Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Hier dürfen auch unregistrierte Gäste posten.

Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Mexxi » Fr 13. Dez 2013, 10:41

Mein 486er Board hat die letzten 15 Jahre nicht gut überstanden. Der Tonnenakku ist ausgelaufen und nun springt die Kiste natürlich nicht mehr an. Ich möchte das Board verkaufen und würde gerne wissen, ob es überhaupt noch reparabel wäre.

Ich habe mich gefragt, ob ich den Akku nicht einfach für einen kurzen Funktionstest überbrücken kann. Normalerweise sollte das ja funktionieren, jedoch kann ich nicht beurteilen, ob die Batteriesäure nicht auch andere Komponenten auf dem Board angegriffen hat. Hat jemand mit so einer Situation Erfahrung? Ich möchte auf jeden Fall verhindern, dass ich dadurch noch die anderen eingebauten Komponenten beschädige.
Mexxi
 

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon jippel » Fr 13. Dez 2013, 11:09

am besten ein Bild von der betroffenen Stelle machen..hatte ähnliche Probleme:
viewtopic.php?f=1&t=7870

Eigentlich lassen sich Boards noch retten, die noch Anspringen..aber wenn sich jetzt schon gar nix mehr tut ? Kann aber auch an was anderem liegen..alle Jumper sind noch korrekt gesetzt ? Das Board läuft auch ohne den Akku, da muß man nix überbrücken, hat dann halt nur die Werkseinstellungen im BIOS ;)

Sonst erstmal die Stelle vorsichtig reinigen, ich nehme dafür immer ein ganz kleines Cutter-Messer und einen schmalen Schraubendreher um den Belag vorsichtig abzuschaben und dann einmal mit Essig drüberpolieren um den gröbsten Siff zu entfernen..so dass es erstmal zumindest nicht schlimmer werden kann ;-)
Mein Retro-Blog: http://gameseller.de
Benutzeravatar
jippel
DOS-Kenner
 
Beiträge: 473
Registriert: Mo 18. Jan 2010, 23:42
Wohnort: Kiel

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Shockwav3 » Fr 13. Dez 2013, 11:47

2-3 Kommentare dazu:
- Je nach Board bewegt sich so ein Akkuschaden in der Region von "Kleinigkeit" über "spannendes Wochenendprojekt" bis hin zum technischen Totalschaden.
- So ein Mainboard läuft auch gänzlich ohne Akku, da dieser lediglich die Eingaben aus dem BIOS speichert (welche man dann folglich jedes mal neu eingeben muss - nervig aber nicht funktionsrelevant). Mit'm Überbrücken schießt du dir das Board ggf. komplett ins Datennirvana.
- Ansonsten wie schon geschrieben - Die Reaktion kann man stoppen indem man den Akku entlötet/abknipst, den bläulich-grünen Batteriesiff grob vorentfernt und den Rest mit Essig(-essenz) neutralisiert. Je nachdem wohin sich der Akku ergossen hat, können die letzten 2 Schritte erfordern, dass man Bauteile dafür zeitweise entlöten muss.
SYS1: Asus VL/I-486SV2GX4, DX2 @ 66MHz, 32MB RAM, 1GB CF HDD, Cirrus Logic 542X, GUS CD3, SB16, Stereo Covox, DOS 6.22 + Win 3.11
SYS2: Gigabyte GA5HX512, P1MMX @ 233MHz, 128MB RAM, <div. sich ständig wechselnde Hardware>, Win98SE
Benutzeravatar
Shockwav3
DOS-Übermensch
 
Beiträge: 1359
Registriert: Mi 9. Mai 2007, 15:42
Wohnort: Berlin XBerg

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Mexxi » Fr 13. Dez 2013, 12:07

Danke für die Antworten! Ein hochauflösendes Foto habe ich hier hochgeladen:

http://i214.photobucket.com/albums/cc27 ... 7784c4.jpg

Den Schaden hatte ich bereits vor einem Jahr festgestellt und nun das Board wieder rausgekramt. Die Batteriesäure hatte ich damals mit Isopropylalkohol entfernt und ich meine rein optisch keine Schädenauf der Platine oder den Komponenten erkennen zu können.

Ich bin mir nicht sicher, wieviel läuft. Ich bilde mir ein, dass der CPU-Lüfter nach Power On gelaufen wäre, aber das Bild blieb dunkel. Ob die Jumper korrekt gesetzt sind entzieht sich meiner Kenntnis, da mir der Rechner vor gut 20 Jahren ohne Anleitungen gegeben wurde. Soweit ich mich erinnern kann, wurde an den Jumpern nichts geändert, also sollten die Einstellungen noch korrekt sein.

Es macht absolut Sinn, dass das Board auch ganz ohne Akku funktionieren müsste. Also liegt wohl doch entweder ein Schaden am Board, oder an der Grafikkarte vor... Ich werde mal eine Ersatzgraka reinstöpseln und schauen, ob sich was tut, oder ob beim POST Fehlertöne ausgegeben werden.

Die Idee mit dem Essig zur Neutralisierung der Säure finde ich genial, aber sollte hier der Isopropylalkohol nicht bereits gereicht haben?
Mexxi
 

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon jippel » Fr 13. Dez 2013, 12:10

Wo ich gerade das Foto gesehen habe..wenn die Batterie schon ausgelaufen war, sofort runter damit.
Mein Retro-Blog: http://gameseller.de
Benutzeravatar
jippel
DOS-Kenner
 
Beiträge: 473
Registriert: Mo 18. Jan 2010, 23:42
Wohnort: Kiel

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Mexxi » Fr 13. Dez 2013, 12:10

Der Link hier ist vermutlich besser:

http://s214.photobucket.com/user/Xiaopa ... 4.jpg.html

Da kann man sich das Originalbild runterladen und anschauen. Beim ersten Link wird die Auflösung arg heruntergerechnet.
Mexxi
 

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Mexxi » Fr 13. Dez 2013, 12:14

[quote="jippel"]Wo ich gerade das Foto gesehen habe..wenn die Batterie schon ausgelaufen war, sofort runter damit.[/quote]

Werde ich gleich mal in Angriff nehmen!
Mexxi
 

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon jippel » Fr 13. Dez 2013, 12:32

Hm, sieht aus der Entfernung nicht soo wild aus, aber reingucken kann man ja leider nicht ;-)
Das Board sollte etwas in der Art Dataexpert 4407WB sein, ähnlich Gemlight GMB-486UNP..kannst ja hier mal gucken ob die Jumper-Bezeichnungn zu deinem passen:
http://medialab.freaknet.org/doc/Hardwa ... unp301.pdf
Und dann mal alles korrekt für Cache & CPU einstellen und gucken ob es anspringt :)
Mein Retro-Blog: http://gameseller.de
Benutzeravatar
jippel
DOS-Kenner
 
Beiträge: 473
Registriert: Mo 18. Jan 2010, 23:42
Wohnort: Kiel

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Mexxi » Fr 13. Dez 2013, 15:57

[quote="jippel"]
Das Board sollte etwas in der Art Dataexpert 4407WB sein, ähnlich Gemlight GMB-486UNP.[/quote]

Der Link zu dem PDF passte leider nicht, aber die Belegung vom Gemlight stimmte zu 90% :)

http://stason.org/TULARC/pc/motherboard ... -3-01.html


Die Batterie habe ich ausgelötet und ich glaube 3-4 angegriffene Leiterbahnen zu sehen, die vom AT-Tastaturanschluss zu kommen scheinen:

http://s214.photobucket.com/user/Xiaopa ... 3.jpg.html

Das Board habe ich angeschlossen: CPU-Lüfter dreht sich, Bildschirm bleibt dunkel und ich höre 3 tiefe 1s lange Piepser mit je zwei Sekunden Abstand dazwischen. Amibios Beep Code Tabellen haben die Kombination komischerweise nicht im Programm, aber an anderer Stelle fand ich für IBM Mainboards die Fehlerbeschreibung "3270 keyboard adapter error":

http://www.techspot.com/community/topic ... ide.95391/

Das deckt sich dann auch mit dem, was ich da so gesehen hab. Ich bin aber ziemlich überrascht, dass bei einem einfachen Defekt des Keyboardanschlusses nicht mal ein Bild zu sehen sein soll. Ich werde mal versuchen, die Kontakte zu überbrücken und schauen ob das Board bootet.
Mexxi
 

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon PeterLustig » Mo 17. Feb 2014, 16:25

Du solltest die Tastaturbuchse runter löten und mit einem Glasfaserstift den gesamten Bereich säubern. Danach gegebenenfalls die zerstörten Leiterbahnen reparieren. Die Tastaturbuchse bekommt man noch neu.

Wenn der Bereich wieder sauber ist, geht bestimmt das Board auch wieder ;)
PeterLustig
Windows 3.11-Benutzer
 
Beiträge: 7
Registriert: Fr 14. Feb 2014, 15:53

Re: Board mit ausgelaufener Batterie reparieren?

Beitragvon Mexxi » Do 13. Mär 2014, 09:29

Danke für den Hinweis. Das Board wurde an eine fachkundige Person weitergegeben und die hat die Leiterbahnen problemlos ohne Herunterlöten des AT-Tastaturanschlusses repariert. Das Board läuft nun wieder problemlos :)
Mexxi
 


Zurück zu Gästeforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast