Und einen "neueren" (meist Weiterverwendung älterer PCs mit irgendwelchen Linuxen) zum Browsen von DosForum etc. Das modernste Game, das ich im Übrigen je gespielt habe, war wahrscheinlich Blood (Build Engine), will sagen: zum Gamen hatte ich noch nie etwas moderneres als einen DOS-PC benutzt.

Ich würde also sagen, dass ich DOS nie so richtig verlassen habe. Als ich Ende der 90er das Interesse an PCs verloren habe, war das eher so, weil für meinen DOS-PC von 94 kein neues Futter mehr kam. Und seit das Interesse an PCs aber wieder da ist, habe ich eigentlich auch immer einen DOS-PC zur Verfügung gehabt.

Beruflich ist natürlich eine andere Kategorie. Da bin ich leider nicht in der komfortablen Lagen wie Mr GMBigB und kann nicht verlangen, welche PC-Ausrüstung (oder noch schlimmer, welche Branchenspezifische Software) mir hingestellt ist....
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon GMBigB » Sa 20. Apr 2019, 03:18

wobo hat geschrieben:So freiwillig hatte ich DOS wohl nie verlassen. Angefangen hat meine Bekanntschaft mit DOS 1988, nämlich mit einem 286-12 mit HGC-Grafik und dem schrecklichen MS-DOS 4.01 (freier RAM mit Klimmzügen: ca. 450kb).


Ein 286-12 war mein zweiter PC. Der hatte dann auch schon VGA. Auf meinem ersten PC (8 Mhz 8086) hatte ich auch nur HGC. Mein erstes DOS war 3.21. Die Version 4.x war wirklich die Pest. Da gab es die seltsamsten Probleme, z.B. hatten Disketten plötzlich Lesefehler. Mit DOS 3.21 oder 3.3 gebootet - Diskette wurde fehlerfrei gelesen.

wobo hat geschrieben:Diesen PC habe ich verwendet, um Programmieren zu lernen (GW-BASIC),


Basic kannte ich schon vom C16 und habe dann unter DOS mit GWBasic weiterprogrammiert. Auf dem 286er hatte ich dann Quickbasic 4.5. Damit konnte man echt schon richtig tolle Sachen zaubern und die Geschwindigkeit war unglaublich. Das habe ich noch bis Anfang der 2000er benutzt, weil es auch unter Windows noch funktionierte und es sogar Librarys gab, die die Audiofunktionen von Windows genutzt haben und hochauflösenden VBE-Modi verwenden konnten.
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Re: Warum habt ihr damals DOS "verlassen"?

Beitragvon Bird » Sa 20. Apr 2019, 10:09

Mal eine kurze Praxiserfahrung: Es ist problemlos möglich, mit einem 21 Jahre alten Browser wie Netscape 4.08 das Dosforum zu durchstöbern. Es lädt schneller, als jeder noch so aufgepumpte Windows 10 Browser es je könnte. Sogar Bilder können an Beiträge angehangen werden (so wie das Beweisfoto hier im Anhang zeigen soll). Mit dem Zoom gibt es keine Schwierigkeiten und auch der Zeilenumbruch funktioniert bestens. Javascript ausmachen und schon lässt es sich surfen. Der Textbrowser Lynx wurde auch erfolgreich durch das Dosforum bewegt. Beide Möglichkeiten sind nicht gerade bunt, aber da kann ja das Windows-Interface nachhelfen.
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