CGA - ist CGA noch das echte CGA?

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Brueggi

CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Brueggi » Sa 24. Mär 2018, 12:21

Huhu DOSler,

nachdem mein 486 nicht mehr mag (Netzteil) und ich meistens unterwegs bin, dachte ich mir, so ganz verzichte ich nicht auf DOS (ich plane auch wieder ein paar Programme dafür zu schreiben).

Ich habe mir daher einen HP 200LX geholt- geiles Teil. TP lüppt, auch ein paar Games. Die Eckdaten:

-80186/7,9 MHz
-CGA
-640k plus 1,3 MB EMS oder Ramdisk
-DOS 5.0 im ROM

Was zum Einen nervt ist, das viele archivierte Programme im Netz zwar z.b. Hercules oder CGA unterstützen, die Dateien aber fehlen - es sind dann nur die EGA/VGA Files dabei.

Das andere: Gibt es Unterschiede bei echten CGA und CGA in VGA-karten? Denn ea gibt Programme, die laufen in 320*200*4 col CGA am PC mit VGA, aber auf der echten CGA nicht - es blinkt dann nur der Textcursor.

Hat ggf. auch jemand eine (legale) CD mit alten DOS Games (gab ja so Sammlungen zu kaufen mit z.b. 50 Games auf CD), die er abtreten möchte?

Gibt es gür einen XT auch einen Virenscannet? FPROT möchte einen 386....

Gruss

Brueggi
wobo
DOS-Guru
Beiträge: 597
Registriert: So 17. Okt 2010, 14:40

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon wobo » Sa 24. Mär 2018, 14:51

Huhu Brueggi,

schön wieder von Dir zu hören. Ich habe mir eben auch die Fotos von Deinem neuen kleinen DOS_PC angeschaut - sieht richtig schnuggelig aus :-)

80186 mit CGA ist schon super. Der 186 soll ja ca. 30% performance plus zum 8086 haben. Und beide sind volle 16-Bitter.

Unterschied zwischen echtem CGA und dem CGA der VGA gibt es schon. Die VGA ist nur BIOS- und Adressierungskompitabel zur CGA. Das heisst, alle Programme, die zur Einschaltung der CGA-Modi, zur Auswahl der Farbpaletten, zur Auswahl der Cursor-Größe etc. auf BIOS-Routinen zugreifen, müssten auch auf VGA laufen. Ebenso natürlich funktioniert der direkte Zugriff auf den Bildschirm CGA-kompatibel.

Was meist nicht funktioniert ist, wenn die Software direkt auf die Register der CGA zugreift, da hier ganze andere Timings eingetragen werden müssen. CGA benutzt ja einen 15.75 khz-Monitor, VGA einen 31.5 kHz Monitor.

Da Du ja einen kleinen Handheld hast, wird der auch nicht die Original Timings der CGA nutzen, sondern vielleicht komplett eigene. Dass bei dir der Cursor blinkt, wenn manchmal ein CGA-Grafikmode aufgerufen werden soll, spricht meines Erachtens dafür, dass in irgendeiner Weise direkt auf die CRTC-Register zugegriffen wird. Das aber, wie gesagt, dürfte auf einem Handheld Probleme machen.

Ich melde mich bald wieder via E-Mail!! Fest versprochen :-)

VG
wobo
Brueggi

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Brueggi » Sa 24. Mär 2018, 16:51

Hui, Wobo lebt noch :)

Habe Dir noch ein paar Bildee geschickt.

Ich dachte halt, 320*200 ohne Hardwaretricks sollte laufen, tuts ja im Prinzip auch.

Ich muss mich nur an die Geschwindigkeit gewöhnen... vom 486/25 auf 80186. Da werde ich einiges in Assembler machen müssen.

Aber interessant ist der Rechner schon. Theoretisch würde Win 3.0 auch drauf laufen.

Gruß

Brueggi
Gast

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Gast » Di 24. Apr 2018, 23:21

Ich schließe mich dem Beitrag von wobo an.

Die CGA-Emulation von VGA ist meist nicht auf der Registerebene kompatibel.
Allerdings hatten viele der frühen VGA-Karten eine separate Emulation für CGA, EGA und Hercules.
Diese konnte man per mitgeliefertem Mode Utility aktivieren.

In der separaten Emulation waren zwar die Bildwiederholungsrate/V-Sync. (CGA/EGA in 70Hz statt 60Hz) und
horizontale Synchronisation (31,5 kHz statt CGAs 15,75 kHz oder EGAs 21,85 kHz) immernoch nicht originalgetreu,
aber immerhin waren in der CGA-Emulation alle üblichen CGA-Paletten und -Register ansprechbar.

Karten die sowas konnten waren z.B. Paradise VGA, Trident 8900,
Tseng ET3000/ET4000, OAK und viele andere ISA-Karten.

Viele Grüße,
ein Gast
Brueggi

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Brueggi » So 29. Apr 2018, 11:12

Ich habe natürlich weiter experimentiert.
Einige Titel, von denen ich weiss, sie laufen im stinknormalen 320*200/4 liefen ja bisher nicht. Nun aber schon, denn offenbar konserviert man DOSen-Programme nicht mit der Sorgfalt, die man anderen Systemen zukommen lässt. Nach langem suchen findet man nach und nach immer mehr CGA-Soft, die rennt.

Ich habe natürlich auch mit diversen OUTs zum CRTC experimentiert, die werden häufig einfach ignoriert, was wohl daran liegt, dass man ja das LCD ansteuern muss, und keine Röhre.
BluesmanBGM
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Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon BluesmanBGM » Do 30. Aug 2018, 11:14

Brueggi hat geschrieben:Was zum Einen nervt ist, das viele archivierte Programme im Netz zwar z.b. Hercules oder CGA unterstützen, die Dateien aber fehlen - es sind dann nur die EGA/VGA Files dabei.


Schön, daß ich nicht der Einzige bin, dem das schon negativ aufgefallen ist. Ich hatte mal versucht, für meinen EuroPC ein paar Spiele und Tools online zu finden. Und mehr als einmal war es dann so, daß CGA/HGC zwar prinzipiell möglich wäre und sogar im Setup vorkommt, die dafür nötige Datei aber dann mit "file not found" kommentiert wird, und der Bildschirm dunkel bleibt.

Woran liegt das eigentlich? Warum glauben die Leute, ein paar KB einsparen zu müssen, indem sie die Dateien für CGA und/oder Hercules einfach weglassen? Wenn ein Programm/Spiel korrekt archiviert wird, dann sollte es doch in vollem Umfang sein, und nicht nur auf die "bunten" Fassungen reduziert. Da kann dann schnell der manchmal falsche Eindruck aufkommen, daß man ohne EGA/VGA sowieso aufgeschmissen ist.

Gibt es eigentlich eine Archivseite für Software, die sich speziell CGA/HGC widmet?

Chris
Gast

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Gast » Sa 1. Sep 2018, 11:41

Da kann dann schnell der manchmal falsche Eindruck aufkommen, daß man ohne EGA/VGA sowieso aufgeschmissen ist.
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Diesen Eindruck hatte ich bereits in den Neunzigern. Dank der Treuhandpolitik war ich damals arbeitslos geworden, konnte mit daher den wunderschön bunten VGA PC nicht leisten, musste daher mit Hercules Grafik zufrieden sein, die auf meinem damaligen Commodore PC1, den ich mir damals gerade so eben leisten konnte, überhaupt nicht unterstützt wurde. Alle Programme aus den herrlich bunten Zeitschriften, alles soooo kostenlos, waren entweder im Textmode oder haben VGA oder mindestens CGA vorausgesetzt, was mein Commodore PC1 aber nicht konnte.

So empfinde ich heute eher Genugtuung darüber, dass HGC und mittlerweile auch CGA nicht mehr unterstützt werden, stattdessen nur noch VGA oder gleich VESA.

Denn heute habe ich einen zeitgemäßen PC der alle diese schönen bunten hoch ausflösenden Modi perfekt unterstützt. Warum also sollte ich die dann nicht auch nutzen. Spiele gibt es für den PC wie Sand am Meer und da kann ich mir ja die buntesten, hoch auflösendenden davon auswählen.

Zumal in der Speielszene die Zocker Höchstpreise für die PC Hardware zu zahlen bereit sind. Diese Hardware kann dann definitiv all die schönen bunten hoch ausflösenden Grafikmodi. Auch in der DOS BOX oder mit Freedos von USB Medium gestartet. :)
Gast

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Gast » Sa 1. Sep 2018, 14:47

> "Woran liegt das eigentlich? Warum glauben die Leute, ein paar KB einsparen zu müssen, indem sie die Dateien für CGA und/oder Hercules einfach weglassen?"

Recht einfach: das sind alles gecrackte Versionen, die schon seit BBS-Zeiten existieren. Damals waren ein paar KB weniger von Bedeutung. Außerdem gibt es auch Spiele, die beim Installieren nur die Grafiken für die gewählte Hardware installieren, denn auch Festplatten-Speicher war damals knapp. Die Lösung ist, sich die Spiele im Original zu besorgen, nicht von Warez-Seiten. Dann fehlt auch nichts.
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Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Dosenware » Sa 1. Sep 2018, 20:46

nicht von Warez-Seiten.


gog z.b. ist keine Warezseite ;-)
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Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon matze79 » Sa 12. Okt 2019, 18:41

Und dort fehlt auch die Hälfte..
https://dosreloaded.de - Die Deutsche Community rund um DOS/9x und Co
drzeissler
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Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon drzeissler » Sa 12. Okt 2019, 20:36

Ich mache genau das gleiche.
Spiele für den EuroPC mache ich EGA/VGA weg wenn möglich, also nur CGA/MDA.
Beim Tandy wenn möglich nur die Tandy Files.
CPU: 486 DX2/66 MOBO: SNI-D882 RAM: 3x16MB - FDD: 3,5" 1,44MB HDD: 6,4GB Seagate ISA(1): Audican32Plus PCI(1): 3com TX 905 OS: MsDos622 - Win95a - WinNT 3.51
Gast

Re: CGA - ist CGA noch das echte CGA?

Beitragvon Gast » So 3. Nov 2019, 07:51

Hallo Leute,

Ich bins nochmal - Gast von Posting.. #4 (?).
Habe den Thread mit Interesse verfolgt und freue mich über die vielen Beiträge bisher.
Das mit CGA is so eine Sache. Es gab in der Vergangenheit viele mehr oder weniger "kompatible" die CGA unterstützten.
Glücklicherweise gehörte ich zu den glücklicheren Anwendern, die von einem 8-Bit PC auf einen PC/AT PC umgestiegen sind.

Mein erster kompatibler PC war ein 286er, mit VGA und Floppy-Controller on-board.
Damit lief zumindest Windows 3.10 sehr gut und ich konnte in Visual Basic 1.0 und Turbo Pascal für Windows programmieren.
Mit CGA kam ich zwangsweise eigentlich nur durch sehr alte Programme (Chess88) und GW-Basic in Kontakt.
QuickBasic 4.x und Turbo Pascal -Der Herrr sei gesegnet- kannten bereits EGA/VGA.
VGA war in gewisser Weise eine Befreiung und das Ende der Orientierung an den alten Fernseh-Standards.
Bei VGA-Monitoren konnte man z.B. davon ausgehen, das 640x480 und 320x200 Auflösungen einfach liefen.

Da VGA als "Array" eine gewisse Abstraktion mirbrachte (keine echten Referenzhardware verfügbar),
hatten Programmierer wie auch Entwickler etwas mehr Freiraum. Und mit dem VGA-BIOS (auf der VGA-Karte)
konnte man sogar Programme schreiben, die zuverlässig auf mehreren Clones liefen. Mehr oder weniger.

Spiele blieben natürlich so eine Sache. Allerdings gab es hier bereits Testspieler und die Entwickler testeten
bewusst auf Klon-PCs. In den 80ern war das mit CGA noch nicht so verbreitet, man erwartete schlicht,
dass IBM Hardware im Einsatz war bzw. hatte nicht das Geld zum Testen auf anderer Hardware.
PC-Spiele waren damals noch eher ein Nischenmarkt für Geeks und Nerds.

Aber zruück zum Thema..
Die ersten DOS-PCs unterstützen CGA in Form von Emulation, obwohl sie eigentlich keine Klone sein wollten.
So wie der BBC Master 512, zum Beispiel. Da DOS jedoch keine Grafikausgabe hatte, wurde CGA dennoch unterstützt,
so gut es eben ging. Meist reichte anfangs noch die Emulation der BIOS-Ebene und eine paar Dummy-Register,
damit Programme in 320x200 in 4 Farben (oder 640x200 mono) liefen. Dann ging schnell das ganze "Bare-Metal"
Fieber los (-> Low-Level Programmieren) und man orientierte sich zu 100% an den IBM PCs (5150/5160).
Spezialmodi wie die 160x120 (?) Sachen bzw. Composite-CGA liefen dann natürlich nicht mehr auf alternativen PCs
und sie verschwanden sehr schnell in der Vergessenheit. Auch, weil MS-DOS nur bis ca. 3.x als anpassbare OEM-
Versionen existierte (v2.11/v3.30 waren zuvor recht gut/beliebt). Danach war MS-DOS eigentlich nurnoch
für IBM Kompatible verfügbar, die Versionen für PC-98 und ein paar weitere Exosten in Fernost mal ausgenommen.

Für diese Spiele und Programme braucht man nun eine echte CGA-Hardware (auch kein VGA mit oder ohne Emulation).
Apropos. Für Testzwecke gibt es den CGA Compatibility Tester (Freeware) und DOSBox/PCem/86Box usw.
Mit diesen kann man dann überprüfen, ob wie Spiele richtig funktionieren und wie sie auf gewisse Hardware reagieren.
Nette Sache, wie ich finde. Nebenbei: Durch das Fehlen des Framebuffers von EGA/VGA kann das A-Segment
als Erweiterung des DOS-Speichers genutzt werden. Were also eine RAM-Karte und "704K" hat,
kann dann bis zu 704 bzw. 736KB (anderes Utility) an DOS-Speicher haben. Wiegesagt, vorausgesetzt,
das A-Segment ist frei. Mit CGA oder Hercules/Hercules-InColor kann das gehen, mit EGA/VGA aber nicht.

Viele Grüße,
ein Gast

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