Parallelport SD-Kartenleser

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Nilquader
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Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Nilquader » Fr 29. Okt 2010, 17:15

Hallo Zusammen,

Ich möchte euch mal mein neuestes Projekt vorstellen.

Ich habe vor einiger Zeit angefangen, einen Parallelport-SD-Kartenleser für den Amstrad NC100 (einen portablen Z80-Rechner) zu entwerfen. Und da man so etwas ja sicherlich auch für den ein- oder anderen alten PC (z.B. den Schneider EuroPC, der in den meiste Fällen nichtmal eine Festplatte hat) ganz sinnvoll anwenden kann, habe ich mal angefangen, einen DOS-Treiber für diese Hardware zu schreiben. Erste Ergebnisse könnt ihr euch unten in den Bildern ansehen. Bis jetzt arbeitet der Treiber nur im Lesezugriff und auch mit einer Beschränkung auf 32MB Partitionsgröße - aber daran arbeite ich noch.

An die Geschwindigkeit eines SCSI-Drives mit passendem Controller im ISA-Slot kommt so ein Parallelport-Leser natürlich nicht ran. Zudem der Parallelport des EuroPC oder anderer XT-Kompatibler ja auch den ganzen Schnickschnack mit ECP oder EPP gar nicht beherrscht. Der Treiber ist noch eine ganz frühe Beta und ich habe auch noch keine Messungen gemacht, aber geschätzt ist das Gerät ähnlich schnell wie die Floppy. Bei den Datenmengen, die man üblicherweise an einer Maschine mit 512-640K RAM so hin- und herbewegt, dürfte das auch nicht so tragisch sein. Vielleicht wird das Ganze ja beim Datenaustausch trotzdem eine interessante Alternative zum Floppy-Stapel - für mich ist es erstmal ein guter Ersatz für die laute und unzuverlässige HD20 des Schneider EuroPC...
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon philscomputerlab » Di 2. Nov 2010, 04:54

Tolles Projekt!

Und das funktioniert auch mit XTs und 286ern? Weil soweit ich weiss streiken hier die Iomega Parallel Port treiber.

Auf 386 und besser sind die Iomega drives mein tip weil Sie so billig sind. Kein Mensch will die heutzutage und Sie verkaufen sich sehr schlecht (gut fuer uns :-)

Toll gemacht!
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Nilquader
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Nilquader » Di 2. Nov 2010, 11:20

Ja, das funktioniert auch mit XT und 286er-Rechnern. Das Bild oben habe ich an einem XT-kompatiblen mit 8088-CPU und Uni-direktionalem Parallelport gemacht (Schneider EuroPC).

ich habe am Wochenende nochmal am Treiber weitergearbeitet. Inzwischen funktioniert auch der Schreibzugriff und ich habe 32-Bit-Adressierung implementiert. Also können nun SD-Karten bis 2GB verwendet werden.

Zumindest für die ZIP-Drives von Iomega gibt es übrigens den alternativen Treiber PalmZIP (http://leute.server.de/peichl/palmzipe.htm), der auch am 286er und XT funktioniert. Ist allerdings Shareware. Und so besonders großes Vertrauen habe ich in die ZIP-Laufwerke und Medien auch nicht mehr. Die waren schon damals, als sie neu waren nicht die zuverlässigsten. Ich sag nur "Click of Death" (http://en.wikipedia.org/wiki/Click_of_death)
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon philscomputerlab » Di 2. Nov 2010, 11:24

Ja ich hatte Glueck mit meinem ZIP. Eines der ersten 100MB parallel port Laufwerke. Hatte ich sicher 10 Jahre oder so befor ich es auf ebay gestellt habe...
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon wobo » Sa 6. Nov 2010, 17:50

Halte uns bitte über den Fortgang Deines Projekts auf dem Laufenden. Ein SD-Kartenleser für DOS ist wirklich keine schlechte Idee. Hat mir sofort gefallen, auch wenn ich bisher noch mit den 1.44 MB-Floppies klar komme.
Kompliment vom "Anti-Techniker"...!

wobo
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon drzeissler » Mo 24. Jan 2011, 21:35

sehr interessant, wollte gerade ein zip-100 für meinen Schneider Tower AT ersteigern, da das kopieren mit den 3,5" Disks doch sehr aufwändig ist. Das die Iomega Zip-Teile nicht so zuverlässig sind war mir neu.

kurzum: soll ich ein Zip-Drive kaufen, oder kann ich die hier beschriebene Lösung erwerben.

Thx
Doc
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Nilquader » Mo 24. Jan 2011, 21:50

Ich habe eine kleine Anzahl an Kartenlesern gebaut, die eigentlich für Entwickler zum Testen gedacht sind. Theoretisch kannst du aber auch einen SD-Kartenleser bekommen, folgendes solltest du allerdings beachten:

1. Die Dinger sind langsam(!!!), da sie für ganz simple unidirekionale Paralleports konzipiert sind. Am EuroPC liegt die Transfergeschwindigkeit knapp unter der einer Floppy. Ich weiß nicht, wie das ZIP in diesem Punkt abschneidet.

2. So ein Kartenleser braucht irgendwoher eine Versorgungsspannung, die bei etwa 5 Volt liegen sollte. Eine Möglichkeit wäre das Durchschleifen des Tastatursteckers, eine andere ein dünnes Kabel nach innen auf eine Floppy-Stromversorgung. Ein Steckernetzteil tut es natürlich auch, ist aber unpraktisch, weil es eine zusätzliche Steckdose unter deinem Schreibtisch blockiert. Da jeder Rechner (besonders die ganz alten) anders ist habe ich da nichts vorgesehen und du müsstest dir selbst was ausdenken. Ich helfe aber natürlich gerne mit Anschlusstips.

3. Es gibt kein Gehäuse und sieht demnach nicht so toll aus, wie ein ZIP. Das Teil steckt bei mir hinten im Druckerport und fällt nicht auf. Man kann es aber auch mit einem (kurzen) Kabel anschließen.

4. Ich habe noch keinen Wechseldatenträger-Support im Treiber. Das heisst: Im Moment muss man rebooten, nachdem man ein neues Medium eingelegt hat. Das kommt aber noch. Ich kann nur keinen Termin versprechen.
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon drzeissler » Mo 24. Jan 2011, 23:26

Ok, werde erstmal ein ZIP nutzen, dennoch bleibt der Ansatz mit der SD-Karte sehr interessant und zukünftig vermutlich eine echte Alternative.
Danke für die Infos.

Doc
CPU: 486 DX2/66 MOBO: SNI-D882 RAM: 3x16MB - FDD: 3,5" 1,44MB HDD: 6,4GB Seagate ISA(1): Audican32Plus PCI(1): 3com TX 905 OS: MsDos622 - Win95a - WinNT 3.51
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Steffimaus » Di 22. Feb 2011, 09:02

Cooles Projekt :)

Könnte man die Platine nicht einfach in einem laufwerksschacht verbauen? ein schlitz in einer abdeckung und die platine von hinten daran befestigt, vielleicht mit heisskleber oder so, dann kann man sie intern anschliessen. zumindest dann, wenn der parallelport auf dem board (oder controller) als pfostenstecker realisiert ist.
sollte relativ wenig bastelaufwand sein. und die stromversorgung ist dann auch kein problem mehr.

hast du einen schaltplan oder sowas von dem projekt? würd mich sehr interessieren ...
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Nilquader » Di 22. Feb 2011, 09:46

Steffimaus hat geschrieben:Könnte man die Platine nicht einfach in einem laufwerksschacht verbauen? ein schlitz in einer abdeckung und die platine von hinten daran befestigt, vielleicht mit heisskleber oder so, dann kann man sie intern anschliessen. zumindest dann, wenn der parallelport auf dem board (oder controller) als pfostenstecker realisiert ist.

Nun, für den internen Einbau gibt es sicher bessere Alternativen. z.B. IDE-SD-Adapter. So einen habe ich auch in einem Laufwerksschacht montiert (unter Verwendung des Gehäuses eines alten Diskettenlaufwerks). Aber wenn man unbedingt will, kann man den natürlich auch intern montieren. Und die paar Leitungen zum Druckerport könnte man notfalls sogar noch direkt verlöten, wenn man intern keinen Pfostenstecker hat.
Steffimaus hat geschrieben:hast du einen schaltplan oder sowas von dem projekt? würd mich sehr interessieren ...

Im Moment noch nicht - der Treiber braucht noch ein paar kleine Ergänzungen, dann mache ich wahrscheinlich auch nochmal eine neue Hardware (mit Laufwerks-LED, besserer Unterstützung des Kartenwechsels während des Betriebs, und ggf. bidirektionalem Modus für mehr Speed) und dann könnte man das mal veröffentlichen...

Im Moment gibt's nur die fertige Hardware für Tester, Entwickler, usw.
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Dosenware » Fr 11. Mär 2011, 16:34

Dier Hardware wäre für mich auch interressant, ich überlege mir was für den Atari 2600 zu basteln - müsste dann aber noch mikrocontroller, Display, Tasten, FAT32 und Bankswitching ranflanschen - mal schauen
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon drzeissler » Fr 21. Okt 2011, 17:45

Wird es da zukünftig "was fertiges" geben.
Ich könnte das nächstes Jahr gebrauchen. ;-)
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Nilquader » Sa 22. Okt 2011, 23:58

Dosenware hat geschrieben:Dier Hardware wäre für mich auch interressant, ich überlege mir was für den Atari 2600 zu basteln - müsste dann aber noch mikrocontroller, Display, Tasten, FAT32 und Bankswitching ranflanschen - mal schauen

Dann brauchst du ja sowieso was komplett eigenes, was mit dem hier vorgestellten Adapter bis auf den SD-Karten-Slot gar nichts mehr zu tun hat...

drzeissler hat geschrieben:Wird es da zukünftig "was fertiges" geben.

Was verstehst du unter "fertig"? Hübsche Gehäuse wird's nicht geben - dafür ist die Stückzahl zu klein. Das einzige, was ich wohl noch machen werde, ist eine neue Serie, bei der der Gender Changer wegfällt und ggf. eine Zugriffs-LED hinzukommt. Aber frühestens irgendwann nächstes Jahr - und auch nur, wenn halbwegs Interesse da ist und ich bis dahin nicht mehr ganz so viele von meiner ersten Serie hier rumliegen habe.

Große Steckergehäuse (wo normalerweise Dongles oder Adapterstecker rein kommen) kann man sich da selbst zusammenbauen, falls man keine Platine hinterm PC sehen will...Gibt's für ein paar Cent bei Reichelt.
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon drzeissler » So 23. Okt 2011, 14:37

Ok, verstehe ich das richtig, das du was funktionierendes hast was ich am euro-pc produktiv einsetzen kann ?
Ein Gehäuse bräuchte ich nicht zwingend, nur funktionieren muss es.
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Re: Parallelport SD-Kartenleser

Beitragvon Nilquader » So 23. Okt 2011, 15:48

Ich setze das seit einiger Zeit produktiv an meinen beiden DOS-Rechnern ein und habe bisher keinen Datenverlust gehabt. Und ein paar User hier aus dem Forum und aus dem CPC-Forum haben auch schon von mir einen solchen SD-Kartenadapter bekommen und von denen habe ich nicht negatives gehört. Garantieren kann ich natürlich für nichts, da ich weder mit allen Parallelports noch mit allen möglichen SD-Karten testen kann.

Einziger Nachteil ist halt die Geschwindigkeit, was zum einen an den Einschränkungen durch den Parallelport und zum anderen daran liegt, dass die ganze SD-Karten-Ansteuerung im Treiber durchgeführt wird. Das hält die Hardware halt schön günstig und erlaubt nachträgliche Änderungen - z.B. wäre eine Anpassung an bisher nicht unterstützte SD-Karten per Treiberupdate möglich. Die erreichte Datenrate liegt so etwa auf Floppy-Niveau.

Ich hab noch Teile für 2 oder 3 Kartenleser. Die könnte ich in den nächsten Tagen mal zusammenlöten....
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