Trackermodul-Engine (sehr einfach)

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zatzen
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Re: Trackermodul-Engine (sehr einfach)

Beitragvon zatzen » Sa 3. Nov 2018, 14:07

Die Beschränkungen, die mich bei X-Tracker mittlerweile bei Produktionen(!) stören sind:
- Nur 8 Bit Samples: Deshalb muss ich alle Samples doppelt haben, einmal 8 und einmal 16 Bit
- Nur 1 MB Sample RAM: Deshalb müssen die meisten Samples eine sehr niedrige Samplerate haben
Das Komponieren im Tracker ist somit nur eine grobe Vorschau, wie es hinterher klingt.
Das machte bisher das nachträgliche Austauschen der Samples notwendig, entsprechendes
Rendern, und dann am Schluss abmischen in einem modernen Mischprogramm.
Was spricht also dagegen, wenn ich mit einem modernen Tracker nun alle diese Dinge
direkt von Anfang an so haben kann, wie sie letztlich sein sollen?
Als ich 1994 im X-Tracker anfing, habe ich die Musik noch im Tracker direkt so programmiert,
wie sie endgültig klingen sollte. Damals waren meine Ansprüche aber auch noch niedriger,
und die "Produktionen" klangen ein wenig bescheiden. Ein Grund war aber auch, dass ich
die Musik mangels entsprechender Software (die ich mir 1997 selbst programmiert habe)
nicht diffenziert rendern konnte, und auch noch nicht daran dachte, das ganze in externen
Programmen abzumischen, was 1994 auch noch ein wenig die Leistung meines Computers
sprengte.
Für Spiele-Musik, beispielsweise im ZSM Format, werde ich weiterhin X-Tracker verwenden.
Aber für Musik deren Ziel eine CD oder ein MP3 sind ist Renoise einfach sehr praktisch, ich
spare mir:
- doppeltes Erstellen der Samples (8 Bit niedrige Samplerate "Vorschau"-Samples)
- nachträgliches Austauschen der Samples und rendern der Rohspuren
- Abmischen in einem anderen Programm
Darüberhinaus klingt die Musik lebendiger und organischer, wenn man nicht nur "stumpf"
Samples aneinanderreiht, sondern man diesen auch eine Hüllkurve verpassen kann, was
X-Tracker nicht konnte, Fasttracker II zu damaliger Zeit aber schon.
Mein letzter Versuch, mit Renoise zu arbeiten, scheiterte auch an der "Featuritis" dieses
Programms. Gefühlt 50 mal so viele Möglichkeiten wie X-Tracker haben mich zurückschrecken
lassen, dass ich gar nicht richtig durchblickte, und ich kam nicht sehr weit mit meinen
ersten Versuchen. Nun gehe ich es anders an, programmiere einfach mal ernsthaft ein Stück
für eines meiner nächsten Alben, und auch wenn ich noch etwas langsam arbeite, komme
ich doch voran.

Also nochmal: Der Hauptgrund um auf einen anderen Tracker umzusteigen sind nicht
die Features, sondern die technischen Eckdaten. Sample RAM, Sample-Bittiefe etc.
Die übermäßigen Features, die ich mir eigentlich gar nicht gewünscht hätte, sind
letztlich aber doch ganz praktikabel, wenn man sich erstmal in der GUI zurechtfindet.

Mach Dir keinen Stress mit AtavISM. Es eilt ja nicht. Gewisse grundlegende Editiermöglichkeiten
sollten aber letztlich drin sein, damit man damit möglichst unkompliziert arbeiten kann.

Es ist ein gesundes Prinzip wenn man nur dann etwas programmiert, wenn man es braucht.
Dann hat man auch die meiste Motivation, und wenn Du selbst AtavISM nicht wirklich brauchst
kann ich auch absolut verstehen wenn Du da nicht so viel reininvestieren willst.
Was das angeht bleibe ich aber dabei, dass man die noch zu erwartenden Bedienungswünsche
an einer Hand abzählen kann.

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