Usenet-Diskussion: Wozu noch DOS?

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Usenet-Diskussion: Wozu noch DOS?

Beitragvon bttr » Do 10. Aug 2006, 09:59

Versteht hier jemand Udo Kuhnts Definitionen von PC- bzw. PC-Betriebssystemen nachvollziehen: http://groups.google.de/group/de.comp.os.msdos/browse_frm/thread/587c7fd35477e0ff/9b8483e03fbdf508

Ich hab' nix gegen Udo, bewundere sogar seine Arbeit an DR-DOS, aber ich kann seine abstrusen Definitionen einfach nicht nachvollziehen und habe mich daher aus dem Thread verabschiedet. :-?
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CptKlotz
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Beitragvon CptKlotz » Do 10. Aug 2006, 16:00

Klingt wie die übliche Diskussion über Kaisers Bart und ist abgesehen davon so speziell, daß ich der Sache gar nicht wirklich folgen kann :-)

Der ganzen Diskussion zu folgen ist mir etwas zu mühselig, weil ich mich mit vielen der diskutierten Aspekte bisher gar nicht wirklich auseinandergesetzt habe.

Ich benutze DOS eben eher als nostalgisches Spielzeug:

-Wegen der guten alten Spiele
-Weil es Dinge gibt, die unter DOS besser funktionieren (Ansteuerung eines Commodore-Floppylaufwerkes)
-Weil ich gerne mit alten Computern herumspiele und Dinge ausprobiere
-Weil es ehemals sündhaft teure Hardware jetzt für ein paar Euro gibt
-Weil ich auf der DOS-Kiste auch mit Windows 3.11 spielen kann


Gruß,
Stephan
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Odin
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Beitragvon Odin » Fr 11. Aug 2006, 09:56

Ich bin der Meinung, dass DOS ein grosses Stück Computergeschichte ist. Und wenn es heute nicht so Leute wie uns gäbe, die die Hardware und Software (teilweise mühselig) zusammensuchen, dann wäre in 10 Jahren (vielleicht mehr, vielleicht weniger) nicht mehr viel davon übrig.
Dann wüsste kaum noch einer, was DOS überhaupt ist und die Hardware wäre längst verschrottet. Ich finde diese Entwicklung nicht gut, dass die meisten Leute der Meinung sind, dass alte Hardware "nicht mehr gut genug ist" und sie aus genau diesem Grund entsorgen. Ich finde das immer sehr schade. Die Frage "wozu noch DOS?" lässt sich damit eben sehr leicht beantworten - DOS entspricht nicht mehr den hohen Standards, den die Leute haben wollen. Es muss immer einfacher immer bunter und immer schneller werden. Und was diese Wünsche nicht erfüllt ist Schrott.
Ich habe das während meiner Schulzeit immer wieder gesehen bzw. gehört. Die Kinder von heute kennen entweder kein DOS und sind scheinbar der Meinung, dass die Computergeschichte mit Klickibunti angefangen hat. Für die gibt es nur High-Tech - immer das schnellste und beste. Dann gibt es wieder andere, die haben DOS mal gesehen, vielleicht auch mal benutzt, um irgendeine Kleinigkeit zu machen (wie z.B. ein BIOS-Update oder so). Die kennen dann 3 Befehle und glauben, dass sie sich mit DOS auskennen. Ich habe nie jemanden getroffen, der der Meinung war, dass DOS ein gutes Betriebssystem ist. Ich wurde eigentlich immer für bekloppt erklärt, wenn ich anfing, von meinen DOS-Rechnern zu erzählen. Alle sind der Meinung, dass DOS einfach Blödsinn ist, den eigentlich keiner mehr braucht.
Bei meinen "Altersgenossen" ist das etwas anders. Die Einen kennen DOS gar nicht, weil sie in jungen Jahren nie Kontakt mit einem Computer hatten. Die Anderen, die wirklich auch an solchen Kisten gearbeitet bzw. gespielt haben, kann man auch wieder in zwei Gruppen einteilen - die, die damit nichts mehr zu tun haben wollen und die, die Hardware noch horten und teilweise auch noch nutzen.
Wenn man sich das so überlegt, dann bleiben nicht mehr viele übrig, die sich wirklich noch mit DOS auseinandersetzen. Das ist einfach das Problem der heutigen Gesellschaft - fast alle wollen nur die neueste Technik, die der Markt hergibt. Diese Wünsche kann man mit DOS nur nicht mehr erfüllen. Von daher "lebt" DOS nur noch für die Freaks...

So, für heute ist das genug Philosophie :lol:

Gruss,
Odin
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Beitragvon Jinsu » Fr 11. Aug 2006, 11:11

Odin hat geschrieben:Von daher "lebt" DOS nur noch für die Freaks...


Nicht so ganz, was im Privatbereich vielleicht mittlerweile ein belächeltes Hobby ist, hat im wirtschaftlichen Bereich eine grosse Tragweite.

Gerade grösse Unternehmen, wie Banken, z.B. müssen eine ziemlich hohe Abwärtskompatibilität bereithalten, solange es auch nur einen Kunden gibt, der noch mit einer (nach heutigen Standards) älteren Technik arbeiten.

Die deutsche Bank z.B. benutzt Server von IBM, da kostet die 1-Jahres-Lizenz für das Betriebssystem schlappe 2 Millionen Eur und nur weil das System so ziemlich kompatibel zu allem ist, was die Bank in den letzten 20 Jahren an Technologie verwendet hat.
Mag sein, dass hier natürlich UNIX am Start ist, aber gerade viele Bankfilialen haben am Anfang ihrer IT mit DOS gearbeitet.
Und heute ist es oft auch nur Windows.

Der Punkt ist, dass in Bereich der Betriebssystemtechnologie sehr die Kompetenz verloren geht.
Heute sind wahrscheinlich Entwickler, die noch über geraume Kenntnisse im Bereich DOS verfügen, sehr beliebt, weil das einfach nicht mehr ausgebildet wird.
In einigen Jahre wird man dann noch mehr Leute benötigen, die einfach Betreibern solcher alten Systeme noch unter die Arme greifen können.
Teilweise sind bestimmte u.U. noch nicht mal austauschbar, weil Sie zu wichtig sind oder eine Neuanschaffung / Neuentwicklung einfach zu teuer ist und das System eigentlich zuverlässig läuft und nur ab und zu gewartet werden muss.

Wobei vielleicht DOS noch Glück gehabt hat. In der immer rasanteren Entwicklung der IT halten sich schon neuere Entwicklungen noch weniger als DOS, das z.T. noch präsent ist.

Wer behauptet, so etwas wie DOS wäre unsinnig oder dergleichen, der hat einfach keine Ahnung und auch keinen Bock, sich mit der Materie zu beschäftigen. Allerdings ist man dann auch nicht befugt, einen solchen Kommentar abzugeben.
Aber in unserer heutigen Gesellschaft der "Anti-Intelligenzbestien" ist das ein Thema für sich.
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Beitragvon bttr » Fr 11. Aug 2006, 12:49

Heute sind wahrscheinlich Entwickler, die noch über geraume Kenntnisse im Bereich DOS verfügen, sehr beliebt, weil das einfach nicht mehr ausgebildet wird.


Ich warte dann schon mal auf die vielen Angebote in meinem Postfach. :lol:
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Beitragvon SharpClaw » Fr 11. Aug 2006, 17:32

hawooo!! ^^

Nicht zu vergessen die ganzen Spezial-ISA-Erweiterungskarten, die ein Heidengeld gekostet haben und manchen Betrieb in den Ruin treiben könnten, wenn sie eine Karte ersetzen müssen, nur weil der neue Computer keinen ISA-Slot mehr besitzt (ich selbst konnte mir bis heute keinen PCI-SCSI-Kontrollerr leisten :D )

Vor einigen Jahren suchten ein paar amerikanische Betriebe gezielt nach alter Hardware, wenn ich mich recht erinnere... alles so aus dem Bereich 386er bis 486er.

Ich selbst habe DOS in der Schule kennengelernt durch den Informatik-Unterricht, wo ich damals meinen ersten PC geschenkt bekommen habe, einen Commodore PC-10 III, der mir leider inzwischen kaputt gegangen ist :( durch die Programmierung mit Turbo-Pascal. Die alten 386er und 486er von damals liefen um einiges sicherer als das Netzwerk, was die da heute installiert haben, was his heute noch eine riesige Baustelle ist.

Abgesehen von Turbo-Pascal und Windows 3.11 habe ich leider nur Grundkenntnisse in DOS, sodaß ich mich zurechtfinden kann.

Heute kann man beinahe jeden damit schocken wenn man sagt: 'Oh, das kann ich in Windows nicht machen, dazu muß ich in den MS-DOS-Modus gehen' :shock:
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Beitragvon Odin » Sa 12. Aug 2006, 08:34

Hast du den PC 10-III noch?

Ich brauche nämlich die beiden Eproms davon...
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Beitragvon SharpClaw » Sa 12. Aug 2006, 21:59

hawooo!! ^^

Ich habe den noch irgendwo o.O ich suche eigendlich noch jemanden, der ihn mir wieder flottmacht. So wie ich erfahren habe, hat das Netzteil nur seinen Geist aufgegeben...

Könnte man die Eproms irgendwie spiegeln?
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Beitragvon Odin » So 13. Aug 2006, 09:06

Eproms kann man kopieren... ein Eprom ist ein kleiner Speicher. Mit entsprechenden Geräten kann man die auslesen bzw. auch beschreiben. Und leere Eproms bekommt man z.B. bei Reichelt recht günstig.

Wenn nur das Netzteil kaputt ist, dann kann man es reparieren... wo wohnst du denn?
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Beitragvon bttr » Di 22. Aug 2006, 12:19

Irgendwie gingen alle Antworten am Thema vorbei. :-o
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Beitragvon CptKlotz » Di 22. Aug 2006, 13:11

@bttr:

Nun ja... wie gesagt empfinde ich den verlinkten Usenet-Thread als eine Diskussion um Kaisers Bart.

Das ist genau so eine Diskussion wie "Windows vs. Linux" oder "Sega vs. Nintendo". Jeder hat seine eigenen Definitionen, seine eigenen Prioritäten und auf seine Art sicherlich auch recht.

Du fragtest "Versteht hier jemand Udo Kuhnts Definitionen von PC- bzw. PC-Betriebssystemen?"

Darauf bezog sich meine Antwort... Mir ist diese ganze Diskussion zu akademisch... Für mich reduziert sich der Sinn und Unsinn von MS-DOS eben auf meine Nostalgie-Computer-Spielerei. Das ist meine eigene, beschränkte Sichtweise.

Ergo: Nein, ich kann die Definitionen und Diskussionen in dem Thread nicht nachvollziehen... Es ist für mich auch nicht wirklich wichtig.

(Daß wir die eigentliche Diskussion aus dem Usenet hier weiterführen bringt eher wenig, oder)

Gruß,
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Re: Usenet-Diskussion: Wozu noch DOS?

Beitragvon go32 » Fr 6. Apr 2018, 14:23

Ich habe diesen Uraltstrang gerade erst heute im Jahr 2018 gefunden.

Wennschon noch DOS, warum dann nicht auch mehr GUIs. Klar, Ozone, Seal, ... sind ok, aber haben zu wenig intergrierte Programme. Geos gibt es für den PC und das wäre ein besser ausgebautes GUI System. Gibt es auch als Shareware und könnte deshalb standardmäßig in DOS / Freedos intergriert werden.

Ich kann auch nicht verstehen, warum man bei Freedos die frickelige Einrichtung des hohen und oberen Speichers genauso beibehalten hat. Hätte doch alles in den Kernel intergriert werden können, ohne dass das wie im MSDOS in Config.sys und Autoexec.bat gemacht werden muss. Man hätte doch einfach ein passendes Speichermodell schaffen können, bei dem die ersten 640KByte für Programme frei sind, in den UMBs dann DOS-Kernel und verschiedene Treiber wie auch Grafikbildschirm u.a. Platz finden und dann der Obere Speicher über 1 MByte halt automatisch vom Kernel verfügbar gemacht wird.

Aber nein, da miuss das alles genauso frickelig sein, wie es bei MSDOS war. Ich habe jetzt endlich 621KByte konventionellen Speicher frei, kriege aber eine RAM Disk nur bis 8 MByte eingerichtet. Warum nicht mehr ich brauche 45 MBYte RamDisk???!!! Warum muss das so komnpliziert sein, warum gibt es kei9ne automatischen Installer dafür wie das eigentlich zeitgemäß wäre???

Dieses Gefrickle wenn wwas nicht funktioniert, nervt einfach bloß!!!


Wenn schon immer noch DOS dann bitte auch anständige Tools für die Speicherverwaltung, RamDisk u.a und natürlich ne anständige GUI. Ozone und Seal sind ok, haben aber zu wenig Programme die auf der GUI laufen und es braucht Programmbibliotheken, die die Entwicklung von GUI-Einzelanwendungen erlauben, die auch ohne so eine GUI auf Plain DOS laufen und die in DOS anstehenden Aufgaben abwickeln. Textmode ist echt nicht mehr zeitgemäß und Kommandozeilengrickelei und Treibergefrickel in den Config Dateien noch weniger!

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