IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

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IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon chrisks » So 14. Jul 2013, 00:48

Hallo,

habe hier einen IBM 5150 Rechner, auf dem ein Elko in der Nähe des Stromanschlusses geplatzt ist.

Wollte den Rechner in Betrieb nehmen und dann viel mir der Qualm in der Nähe der besagten Stelle auf. Das Netzteil schaltete nicht mehr ein sobald das Board verbunden wahr. Bei näherer Untersuchung viel mir dann der geplatze Elko auf. Es handelt sich um einen Typ mit 16V und 10µF.

Den Defekten Elko habe ich Entfernt daraufhin funktionierte der Rechner auch einige Stunden lang wieder. Doch dann ging er einfach aus und das Netzteil schaltete im laufenden Betrieb wieder einfach ab. Gehe mal davon aus das noch mehr Elkos "Platt" sind und das Ende Ihrer Lebenszeit erreicht haben. Leider konnte ich diesmal keine Äußerlichen defekte sehen. Von daher würde mir wohl nichts übrig bleiben als bei einer Reparatur alle Elkos tauschen zu lassen.

Manche werden sich nun fragen warum ich das Mainboard eines über 30 Jahre alten Rechners reparieren lassen möchte, aber es sind halt Sammlerstücke vom Beginn der PC Ära die man heute nicht mehr oder nur noch schwer und meist zu hohen Preisen bekommt. Währe das Mainboard z.B. aus dem letzten Jahrzent hätte ich es wohl auch weggeworfen und durch ein anderes für wenige Euro aus einem bekannten Auktionshaus ersetzt. Leider geht das hier in diesem Fall nicht so einfach.

Über Antworten und Vorschläge eurerseits bin ich dankbar, Reparieren oder Wegwerfen ?
Hat vieleicht jemand hier ähnliche Sorgen mit seinem Schmuckstückchen und ist mit entsprechendem Equiment ausgerüstet ?

VIele liebe Grüße Chris
chrisks
 

Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon chrisks » So 14. Jul 2013, 00:55

Hier nochmal ein paar Bilder, es sind dreipolige (heute wohl nur noch schwer zu bekommen !?) :-(

[url=http://www.qpic.ws/images/cimg2691.jpg]http://www.qpic.ws/images/cimg2691.jpg[/url]

[url=http://www.qpic.ws/images/cimg2691.jpg]http://www.qpic.ws/images/cimg2691.jpg[/url]

[url=http://www.qpic.ws/images/tjzizj.png]http://www.qpic.ws/images/tjzizj.png[/url]
chrisks
 

Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon CptKlotz » So 14. Jul 2013, 09:20

Auf keinen Fall wegwerfen!

Der 5150 ist der Ur-IBM-PC und damit besonders historisch.


Wenn wirklich nur die Elkos kaputt sind, müßten die sich von einem halbwegs erfahrenen Löter problemlos tauschen lassen. Diese alten Rechner hatten noch eine relativ simple Technik und waren noch nicht so dicht integriert wie heutige Systeme. Zudem waren sie viel langlebiger gebaut.

Selbst wenn eine Reparatur nicht mehr möglich ist, wird sich immer noch irgendwer über die Ersatzteile freuen, die der Rechner spenden kann.

Vielleicht hat ja jemand praktische Tipps dazu.


Gruß,
Stephan
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Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon Shockwav3 » So 14. Jul 2013, 10:53

Die Netzteile in den 5150/5160 sind bekannte Flaschenhälse - die sterben seit 5 Jahren wie die Fliegen und nehmen dann gerne mal das Mainboard mit ins Siliziumnirvana.
Versuch den Rechner mal mit einem normalen AT Netzteil zu betreiben und beobachte ob sich erneut Elkos verabschieden oder nicht.
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Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon Mystery » So 14. Jul 2013, 10:55

Hm, sieht aus wie ein Keramikkondensator, aber die kenne ich auch nur mit 2 Beinen.
Mit 3 Beinen kenne ich sonst nur Entstorkondensatoren, aber die sehen komplett anders aus.

Auf jeden Fall jemanden ausfindig machen der sich damit auskennt, damit die korrekten Komponenten eingebaut werden. Die Lötarbeiten selber sind nicht weiter dramatisch, aber das falsche Bauteil kann da schon eher Schaden anrichten ;)
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Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon Shockwav3 » So 14. Jul 2013, 11:20

Mystery hat geschrieben:Hm, sieht aus wie ein Keramikkondensator
Huch, grade erst die Fotos gesehen. Bei der Bauform und Kapazität dürfte es sich aber eher um einen Tantalkondensator handeln - auch wenn es mich irritiert, dass keinerlei Polarität auf dem Kondensator verzeichnet ist. Kannst du evtl. ein Foto von der Unterseite wo der Kondensator verbaut ist posten?

Eine kurze Google Suche hat diesen Reparaturvorschlag geliefert: Bild Der komplette Beitrag findet sich hier: http://dkudrow.blogspot.de/2012/09/ibm- ... er-up.html
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Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon chrisks » So 14. Jul 2013, 11:57

Hallo schonmal danke für eure Antworten,

ich habe soeben mehrere alternative AT Netzteile drangehangen. Beim ersten Tat sich gar nix beim zweiten gabs einen Knall. Nur dieses letztere hatte wohl keine Schutzschaltung. Ich drückte auf ein und es gab einen lauten Knall und Funken flogen. Chinaböller lässt Grüßen xD :-)

Dismal ist dieser Kondensator hier explodiert

http://www.qpic.ws/images/cimg2756jlj.jpg

Die Testnetzteile des Boardes scheinen nun übrigens tot zu sein, gehen beide auch ohne Last nicht mehr an.

Danke für den Link werde mir das mal anschauen :)
chrisks
 

Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon chrisks » So 14. Jul 2013, 12:19

Unter diesem Kondensator ist kein Platz um etwas draufzudrucken wie Polung etc. Die Rückseite ist unbeschriftet. Ein Foto von der Unterseite des Boards habe ich hier zwar auch aber ist wohl Nutzlos denn unterm Motherboard ist leider auch keine Polung angegeben.

http://www.qpic.ws/images/cimg2761.jpg
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Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon Shockwav3 » Mo 15. Jul 2013, 06:19

In dem Post welchen ich schon weiter oben verlinkt habe steht im Text was Interessantes geschrieben: "IBM used three-lead capacitors on their system boards. The middle lead is the anode and the outer leads form the cathode. The capacitors are configured this way so that they cannot be inserted backwards, leading to a thermal runaway (also known as an explosion)." Das bestätigt auch meine Theorie mit den Tantalkondensatoren (statt polaritätslosen Keramikkondensatoren). Hast du bei dir zuhause ein Löteisen zur Hand? Wenn ja, kannst du einen 10uF Kondensator (idealerweise mit 16 oder 25 Volt bemessen, mehr ist auch nicht schlimm, nur weniger sorgt für ne Knallerstimmung) wie in dem Bild welches ich oben verlinkt habe einlöten und die beiden "äusseren" Lötaugen miteinander kurzschließen. Das würde ich vorsichtshalber bei allen 4 Entstörkondensatoren am Netzteil machen, damit du nicht in 2 Wochen wieder am löten bist.
Wenn du dir das nicht zutraust würde ich das auch übernehmen, wenn du die Portokosten übernimmst (Kosten für die Kondensatoren liegen im Cent-Bereich, weshalb ich darauf verzichten würde - zumal ich davon sicherlich noch mehr als genug in meiner Grabbelkiste hab).
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Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon chrisks » Di 16. Jul 2013, 14:34

Also ich habe mir nun mal Lötequipment besorgt und werde mich in den kommenden Tagen wen ich wieder etwas mehr Zeit habe, an die Arbeit machen. Einen 50er Pack Tantal Kondensatoren habe ich beim einem bekannten Auktionshaus neu gekauft.

http://www.qpic.ws/images/kgrhqrpyf0iqu ... 9g6012.jpg

Ich danke Shockwav3 für die ausgiebige Beschreibung 8-)

Werde wie von Shockwav3 vorgeschlagen, die ganzen Kondensatoren in der Nähe des Netzteiles gleich mit ersetzen. Ich persönlich gehe mal davon aus das die u.a. die Abwärme der 8088er Cpu die Kondis an dieser Stelle Ihren Teil dazu beigetragen hat das die Kondis alle defekt sind.

Shockwav3 hat geschrieben:
> Wenn du dir das nicht zutraust würde ich das auch übernehmen, wenn du die Portokosten
> übernimmst (Kosten für die Kondensatoren liegen im Cent-Bereich, weshalb ich darauf
> verzichten würde - zumal ich davon sicherlich noch mehr als genug in meiner Grabbelkiste
> hab).

Wenn ich Probleme habe melde ich mich ok :) Werde mal mein Glück versuchen

Halte euch auf dem Laufenden sobald sich was getan hat bzw. er wieder läuft.

LG Chris
chrisks
 

Re: IBM 5150 Mainboard - Defekte Elkos

Beitragvon chrisks » Fr 19. Jul 2013, 14:28

So da bin ich wieder :)

Wie versprochen melde ich mich nochmal wenn alles wieder funktioniert.
DIe Tantals wurden nun eingelötet und der PC läuft wieder Einwandfrei wie neu.

http://www.qpic.ws/images/cimg2768.jpg

Während des Tauschens...

http://www.qpic.ws/images/cimg2774.jpg

und fertig. Als eben DOS hochfuhr hatte ich echt ein Gefühl der Erleichterung 8-)

Das Thema kann damit nun als gelöst geschlossen werden. Vielen lieben Dank für eure Hilfe. Denke es kann hier noch einigen Helfen die mal ähnliche Probleme mit ihren alten Schätzchen haben.

8-)

Viele Grüße Chris
chrisks
 


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