Good Old Games (www.gog.com)

News zum DOS-Forum und zur DOS-Szene

Good Old Games (www.gog.com)

Beitragvon philscomputerlab » Mo 28. Nov 2011, 19:49

EDIT von CptKlotz:

Ich habe mir erlaubt, dieses Thema mal vom "Privateer"-Thread abzutrennen, weil ich es allgemein für sehr interessant halte:



Mau1wurf1977 schrieb zum Thema "DOS-Spiele-Kauf auf http://www.gog.com":

Die GOG.com Version kommt allerdings nicht mit der Erweiterung. Wing Commander 1 und 2 auch nicht. Finde ich schon schade wenn Sie diese Dinge immer weglassen...


Ich (CptKlotz) schrieb:

Auch nicht optional? Das ist ja beknackt. Wenn man heute schon solche "Abandonware" verkauft, sollte das wenigstens ein Rundum-Sorglos-Paket sein.



Hier folgt das ursprüngliche Posting von Mau1wurf1977, das ich vom alten Thread abgetrennt habe:


Ja ich finde es auch enttäuschend. Bei fast allen GOG.com Spielen die ich mir gekauft habe (und das sind jetzt schon einige) fehlt irgendwas. Z.b. fehlen vielen Spiele INSTALL.EXE womit man normalerweise die Sound Optionen ändern kann. Bei Wing Commander gibt es dann halt nur Sound Blaster und man kann es nicht ändern. Dies ist auch bei den Sierra Adventures der Fall.

Bei der GOG.com Version von Police Quest melded ScummVM das die Spiele mit einem Fan Patch behandelt wurden. INSTALL.EXE fehlt auch hier und auch bei der Space Quest und Kings Quest Serie.

WC1 und WC2 ist echt schade dass die Secret Missions fehlen.

Ja es ist echt ärgerlich dass man sich diese Spiele ohne Probleme gratis besorgen kann, die Kauf Versionen aber immer mit Einschränkungen daher kommen. Die Doom Spiele von Steam kommen auch ohne SETUP.EXE :-(
Benutzeravatar
philscomputerlab
DOS-Übermensch
 
Beiträge: 1275
Registriert: Fr 1. Okt 2010, 09:40
Wohnort: Australien

Re: Good Old Games (www.gog.com)

Beitragvon CptKlotz » Mo 28. Nov 2011, 23:54

Ja es ist echt ärgerlich dass man sich diese Spiele ohne Probleme gratis besorgen kann, die Kauf Versionen aber immer mit Einschränkungen daher kommen.


Klingt wie eine generelle Beschreibung der Erfahrung, die man macht, wenn man legal Medien kauft, seien es CDs, Filme oder Spiele. Es ist aber auch eine Beschreibung der Erfahrungen, die man nicht macht, wenn man sich Schwarzkopien besorgt.


Der ehrliche Kunde darf auf seiner DVD 20 öde Trailer und nicht überspringbare "Papi sitzt im Knast"-Raubkopierer-Spots gucken. Als Spielekäufer darfst du Männchen machen und dich registrieren, damit du dein gekauftes Spiel spielen darfst. Zumindest solange, bis die Server abgestellt werden. Wer weiß, demnächst wird vielleicht noch die selige Handbuchabfrage oder das Codewheel wieder eingeführt.

Der Schwarzkopierer lacht derweil über all diese Dinge, mit denen er nicht konfrontiert wird. Zu seligen Heimcomputer-Zeiten bekam er sogar als Bonus oft noch einen Trainer, der den beinharten Schwierigkeitsgrad der damaligen Spiele etwas abgemildert und das Spiel so überhaupt erst genießbar gemacht hat :-)

Die Firmen investieren viel Geld in Kopierschutzmechanismen, die sowieso geknackt werden (bisher hat es noch immer funktioniert). Der ehrliche Käufer darf dann diese unwirksamen und teuren Maßnahmen mitfinanzieren und sich zur Belohnung noch über Gängelungen und Einschränkungen seiner Rechte ärgern. Das ist einfach genial - wir bestrafen den ehrlichen Käufer für (teils auch nur behauptete?) Schäden, die andere Leute anrichten.

Und dann wundert sich die Industrie, daß niemand ihre 0815-Ware mehr kauft. "Schildbürgerstreich" ist da eigentlich noch eine Verharmlosung :-)


Naja, zurück zu GOG:


Sorry, aber wenn GOG diese Spiele, die im Prinzip (wirtschaftlich) nichts mehr wert sind und keine Entwicklungskosten verursachen, auch noch in verkrüppelten Versionen ausliefert, wer soll den Quark denn dann kaufen? Die paar Megabyte dieser alten Spiele existieren noch auf unzähligen Festplatten, CDs und Warez-Servern.

Es ist auch nicht unbedingt damit zu rechnen, daß der Kauf den Machern dieser alten Spiele noch viel einbringt. Teils sind die Firmen pleite oder aufgelöst (Sierra, Origin) oder sie verdienen ihr Geld längst mit ganz anderen Dingen (LucasArts, Electronic Arts, Microsoft).

Abgesehen vom guten Gefühl, das richtige zu tun und Dinge, die man mag, auch legal zu besitzen, bietet sich also realistisch betrachtet kaum ein Anreiz, diese alten Spiele überhaupt zu kaufen. Vor allem nicht, wenn sie nicht einmal komplett sind - da kann der Preis noch so niedrig sein.

Versteht mich nicht falsch - ich will hier niemanden zu Straftaten aufrufen - aber für viele Leute, die noch ihre alte DOS-Spielesammlung aus den 90ern in irgendeiner Form besitzen, stellt sich die Situation doch genauso dar.
“It is impossible to defeat an ignorant man in argument.” (William G. McAdoo)
Benutzeravatar
CptKlotz
Site Admin
 
Beiträge: 3002
Registriert: Mo 7. Mär 2005, 23:36
Wohnort: Dorsten

Re: Good Old Games (www.gog.com)

Beitragvon raidenfighterkirkov » Di 29. Nov 2011, 04:35

Hi !

Ich stimme euch in vielen Punkten zu, und predige ja auch schon seit Jahren, dass es eine unzumutbare Situation ist, wenn der ehrlich zahlende Kunde viel schlechter gestellt ist als der "schlaue" Raubkopierer.

Allerding muss man auch fairerweise sagen, dass es unzählige Releaseversionen von GOG games gibt, die mit schönem Zusatzcontent aufgewertet werden (Soundtrack, Making of Videos, Patches, etc. etc.)

Und sie liefern stets eine Version ab, die auf aktuellen Betriebssystemen plug and play mäßig läuft. (daher fehlen eben so oft die setup Optinen).

Für mich persönlich ist das Angebot von GOG uninteressant, da ich ja über 3.500 PC Spiele im Original besitze.
Manchmal lege ich mir aber ein paar Titel zusätzlich zu (wegen dem Zusatzmaterial), oder auch aus einer emotional aufgelanden Resepektbekundung den Entwicklern gegenüber (wobei ihr eh schon erläutert habt, dass die meist keinen Cent von diesen Neugeldeinnahmen sehen).
Aber gut, dass ist ja im Prinzip auch nicht anders, wenn ich mir jetzt teilweise um viel Geld seltene Originalspiele nachkaufe.

Das Geschäftsmodell richtet sich eben an ganz andere Leute als an uns "Verrückte", die sich eben noch mit der Originahardware auseinandersetzen und noch gerne an der Autoexec.bat und Config.sys herumschrauben.
(Letztens hab ich in einem Pentium 133 drei Soundkarten installiert Rap 10, Soundblaster 16 und Gravis Utrasound...na heissa das ist ein Spaß mit den IRQ Interrrupts und DMA Kanälen. Und Speicher fressen die Treiber auch nicht gerade wenig. *g*.
Ich wußte ja, weshalb ich soviele Einzelsysteme konfiguriert habe, bei denen immer nur eine Soundkarte arbeitet bzw. maximal noch eine resourcenschonende zweite Rolandkarte oder ein Wavetabledoughterboard *g*.)

Herzliche Grüße
RFK
raidenfighterkirkov
CONFIG.SYS-Autor
 
Beiträge: 294
Registriert: So 30. Jan 2011, 03:22

Re: Good Old Games (www.gog.com)

Beitragvon philscomputerlab » Di 29. Nov 2011, 15:29

CptKlotz hat geschrieben:und nicht überspringbare "Papi sitzt im Knast"-Raubkopierer-Spots gucken.


Ja da Frage ich mich auch was los ist mit der Welt. Du bist im Kino, hast gezahlt fuer das Ticket und deine Popcorn. Etwas Werbung und dann kommt der Spot "Piracy is stealing...".

Da fragst du dich dann echt "Why do I even bother..."

Sorry, aber wenn GOG diese Spiele, die im Prinzip (wirtschaftlich) nichts mehr wert sind und keine Entwicklungskosten verursachen, auch noch in verkrüppelten Versionen ausliefert, wer soll den Quark denn dann kaufen?

Es ist auch nicht unbedingt damit zu rechnen, daß der Kauf den Machern dieser alten Spiele noch viel einbringt. Teils sind die Firmen pleite oder aufgelöst (Sierra, Origin) oder sie verdienen ihr Geld längst mit ganz anderen Dingen (LucasArts, Electronic Arts, Microsoft).

Abgesehen vom guten Gefühl, das richtige zu tun und Dinge, die man mag, auch legal zu besitzen, bietet sich also realistisch betrachtet kaum ein Anreiz, diese alten Spiele überhaupt zu kaufen. Vor allem nicht, wenn sie nicht einmal komplett sind - da kann der Preis noch so niedrig sein.

Versteht mich nicht falsch - ich will hier niemanden zu Straftaten aufrufen - aber für viele Leute, die noch ihre alte DOS-Spielesammlung aus den 90ern in irgendeiner Form besitzen, stellt sich die Situation doch genauso dar.


Bei mir ging es in der tat darum dass ich die Spiele legal besitzen wollte. Viele Spiele (wie Wing Commander und Fate of Atlantis oder The Dig) besaß ich in der Vergangenheit (als Jugendlicher), aber habe Sie dann verkauft. Ich mag auch digitale Spiele. Ich ziehe viel um (Auch International) und hab nicht wirklich ein "permanentes" Heim mit Keller oder Dachstuhl.

GOG.com macht ziemlich sicher ein gutes Geschäft. Ich finde es schade dass nicht mehr "Freaks" involviert sind, weil Dinge wie die fehlenden Mission packs oder SETUP.EXE fallen diesem sofort auf. Bei Wing Commander gab es ein Posting und da haben die Beteiligten echt nicht realisiert dass es da Mission packs gab :)

Allerdings gestehe ich auch dass es ab und zu die Kunden zu pingelig werden. Z.b. bei Alone In the Dark gab es die CD Versions. Viele wollten aber die Floppy Version. Ich fand das aber ok, weil die CD Version zumindest komplett war.

Bei Space Quest und Kings Quest kommt es darauf an ob du es dir auf Steam oder GOG.com kaufst. Auf Steam bekommst du den VGA remake von Space Quest 1, auf GOG.com die original Version. Das gleiche bei Kings Quest. Keine Version gibt dir beides, du musst also echt die Collection zweimal kaufen (da sind wir dann schon bei fast US$ 20).

Aus der Sicht des Otto-Normal Kunden funktionieren die Spiele ja. Ich sehe schon ein dass Sie nicht geplant haben dass Freaks sich die Spiele auf einem 486er installieren wollen :D

Die fehlende INSTALL.EXE oder SETUP.EXE kann man sich auch von den Piraten Versionen klauen.

Aber Schlussendlich ist es einfach so dass die Piraten Versionen keine Kompromisse eingehen. Da saugst du dir Wing Commander 1 und 2 und das hat alles: Secret Missions, Speech Pack, SETUP Program u.s.w.

Bei ScummVM gibt es 20GB Torrents da sind alle Spiele in allen Versionen dabei. Bei MAME kann man sich 5000+ Spiele saugen und die sind authentischer als die Mega Drive Spiele die man sich auf Steam kaufen kann.

Wie gesagt ich bin der festen Überzeugung dass Geld / Preis nicht wirklich das Problem sind. Aber wenn du illegal eine besseres Erlebnis / Qualität bekommst, dann stimmt da doch was nicht.
Benutzeravatar
philscomputerlab
DOS-Übermensch
 
Beiträge: 1275
Registriert: Fr 1. Okt 2010, 09:40
Wohnort: Australien

Re: Good Old Games (www.gog.com)

Beitragvon wobo » Di 29. Nov 2011, 16:39

CptKlotz hat geschrieben:
Ja es ist echt ärgerlich dass man sich diese Spiele ohne Probleme gratis besorgen kann, die Kauf Versionen aber immer mit Einschränkungen daher kommen.


Klingt wie eine generelle Beschreibung der Erfahrung, die man macht, wenn man legal Medien kauft, seien es CDs, Filme oder Spiele. Es ist aber auch eine Beschreibung der Erfahrungen, die man nicht macht, wenn man sich Schwarzkopien besorgt.


Der ehrliche Kunde darf auf seiner DVD 20 öde Trailer und nicht überspringbare "Papi sitzt im Knast"-Raubkopierer-Spots gucken. Als Spielekäufer darfst du Männchen machen und dich registrieren, damit du dein gekauftes Spiel spielen darfst. Zumindest solange, bis die Server abgestellt werden. Wer weiß, demnächst wird vielleicht noch die selige Handbuchabfrage oder das Codewheel wieder eingeführt.

[...]
Und dann wundert sich die Industrie, daß niemand ihre 0815-Ware mehr kauft. "Schildbürgerstreich" ist da eigentlich noch eine Verharmlosung :-)



Wie so oft, muss ich Dir uneingeschränkt Recht geben. Ich vergleiche die Schutzrechtpolitik (Urheber-, Marken-, Lizenz- und nahezu alle sonstigen Immaterialgüterrechte) der sog. Contentindustrie immer mit einem Apfelverkäufer. Einem Apfelverkäufer, der mir seinen Apfel unter der Bedingung verkauft,

- dass ich ihn nur innerhalb der Landesgrenzen verzehre (z.B. Ländercodecs der DVD, Youtube...). Denn für den Verzehr außerhalb der BRD hält er natürlich weitere Äpfel bereit, die ich zu diesem Zweck bei ihm käuflich erwerben könnte;
- weiter unter der Bedingung, dass ich den Apfel nicht an Dritte weitergebe, da er mit dem Erwerb auf mich personalisiert worden ist. Für den Fall der Weitergabe an Dritte kann ich natürlich weitere Apfelversionen bei ihm erwerben, auch in Form von Apfelgeschenkgutscheinen; Ich verstehe dann natürlich auch, dass er den personalisierten Verzehr überwachen können muss. Ich bin deswegen gerne bereit, die Apfel-Verpackung aufzubewahren, um dann für den Fall des Verzehrs von der Rückseite einen 20-stelligen Sicherheitscode abzutippen, mich mit dem Internet zu verbinden und den Verzehr des Apfels freizuschalten;
- weiter unter der Bedingung, dass ich den Apfel nur zu einem bestimmten Verzehr, nämlich den Roh-Verzehr verwenden darf. Ein Verzehr durch Verbacken ist ausgeschlossen, weil es - wofür ich Verständnis habe - die Marke des Apfels verwässert, wenn der hochwertige Apfel im Apfelstrudel landet. Hierfür hält der Verkäufer natürlich gesonderte Back-Äpfel parat, die ich gerne bei ihm käuflich erwerben kann.

Der Vergleich hinkt natürlich, weil ein Apfel überhaupt kein Content ist und überhaupt keinen Inhalt besitzt.


Keine Ahnung, warum das die Verbraucher mit sich machen lassen. Wenn ein Apfelverkäufer so auftritt - was er dem Grundsatz der Vertragsfreiheit nach wohl auch dürfte - dann würden ihn die Verbraucher (hoffentlich, ganz sicher bin ich mir jetzt aber nicht) im Regen stehen lassen und keinen Apfel kaufen.


Nur zur Klarstellung: Wie auch niemand sonst hier im Forum, propagiere ich hier keine Raubmordkopie. Ich habe absolut kein Problem, den marktüblichen Preis (wie hoch der dann immer auch ist) zahlen zu müssen, wenn ich etwas haben will. Und dass dann der Produzent/Künstler/Händler ggf. steinreich wird, wenn seine Dinger wie die warmen Semmeln weggehen, ist für mich genauso unproblematisch. Ich habe nur keine Lust, nach dem Erwerb zu marktüblichen Preisen dann in der konkreten Verwendung derart eingeschränkt zu werden, dass es auf Kosten meiner Lebensqualität geht. Wann, wo, wie und mit wem ich ein von mir legal erworbenes Produkt konsumiere, möchte ich nämlich ganz allein entscheiden. Und zwar ohne Mitspracherecht des Veräußerers...

In der Konsequenz versuche ich daher - quasi als Gegenweg zur Raubmordkopie ;-) - meinen Produktbedarf grundsätzlich zu reduzieren. Das klappt zwar nicht immer, aber - auch angesichts knapper Kasse meinerseits - immer besser. Ich merke immer öfter: Das meiste brauche ich eigentlich nicht.

Mein letztes Erweckungserlebnis insoweit hatte ich wohl 2003. Ich hatte - quasi als Reminiszenz an die 90er Jahre - einen Stapel CDs ´ne Stunde lang Probe gehört und stand an der Kasse des örtlichen Media-Discounters. Irgendwann lese ich dann auf der ersten Verpackung ungefähr "Hey Kids! Don´t steal music! This gear is copy-protected!". Ich fand das äußerst unverschämt: Ich stehe gerade an der Kasse, um zu bezahlen und dann pflaumt mich die Verpackung in Slang an, ich solle nichts stehlen??? Ich habe dann sämtliche CDs mit derartigen Hinweisen aussortiert und nicht gekauft.

Seitdem verfahre ich mehr oder weniger (je nach Stimmung halt) immer so. Unternehmen, die mich blöde angehen, kommen gedanklich auf ´n schwarze Liste. Egal wie groß dann die Lockangebote für Produkte dieses Unternehmens sind, ich kaufe nichts. Nach 5 Jahren oder mehr ist meine Wut dann meistens verraucht und das Unternehmen erhält eine 2. Chance...
;->
wobo
DOS-Guru
 
Beiträge: 555
Registriert: So 17. Okt 2010, 13:40


Zurück zu Ankündigungen und Neuigkeiten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast