Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

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Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » Sa 10. Sep 2016, 16:18

Grüß euch,

wie ich euch versprochen habe werde ich hier meinen neuesten Fund präsentieren. Ein original IBM 5170 AT 286er Desktop. Das Besondere an diesem System ist,
dass es nicht die 8 MHz Version ist wie vielleicht viele vermuten, sondern es ist einer der ersten IBM 5170 ATs mit dem 6 MHz 286 Prozessor. Vor ein paar Tagen habe
ich euch ja den IBM Hercules Monochrom Monitor präsentiert und die ganze Zeit dachte ich wo ist das restliche System! Zu dem original Monitor habe ich sogar die
original französische IBM Buckling Spring XT-Like Tastatur "gezogen" Diese Tastatur sieht aus als wäre es eine XT-Tastatur aber das täuscht, es hat das AT-Protokoll :-)

Habe mich nämlich gewundert warum diese Tastatur keine Tastatureingaben am XT annehmen wollte, ... Eine AT Tastatur im XT Kleid? Soweit ich gelesen habe sollte
das System eben dieselbe Tastatur haben aber mit dem etwas abgesetzten Ziffernblock und den drei berühmten LEDs für Num Lock / Scroll Lock und Caps Lock. Nach
Recherche habe ich herausgefunden dass die ersten Systeme eben mit dem XT-Tastaturgehäuse verkauft wurden :mrgreen:

Aber wieder zurück zum IBM 5170 AT Desktop:

Als ich diesen Recycling-Fund gerettet habe waren die Gehäuseschauben schon nicht mehr vorhanden. Nach den vielen Steckkarten zu urteilen wurde das System wohl
nicht geschlachtet aber ich habe ja noch nicht im Inneren geschaut! Als der Deckel entfernt wurde sprang mir sofort das unbeschädigte Mainboard mitsamt der Steckkarten
in's Gesicht. Ein sofortiger Blick auf den Lithium-Akku im AT ließ mich aufatmen. Keine Auslaufschäden! Umgehend weg damit. Denn wie man vor einer Zeit gesehen hat
können Lithium-Batterien auch auslaufen, zwar nicht so schnell/extrem wie die berühmten blauen NiCD-Tonnen aber bei einem Beitrag hier ist die Lithium-Batterie regelrecht
über dem Mainboard ergossen und hat gleich mal viele Chips in Mitleidenschaft gezogen.

Es fehlte ein Diskettenlaufwerk oder aber die Blende hierzu. Ein 5,25" Diskettenlaufwerk war noch original verbaut. Ich sah dass das Floppy-Kabel ausgetauscht wurde um
wohl ein 3,5" HD Diskettenlaufwerk einbauen zu können. Es war auch am 5,25" Molex Stromanschluss ein Adapter auf 3,5" verbaut. Also hat einer das System mit einem
1.44 MB HD Diskettenlaufwerk betrieben. Man benötigt IBM-Typisch eben diese Plastik-Einbauschienen und die Metall-Haltenasen um ein Laufwerk zu fixieren.
Glücklicherweise habe ich für wenig Euronen ein Paar Einbauschienen gefunden und geordert. Ich war mir zu faul da was zu schneiden :cheesygrin: Ansonsten war das
System leicht eingestaubt aber dafür war der Staub schon etwas fester was wohl auf eine sehr lange Lagerung hindeutet. Zusätzlich ist mir aufgefallen dass der Stromanschluss
der original Seagate 5,25" ST-251-MLC 1 abgesteckt war! Nun galt es das komplette System zu zerlegen und sauber zu machen.

Lange Rede - kurzer Sinn - Bilder sprechen eine deutlichere Sprache als ein Buchstabe was aus 8 Bit besteht.

Hier ein Snapshot des IBM-Typenschilds:
Bild
(Epic Inside)

Hier das tolle System ohne Gehäusedeckel:
Bild
(Im ungereinigtem Zustand)

Hier das 5,25" HD-Diskettenlaufwerk:
Bild
(Manufactured for IBM - Baujahr 1985 - Das Original-Laufwerk!)

Hier der linke Teil der ungereinigten Gehäuse-Front:
Bild

Hier der rechte Teil der ungereinigten Gehäuse-Front:
Bild

Hier packen wir den Gehäuse-Deckel inkl. Front in ein schönes Schaumbad! Weg mit dem Dreck!:
Bild
(Wer weis wo dieses tolle System gefristet hat, ...)

Die Gehäusefront bekommt noch eine Extrabehandlung:
Bild
(Blitzeblank muss es sein!)

Hier der fertig gereinigte Gehäusedeckel mit der Front sowie dem massiven Panzerstahl (TM) - Gehäuse:
Bild
(Wie frisch aus dem Laden!)

Da es sich ja bei der französischen Tastatur um ein AT Keyboard im XT-Kleid handelt musste ich was tun um ein einigermaßen deutsches Layout zu haben:
Bild
(QUERTZ ist halt besser. Bin am überlegen ob ich meine andere IBM 515X Tastatur umbauen sollte, ...)

... und weiter geht es im nächsten Teil ...
Zuletzt geändert von Darius am Sa 10. Sep 2016, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » Sa 10. Sep 2016, 16:18

... und weiter geht's.

Wir kümmern uns um die Original 42MB 5,25" MFM Seagate ST-251-MLC 1 Festplatte:
Bild
(Man beachte die Defect List :mrgreen: - 100% Fehlerfrei!)

Irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl bei dieser Festplatte. Warum hat diese keiner "gezogen" und warum war die Festplatte
nicht mit dem Netzteil verbunden? Warum hat eigentlich niemand das ganze System geschlachtet? Ich muss die Festplatte unter
Strom (TM) setzen :mrgreen:

Bevor wir das tun stecken wir die Steuerplatine ab und geben den berühmten halben Tropfen Nähmaschinenöl in das Spindellager:
Bild

Wir bauen alles wieder zusammen und verbinden die Festplatte mit meinem 4A (5V und 12V jeweils) Netzteil und geben dem
Netzteil Strom. Die Festplatte machte ein minimales Klick, gefühlte 0,15 Sekunden und meine Netzteil-LED blinkt, ...

:mrgreen: :cheesygrin:

Aha! :-)

Irgendwie macht diese Festplatte einen megaschweren Kurzschluss! Mein Netzteil ging in den Safe-Mode. Also zücken wir den Pieper
und messen mal die Molex-Pins der Festplatte! Aha! Voller Kurzschluss auf der 5 Volt Schiene! Aber moment, ... Kurzschluss, ... Elkos, ...
Tantals :mrgreen: ... Moment mal, Tantals werden zu einem Kurzschluss wenn diese lange keinen Saft gesehen haben, ...

Wir zerlegen die Festplatten-Steuerplatine und werden gleich bei zwei Tantals fündig!:
Bild
(Voller Kurzschluss voraus)

Wir packen einen defekten Tantal auf die Testplattform:
Bild

Wir schauen uns das Ergebnis an:
Bild

:mrgreen:

Da ist doch sicherlich was gravierend Falsch, oder ? Ein "Kondensator" soll doch Strom speichern und nicht durchgängig
einen Kurzschluss bauen? Eben :cheesygrin:

Da ich keine Tantals auf Halde hatte habe ich nach dem Dr. Darius Prinzip improvisiert. Man nehme zwei Low ESR Elkos
der passenden Größe und verbinde diese liegend auf dem PCB und geben der Festplatte den nötigen Saft.

Damit ihr mitfühlen könnt wie der erste Start ohne Kurzschluss-Elkos stattfindet, hier ein HQ-Audiofile:
http://www.pixelbanane.de/yafu/2686675263/IBM_ST-251-MLC-1.ogg
(Ziel speichern unter)

Die Festplatte startet :peanutbutterjellytime: Sie Läuft! Die Maschine Läuft! Doch nach 8 Sekunden roch es leicht nach
Elektronik, die Festplatte lief aber ich habe den Strom abgedreht. Wir entblößen die Platine erneut und ich fand einen
dritten Tantal der auf Kurzschluss gegangen ist der davor noch in Ordnung war :cheesygrin: Also weg damit und man
baut wieder einen Hotfix. Die Festplatte läuft nun seit einer Zeit ohne Probleme! Ich muss aber die original Tantals
noch besorgen und ersetzen denn es gibt noch viele Tantals auf dem PCB die früher oder später "richen" können.

Also liegt es auf der Hand:


Die Festplatte war abgesteckt da diese Festplatte einen vollen Kurzschluss produziert hat. Das Netzteil hat demnach
nicht eingeschaltet und das ganze System blieb stromlos! Dann hat derjenige wohl die Festplatte abgesteckt und vielleicht
ist das System ja gestartet oder auch nicht oder vielleicht gab es die berühmten IBM Error Codes und derjenige hat sich
gesagt Errorcodes=Schlecht, ... wir schmeißen das System weg. Dass Errorcodes aber vielleicht auf eine leere Batterie
hindeuten, ... hmm ...

Meine Theorie:

Ich muss also wahrscheinlich der Festplatte und der Batterie danken dass dieses System wohl entsorgt wurde! Es kann
natürlich noch ein anderer Fehler versteckt sein. Das Mainboard habe ich noch nicht unter Strom gesetzt aber ich habe
alle Tantals (eine Menge!) geprüft, kein einziger war auf Kurzschluss. Ich denke da das System vor kurzem wieder Strom
gesehen hat gingen eben die Tantals in der HDD hoch. Mit Glück laufen evtl. die Tantals auf dem Mainboard, aber das
kommt erst später auf.

... und weiter gehts ...
Zuletzt geändert von Darius am Sa 10. Sep 2016, 16:44, insgesamt 1-mal geändert.
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » Sa 10. Sep 2016, 16:18

... und weiter gehts.

Bevor wir zum Mainboard rüberwechseln möchte ich euch die einzelnen ISA-Steckmodule zeigen.

Hier die originale IBM Black & White / Paralellport 8 Bit Bildschirmkarte:
Bild
(Passend zum IBM Green MDA Monitor)

Hier der originale IBM Disketten- & Festplattencontroller:
Bild

Rechts im Bild sehen wir die Serial- / Paralell-Schnittstellenkarte. Links sehen wir eine sonderbare 8 Bit Karte mit NOVELL Schriftzug und einer Applicationsnummer:
Bild

So wie es aussieht tippe ich auf die 8 Bit NOVELL Karte auf eine Dongle-Karte! Ob auf der Festplatte, falls diese funktioniert eine kopiergeschützte Anwendung installiert ist?

Das Beste zum Schluss:

Hier die originale IBM 16-Bit Speichererweiterung :mrgreen: :
Bild

... und weiter gehts.
Zuletzt geändert von Darius am Sa 10. Sep 2016, 16:49, insgesamt 1-mal geändert.
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » Sa 10. Sep 2016, 16:19

... und weiter gehts:

Hier ein paar Steckkarten mit RAM-Aufrüstmöglichkeit:
Bild

Hier die Draufsicht auf das Mainboard:
Bild

Hier die tolle Festplatte. Ob die Köpfe/Scheiben in Ordnung sind?:
Bild

Hier die leere Lithium-Batterie. Gottseidank ist diese *nicht* ausgelaufen. Original Japan Batterie:
Bild

Der Disketten- & Festplattencontroller hat schon was:
Bild

Diese tolle CPU wird mir sicherlich an's Herz wachsen:
Bild

Hier mal ein Systemboard-Snapshot:
Bild

Hier der On Board Hauptspeicher. Der RAM ist jeweils im Huckepack-Verfahren gesteckt. Das sieht aus als wäre es vom Werk:
Bild
(Also sind hier 2x Schichten RAM verbaut - Sind also wohl 1024k RAM in zwei Schichten?)

Die Steuerplatine des Diskettenlaufwerk hat was:
Bild

Hier das Board in der ganzen Pracht:
Bild
(Immer wieder schön ein System mit einer Intel-CPU Steuerchips von AMD zu sehen :mrgreen: )

Ich hoffe die Vorstellung hat euch gefallen. Der Smoke-Test (TM) steht noch aus. Ich bin gerade dabei
das Netzteil zu reinigen inklusive dem genialen Papst-Lüfter. Die Sicherungen im Netzteil sind alle heil und es sieht aus
als würde das Netzteil wohl anspringen. Ich teste das Netzteil an einem unwichtigen Pentium Board da es ja ein AT-Netzteil ist.

Bis zum nächsten Update wenn es heißt, Verdammt alles Tot oder Hurra es läuft :cheesygrin:

Schönen Samstag wünsch!

Gruß
Zuletzt geändert von Darius am Sa 10. Sep 2016, 17:14, insgesamt 1-mal geändert.
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Dosenware » Sa 10. Sep 2016, 17:03

:like: schönes System, möge es beim Smoketest durchfallen.

PS. Ist das eines der Systeme die eine Diskette für das Biossetup brauchen?

PPS. leider kann ich meine Kalok nicht ölen, der Motor ist so aufgebaut wie der der 5,25" Diskettenlaufwerke...
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Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » Sa 10. Sep 2016, 17:17

Dosenware hat geschrieben: schönes System, möge es beim Smoketest durchfallen.

Vielen Dank. Ich hoffe sehr dass dieses System beim Smoke-Test (TM) durchfällt!

Dosenware hat geschrieben:PS. Ist das eines der Systeme die eine Diskette für das Biossetup brauchen?

Richtig. Oder man gebt quasi Steuercodes über BASIC ein. Soll nicht so ganz witzig sein. Es soll aber auch
ein alternatives AMI-Bios für den 5170 laufen was man in den EPROMs brennen kann.

Dosenware hat geschrieben:PPS. leider kann ich meine Kalok nicht ölen, der Motor ist so aufgebaut wie der der 5,25" Diskettenlaufwerke...

Das ist echt doof :-( Aber wenn man sich das Soundfile der Festplatte anhört könnte sich diese gesund anhören.
Einzig ist der Nachlauf der Festplatte nach dem Strom AUS um einiges länger als bei meiner anderen ST-251-1 in meinem Turbo XT.

Gruß
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Dosenware » Sa 10. Sep 2016, 17:21

Darius hat geschrieben:Einzig ist der Nachlauf der Festplatte nach dem Strom AUS um einiges länger als bei meiner anderen ST-251-1 in meinem Turbo XT.


Das lässt doch darauf schließen, das dass Lager leichtgängiger ist :like:

BTW. kann es sein das die Platte Autoparkend ist? Ich mein: dieses Rattern beim Ausschalten klingt als würde der Schrittmotor so weit fahren wie möglich.
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Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon struuunz » Sa 10. Sep 2016, 18:41

Neid... warum hat bei mir die Batterie so einen Auslauf gehabt... hmpf... Willst du mir nicht dein Board vermachen?! :mrgreen: :titter: :frown:
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Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » Sa 10. Sep 2016, 19:27

Grüß euch,

kurzer Zwischenbericht, bevor ich in 5 Sekunden das Haus verlasse.

@Dosenware:

Dosenware hat geschrieben:Das lässt doch darauf schließen, das dass Lager leichtgängiger ist

So ist es! Das Lager bzw. generell hört sich die Festplatte perfekt an.

Dosenware hat geschrieben:BTW. kann es sein das die Platte Autoparkend ist? Ich mein: dieses Rattern beim Ausschalten klingt als würde der Schrittmotor so weit fahren wie möglich.

Richtig! Die ST-251 fährt nach Strom AUS die Köpfe selbstständig in die Parkposition :-)

@struuunz:

struuunz hat geschrieben:Neid... warum hat bei mir die Batterie so einen Auslauf gehabt... hmpf... Willst du mir nicht dein Board vermachen?!

Da trauere ich dir noch immer hinter her :-( Hätte es nie für möglich gehalten dass eine Lithium Zelle so derbe Schaden nehmen kann. Ich befürchte fast dass sich vielleicht
einer mit der Batterie gespielt hat und diese vielleicht versucht hat aufzuladen, ...

Mal schauen ob mein Board anspringt :mrgreen:

@All:
Gute Netzteil-Neuigkeiten

Das Netzteil wurde gereinigt inkl. Lüfter und das Netzteil wurde durch mir unter einem Pentium 1 AT-Testboard unter 230 Volt gesetzt.

Hier das Full Size AT Netzteil:
Bild

Hier die Draufsicht von Oben:
Bild

Hier die seitliche innere Ansicht:
Bild

Ob das Netzteil anspringt? Ob das Netzteil abraucht? Ob sich jemand mit dem 230V/115V Spannungswahlschalter gespielt hat,
um das Netzteil hochgehen zu lassen? Das würde ich aber sehen, denn das erste was es zerfetzt sind die Primärelkos und
dann wäre es nicht so aufgeräumt wie jetzt :mrgreen:

Und hier der Netzteil-Smoke-Test (TM):
Bild
(Meine ISA Diagnosekarte sagt das alle Spannungen im Soll sind was schon mal ein sehr gutes Zeichen ist. Sollte eine Spannung instabil sein leuchtet die entsprechende LED nicht)

:peanutbutterjellytime: Das Netzteil läuft! Die 5V Hauptspannungsschiene scheint stabil zu sein :peanutbutterjellytime:
Natürlich könnte ich jetzt mein Oszi auspacken und die 5V Schiene auf Ripple testen, vielleicht mach ich das mal 8-)

Das sind schon mal sehr gute Aussichten, dass das Netzteil läuft und wohl das Mainboard schon mal nicht durch Überstrom gegrillt hat.
Es ist auch ein gutes Astec-Netzteil die normalerweise in Siemens bzw Fujitsu-Rechnern und Servern verbaut ist. Sollte also entsprechende
Schutzschaltungen haben. Dadurch da die Festplatte einen Kurzschluss verursacht hat hat das Netzteil wohl richtig reagiert :like:

Demnächst wird das System zusammengebaut und dann gibt es den ersten Rechner-Smoke-Test (TM).

Gruß
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon nicetux » Sa 10. Sep 2016, 19:34

Absolut genial. Darius, wir loben dich für deine guten und ausdauernden Taten. :like:
Was du alles schon gerettet hast. Hast du schon den Bauantrag gestellt für den Anbau? Bei so vielen Maschinen? 8-)
.....
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Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » So 11. Sep 2016, 01:49

nicetux hat geschrieben:Absolut genial. Darius, wir loben dich für deine guten und ausdauernden Taten. :like:
Was du alles schon gerettet hast. Hast du schon den Bauantrag gestellt für den Anbau? Bei so vielen Maschinen? 8-)

Finde ich auch :-) Ach so ein PC Hobby + ganz kleinen Elektronik-Schnickschnack ist doch was feines für mich :cheesygrin:
Ich muss mein Retro-Zimmer umkrempeln, denn für den kompletten IBM habe ich K.E.I.N.E.N. P.L.A.T.Z. Also muss ich Platz
schaffen ;-)

Einen Bauantrag habe ich noch nicht gestellt aber ich werde schauen dass ich den trockenen Speicher etwas als Lagerplatz
verwenden kann. Natürlich wird alles eingepackt oder eben hier verteilt ;-)

Gruß
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Heilbar » So 11. Sep 2016, 07:28

Darius hat geschrieben:Einen Bauantrag habe ich noch nicht gestellt aber ich werde schauen dass ich den trockenen Speicher etwas als Lagerplatz verwenden kann. Natürlich wird alles eingepackt oder eben hier verteilt ;-)


Beim Einlagern von Retro-Hardware kann man darauf achten, dass dieses Sammelsurium von verschiedenen Materialien und Chemischen Verbindungen, einer angepassten und dann gleichbleibender Luftfeuchtigkeit und auch Temperatur ausgesetzt ist. Dafür mal Annäherungs-Werte zu ermitteln, um im Kampf gegen den Zerfall wirksam entgegen zu wirken, fände ich ein Thema wert.
Bei einem Gespräch mit einem Museumsmitarbeiter.....fiel auch der Bergriff 'UV-Strahlung' (hohes Durchdringungs-Vermögen) und die Halbwertszeit bestimmter Plastik-Sorten.
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Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Dragonsphere » So 11. Sep 2016, 20:33

Wow! Darius, da hast du ja wieder einen kapitalen Schatz an Land gezogen bzw. vor der finalen Entsorgung gerettet. :like:
Glückwunsch zu diesem tollen Stück PC-Geschichte und natürlich werden alle Daumen gedrückt für den Rechner-Smoke-Test!
Platz ist ja leider immer das große Problem bei unserem Hobby. Ich wollte da ja "vernünftig" sein und habe mir erstmal nur die kleine Industrie-DOSe gegönnt. Schon stört mich aber mehr und mehr, dass ich kein CD-ROM und keine Full-Size-Karten verbauen kann und ich liebäugle mit einem Pentium II... Außerdem habe ich plötzlich lauter pflegebdürftige Grafik- und Soundkarten in der Schublade... Hat es einen einmal gepackt, lässt einen dieses Hobby einfach nicht mehr los :cheesygrin:

Heilbar hat geschrieben:Beim Einlagern von Retro-Hardware kann man darauf achten, dass dieses Sammelsurium von verschiedenen Materialien und Chemischen Verbindungen, einer angepassten und dann gleichbleibender Luftfeuchtigkeit und auch Temperatur ausgesetzt ist. Dafür mal Annäherungs-Werte zu ermitteln, um im Kampf gegen den Zerfall wirksam entgegen zu wirken, fände ich ein Thema wert.
Bei einem Gespräch mit einem Museumsmitarbeiter.....fiel auch der Bergriff 'UV-Strahlung' (hohes Durchdringungs-Vermögen) und die Halbwertszeit bestimmter Plastik-Sorten.


Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema. Jahrelange Sonnenbestrahlung auf einem Schreibtisch am Fenster verringert die Lebenserwartung alter Tastaturen und Mäuse wirklich dramatisch. Man denkt ja bei alten Komponenten schnell nur daran, wie die Vorbesitzer wohl damit umgegangen sind. Ob CPUs übertaktet wurden o.ö., aber der Zustand dürfte mindestens genau so sehr davon abhängen, in welcher Umgebung die ihren Dienst getan haben und wo und wie sie zuletzt gelagert wurden.
Sollten wir dringend vertiefen.
Kleiner Schaltschrank Industrie-PC, der sich langsam zu einer tollen kleinen DOS-Spielekiste entwickelt.
Intel 80486DX-4, 32 MB EDO-RAM, 2 GB Seagate-Festplatte, SB 16 CT2770, Diamond SpeedSTAR Plus Rev. C6
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Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » So 11. Sep 2016, 21:10

Hey Dragonsphere,

Dragonsphere hat geschrieben:Wow! Darius, da hast du ja wieder einen kapitalen Schatz an Land gezogen bzw. vor der finalen Entsorgung gerettet.

Oh ja :like: Vor allem ist das nicht irgend ein Schatz, es ist der heilige Gral der PC Geschichte :mrgreen: Ich verstehe es nicht wie man so etwas wegwerfen kann.
Ich kenne die Gründe, warum, ... HDD Kurzschluss etc pp und paar Kleinigkeiten aber ich denke hätte die HDD keinen Kurzschluss gemacht hätte ich den
IBM nun nicht hier links neben mir :mrgreen: So muss ich der Seagate ST-251-MLC-1 danken dass ein paar Bauteile einen GAU verursacht haben nur damit
dieser Rechner bei mir landen kann 8-)

Dragonsphere hat geschrieben:Glückwunsch zu diesem tollen Stück PC-Geschichte und natürlich werden alle Daumen gedrückt für den Rechner-Smoke-Test!

Die Auflösung gibt es gleich :-D

Dragonsphere hat geschrieben:Platz ist ja leider immer das große Problem bei unserem Hobby. Ich wollte da ja "vernünftig" sein und habe mir erstmal nur die kleine Industrie-DOSe gegönnt. Schon stört mich aber mehr und mehr, dass ich kein CD-ROM und keine Full-Size-Karten verbauen kann und ich liebäugle mit einem Pentium II... Außerdem habe ich plötzlich lauter pflegebdürftige Grafik- und Soundkarten in der Schublade... Hat es einen einmal gepackt, lässt einen dieses Hobby einfach nicht mehr los

Oh Ja! Besonders wenn man eine Roland Sound Canvas mit der Sound Blaster 2.0 verbindet, ... Oder aber eine Maestro 32/96 in einem Pentium erklingen lässt, ... Das hat wirklich was. Nicht zu vergessen auch eine MT-32 unter Strom zu setzen :cheesygrin:

Dragonsphere hat geschrieben:Auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema. Jahrelange Sonnenbestrahlung auf einem Schreibtisch am Fenster verringert die Lebenserwartung alter Tastaturen und Mäuse wirklich dramatisch. Man denkt ja bei alten Komponenten schnell nur daran, wie die Vorbesitzer wohl damit umgegangen sind. Ob CPUs übertaktet wurden o.ö., aber der Zustand dürfte mindestens genau so sehr davon abhängen, in welcher Umgebung die ihren Dienst getan haben und wo und wie sie zuletzt gelagert wurden.
Sollten wir dringend vertiefen.

Bin ich auch dafür. UV-Strahlung zersetzt das Plastik regelrecht aber es gibt Mittel und Wege diesen Vorgang bei vielen Plastikmischungen (nicht alle) wiederherzustellen.

Gruß
Darius
 

Re: Darius Retro-Radar: IBM 5170 AT Desktop

Beitragvon Darius » So 11. Sep 2016, 21:16

Grüß euch,

und hier die versprochene Fortsetzung! Geht der Rechner nach meiner Check-Liste in Rauch auf oder schlimmer? Wir werden es sehen :ugeek:

Und hier der Smoke-Test (TM):

Bild
(Ist der tolle Mini Hercules TTL Monitor nicht putzig? :cheesygrin: )

:mrgreen: :cheesygrin: :titter: :like:

Bin gerade dabei die Seagate ST-251-MLC-1 Low Level zu formatieren. Das typische Problem der schlechten Spuren/Sektoren/Servospuren trat bei der HDD auf.
Das System läuft schon 45 Minuten. Steckkarten habe ich davor noch tantalseitig geprüft und defekte entsorgt. Das Board läuft in meinen Augen super. Leider
hat die AT (XT Tastaturgehäuse) einen Fehler. Diese nimmt nichts an und der Tastaturcontroller piepst. Meine Cherry MX AT Tastatur läuft auf Anhieb :mrgreen:
Übrigens sind die 5.05 Volt soweit stabil. Aber wir wissen ja, alte Elkos, ... Hab ich wieder eine japanische Spielewiese später, wo viele goldene Krawattenträger-
innen ihren neuen Dienst verrichten dürfen (TM) :like:

Das 1.2MB HD Original-Laufwerk brauchte einen viertel Tropfen Nähmaschinenöl für den Disketten-Zentrier-Antrieb. Zuvor rauh und laut, jetzt wie neu :like:

Ich glaube das System läuft, ... :mrgreen:

Gruß
Darius
 

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